Zwischenfeedback

Formatives Lehrfeedback ohne Vorgaben

Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?

Ein Zwischenfeedback ist eine freiwillige, nicht standardisierte Form der Evaluation, die Dozierenden hilft, während des Semesters Rückmeldungen von Studierenden zu sammeln. Im Gegensatz zur Zwischenevaluation ist das Zwischenfeedback bezüglich Zeitpunkt und Inhalt frei gestaltbar und kann individuell an die Bedürfnisse der Lehrveranstaltung angepasst werden. So erhalten Dozierende gezielte Rückmeldungen, die eine flexible Anpassung der eigenen Lehre ermöglichen.

Zwischenfeedbacks können mit unterschiedlichen Methoden umgesetzt werden – je nach Inhalt, Gruppengrösse und Aufwand. 

Welche Methode passt zu Ihrem Vorhaben?

Über die Auswahl "Zweck“ lassen sich die Methoden nach "Zwischenfeedback" filtern. Wenn Sie auf eine Methode klicken, öffnet sich eine Detailseite mit weiteren Informationen zur Methode.

Methode Zweck Modalität Sozialform Aufwand

Einblicke

URSACHEN FÜR ZURÜCKHALTUNG AUFDECKEN
Aktivität Nutzen
Ein Professor erhält von einer Tutorin Hinweise, dass die Studierenden im Tutorium zurückhaltend wirken. Er führt in der folgenden Woche spontan ein Zwischenfeedback durch, um die Ursache zu erforschen. Die Auswertung ergibt, dass sich viele Studierende mehr Struktur in den Sitzungen wünschen. Der Professor nimmt dies auf und ergänzt seine Vorlesung mit einer kurzen thematischen Orientierung zu Beginn jeder Einheit, so dass die Studierenden in der Vorlesung besser folgen, und aktiver am Tutorium teilnehmen können. Besonders bei unklaren Ursachen, wie z.B. die Zurückhaltung im Tutorium, bietet das individualisierte Feedback ein niederschwelliges Mittel zur Ursachenklärung und zur zielgerichteten Verbesserung der Lehr-Lern-Bedingungen.
VERTRAUEN FÜR AKTIVE BETEILIGUNG STÄRKEN
Aktivität Nutzen
Eine Assistenzdozentin unterrichtet ein Wahlpflichtseminar mit nur acht Teilnehmenden.
Nach einigen Sitzungen hat sie den Eindruck, dass die Beteiligung im Plenum abnimmt und Studierende vermehrt zurückhaltend wirken. Sie bittet die Teilnehmenden um ein anonymes Zwischenfeedback zu genau dieser Beobachtung. Die Antworten zeigen, dass sich mehrere Studierende unsicher fühlen, ob ihre Beiträge «erwünscht» oder «qualifiziert genug» seien. Die Dozentin reagiert, indem sie den Diskussionsrahmen lockert und aktive Beteiligung sichtbarer wertschätzt.

Die individualisierten Rückmeldungen tragen zur Vertrauensbildung bei. Sie ermöglichen der Dozierenden, die wahrgenommene Bewertung von Studierendenbeteiligung abzubauen und die Partizipation im Seminar zu fördern.

 

Stolperfrei durchstarten

Was kann herausfordernd sein? Was hilft in der Praxis?
Unklare Zielsetzung des Feedbacks

Definieren Sie vorab klare Ziele für das Zwischenfeedback.

Geringe Teilnahmequote bei Umfragen

Führen Sie die Umfrage während der Lehrveranstaltung durch und stellen Sie ausreichend Zeit zur Verfügung.

Unzureichende Umsetzung der Ergebnisse

Besprechen Sie die Ergebnisse offen mit den Studierenden und leiten Sie gemeinsam konkrete Massnahmen ab.

Ressourcen

Angelo, T. A., & Cross, K. P. (2024). Classroom Assessment Techniques: A Handbook for College Teachers (2nd ed.). Jossey-Bass.