Wissen vermitteln
Verstehen fördern statt nur erklären
Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?
Informieren heisst, Lernenden den Einstieg in ein Thema zu erleichtern, Zusammenhänge sichtbar zu machen und das Verstehen anzuregen. Diese Phase hilft, neue Inhalte sinnvoll zu strukturieren und das Denken in Gang zu bringen. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Informationen zu liefern, sondern gezielt die zentralen Punkte verständlich zu machen. Wichtig ist nicht, welches Lehr-/Lernmaterial eingesetzt wird, sondern wozu es dient: Ein guter Input zeigt, warum ein Thema relevant ist, weckt Interesse und lädt zum Weiterdenken ein. Informieren bedeutet auch, Schwerpunkte zu setzen, Wichtiges von weniger Wichtigem zu unterscheiden und neue Inhalte einzuordnen.
Damit das gelingt, sollten Inhalte so präsentiert werden, dass sie nachvollziehbar und gut verarbeitet werden können – mit Beispielen, klaren Begriffen und verständlichen Leitfragen. Gut gestaltete Informationsphasen schaffen so die Basis für aktives Weiterlernen – etwa durch Anwendung, Diskussion oder Reflexion. Die Materialienauswahl reicht von Lehrvorträgen, Vortragsfolien, Skripten, über Examplers, wissenschaftliche Texte und Handbücher bis hin zu Lehr-/Lernvideos und Extended und Virtual Reality. Entscheidend ist, dass die Auswahl und Gestaltung der Materialien zur didaktischen Kohärenz der Lehrveranstaltung beitragen.
Einblicke
| Aktivität | Nutzen |
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In einer Vorlesung zur Statistik stellt die Dozentin nach einem erklärenden Input eine schriftliche Reflexionsfrage: «Wo könnten Sie dieses Verfahren in Ihrer eigenen Forschung anwenden?» Die Studierenden notieren ihre Gedanken in einem LiveVoting auf ILIAS. |
Die Aktivierung fördert individuelles Nachdenken und schafft eine Brücke zwischen Theorie und eigener Anwendungspraxis. |
| Aktivität | Nutzen |
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In einem Seminar zur Klimapolitik wird ein komplexer Fachtext im vorbereitenden Selbststudium eingesetzt. Begleitend erhalten die Studierenden ein Schaubild, das die Akteursbeziehungen visuell darstellt, sowie eine strukturierte Übersicht mit den wichtigsten Begriffen und Leitfragen zur inhaltlichen Vertiefung. |
Die Kombination aus Text und visueller Struktur erleichtert das Verständnis und bereitet gezielt auf die Diskussion im Seminar vor. |
Stolperfrei durchstarten
| Was kann herausfordernd sein? | Was hilft in der Praxis? |
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| Studierende bleiben in einer rezeptiven Rolle. |
Kombinieren Sie die Vermittlung mit kurzen aktivierenden Elementen in einer Verarbeitungssequenz.
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| Die Inhalte sind abstrakt und schwer greifbar. |
Ergänzen Sie das Material mit konkreten Beispiele, Bildern oder kurzen Demonstrationen zur Veranschaulichung und nutzen Sie KI unterstützend, um anschauliche Erklärungen, Vergleiche oder illustrative Szenarien zu generieren. |
| Es bleibt unklar, ob Inhalte wirklich verstanden wurden. |
Verbinden Sie Input-Sequenzen mit Verarbeitungssequenzen, die das Verständnis sichtbar machen. |
| Materialien wirken inhaltlich oder gestalterisch nicht stimmig. |
Nutzen Sie sich ergänzende Materialien (z.B. Text zur Vertiefung, Visualisierung zur Struktur); beziehen Sie alle Inhalte auf Ihre Learning Outcomes.
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Ressourcen
Literatur
Mayer, R. E. (2021). Multimedia Learning (3rd ed.). Cambridge University Press.
- Prinzipien „Coherence“, „Signaling“, „Redundancy“, „Spatial & Temporal Contiguity“: leiten an, Inputs so zu gestalten, dass kognitive Belastung sinkt und Kernideen verstanden werden.
