Handbücher
Wissen auf den Punkt gebracht
Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?
Handbücher sind systematisch aufbereitete Lernressourcen, die Wissen zu einem bestimmten Thema bündeln und didaktisch strukturieren. Sie unterscheiden sich von wissenschaftlichen Texten durch ihren praxisorientierten Charakter, die zielgruppengerechte Sprache sowie ihre explizite Lehrfunktion. Während wissenschaftliche Texte Erkenntnisse vermitteln, zielen Handbücher darauf, Inhalte verständlich und zugänglich zu machen, oft ergänzt durch Aufgaben, Visualisierungen oder Checklisten.
Ihre Qualität zeigt sich in der didaktischen Reduktion komplexer Inhalte, klarer Strukturierung und Anschlussfähigkeit an die Lernvoraussetzungen der Studierenden. Daher eigenen sie sich im Gegensatz zu wissenschaftlichen Texten vor allem für den Einstieg in ein neues Themenfeld, die systematische Wiederholung oder die praktische Anwendung von Wissen. Auch bei heterogenen Vorkenntnissen oder zur gezielten Unterstützung im Selbststudium bieten sie eine niedrigschwellige, strukturierte Alternative, die Sicherheit und Überblick schafft.
Von der Universitätsleitung wird die digitale Bereitstellung von Lehrbüchern, die der Veranstaltung zugrunde liegen, insbesondere für Vorlesungen ausdrücklich empfohlen, um Studierenden die individuelle Nachbereitung von Lerninhalten zu ermöglichen (Umsetzung SUB-Motion zur digitalen Bereitstellung von Lehrinhalten). Ein Lehrbuch kann in Ausnahmefällen auch nur analog vorliegen.
Einblicke
| Aktivität | Nutzen |
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| Im Seminar «Einführung in qualitative Forschungsmethoden» erhalten die Studierenden zu Beginn ein Handbuch mit didaktisch aufbereiteten Grundlagen, Beispielen aus realen Projekten und Reflexionsaufgaben. Die Dozentin nutzt das Handbuch konsequent: Jede Sitzung schliesst mit einem Arbeitsauftrag, der sich explizit auf ein bestimmtes Kapitel im Handbuch bezieht. In Kleingruppenarbeit bearbeiten die Studierenden die Inhalte aus dem Handbuch und übertragen diese auf ihr eigenes Projekt. | Das Handbuch fördert kollaboratives Lernen, indem es als gemeinsame Arbeitsgrundlage in Kleingruppen genutzt wird. Die Kombination aus Lesetext, Reflexionsaufgabe und Diskussion stärkt das argumentativ-analytische Denken und macht theoretische Konzepte im Austausch konkret greifbar. |
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Im Modul «Werkstoffkunde» bereiten sich die Studierenden mit einem interaktiven Handbuch auf die Präsenzsitzungen vor. Das Handbuch enthält kurze Erklärtexte, Grafiken und eingebettete Quizfragen. Die Vorlesungszeit wird dann für die gemeinsame Diskussion von Fallbeispielen genutzt. Das Handbuch ist auch Prüfungsgrundlage, was die Verbindlichkeit erhöht. | Die Studierenden erhalten vorab einen strukturierten Zugang zum Thema und können individuelle Verständnislücken schliessen. Dies stärkt die aktive Beteiligung in der Lehrveranstaltung und unterstützt einen effektiven, zielgerichteten Einstieg in komplexere Inhalte. |
Stolperfrei durchstarten
| Was kann herausfordernd sein? | Was hilft in der Praxis? |
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| Handbücher sind für Studierende teuer in der Anschaffung. |
Nutzen Sie den digitalen Semesterapparat der Universitätsbibliothek Bern, um Bücherauszüge digital zur Verfügung zu stellen. |
| Handbücher werden von Studierenden kaum genutzt. |
Verankern Sie das Handbuch aktiv im Kurs, z.B. durch Aufgaben, Transferaufträge, Bezugnahmen, oder Quizzes.
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| Studierende wissen nicht, wann und wie sie damit arbeiten sollen. |
Geben Sie eine konkrete Einführung zur Nutzung: Was, wann und wie soll gelesen oder bearbeitet werden? |
| Dozierende erhalten kein Feedback wie die Studierenden mit den Texten arbeiten. |
Führen Sie kurze Zwischenfeedbacks durch, z.B. zu Verständlichkeit, Relevanz oder zur Nutzung im Selbststudium.
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