Learning Outcomes
Kompetenzen formulieren, Lernen fokussieren
Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?
Learning Outcomes (Lernergebnisse) bezeichnen, was Lernende am Ende des Lernprozesses tatsächlich können sollen. Sie sind somit auf den Output des Lernprozesses fokussiert - nicht darauf, was gelehrt wurde. Sie beschreiben erwartbare Kompetenzen auf verschiedenen Taxonomiestufen. Sie sind handlungsorientiert, und dienen als verbindendes Element zwischen Lehrmethoden und Prüfung im Sinne der didaktischen Kohärenz. Sie bilden also die Grundlage für die Passung zwischen Lehrmethoden und Prüfungen und erleichtern die Planung, Durchführung und Evaluation der Lehre. Damit Learning Outcomes wirksam genutzt werden können, müssen sie klar und konkret formuliert sein: mit beobachtbaren, aktiven Verben (z.B. «benennen», «analysieren»), die gleichzeitig die angestrebte Taxonomiestufe vorgeben. Learning Outcomes werden meist für Lehrveranstaltungen formuliert. Sie können auch für kleinere (z.B. einzelne Sitzungen) oder umfangreichere (z.B. Module, Studiengänge) Lehrsequenzen formuliert werden. In dem Fall gilt es, diese Learning Outcomes abzustimmen.
Einblicke
Einblick 1
Breites Kompetenzspektrum auf grundlegenden Taxonomiestufen
Die Einführungsveranstaltung «Einführung in Kommunikation in Beratung und Führung» soll ein grundlegendes Verständnis zentraler Kommunikationsmodelle vermitteln und auf spätere, anwendungsorientierte Module vorbereiten. Die definierten Learning Outcomes fokussieren sich daher inhaltlich auf ein überschaubares, aber vollständiges Kompetenzspektrum und bewegen sich bewusst auf niedrigeren Taxonomiestufen:
Nach Abschluss der Lehrveranstaltung können die Studierenden:
- das Transaktionsmodell der Kommunikation beschreiben und seine zentralen Begriffe erläutern.
- das Modell auf einfache Fallbeispiele anwenden.
- die Stärken und Grenzen des Modells anhand typischer Beratungssituationen benennen.
Einblick 2
Fokussierte Learning Outcomes auf höherem Niveau
Im Vertiefungsmodul «Forschungsethik in Psychologie oder Gesundheitswissenschaften» steht die anwendungsbezogene und bewertende Auseinandersetzung mit realen Forschungsszenarien im Vordergrund. Die Studierenden sollen sich argumentativ positionieren können. Die Anzahl der Learning Outcomes wurde daher reduziert, während gleichzeitig höhere Taxonomiestufen angesprochen werden.
Nach Abschluss der Lehrveranstaltung können die Studierenden:
- eine fachlich fundierte Stellungnahme zu einem Ethikantrag verfassen und eine Position entwickeln.
- die Argumentation einer Ethikkommission anhand normativer Kriterien bewerten und kritisch diskutieren.
Stolperfrei durchstarten
| Was kann herausfordernd sein? | Was hilft in der Praxis? |
|---|---|
| Learning Outcomes sind vage formuliert. |
Verwenden Sie konkrete, beobachtbare Verben (z. B. «analysieren», «begründen»). Orientieren Sie sich an der Verben-Übersicht der Taxonomiestufen und ziehen Sie ggf. einen Chatbot zur Unterstützung hinzu. |
| Learning Outcomes sind inputorientiert formuliert. |
Formulieren Sie aus Sicht der Studierenden: Was sollen sie am Ende der Lehrsequenz können? Orientieren Sie sich an der Verben-Übersicht der einzelnen Taxonomiestufen. |
Zu viele oder zu komplexe Ziele erschweren die Planung. |
Beschränken Sie sich auf wenige, zentrale Learning Outcomes pro Lehrsequenz. |
| Fehlende Verbindung zwischen Zielen und Prüfungsformen. |
Denken Sie Leistungsnachweise direkt bei der Zieldefinition mit und fragen Sie sich abschliessend «Ist das eine gute Prüfung?».
|
Ressourcen
Literatur
Kennedy, D. (2007). Writing and Using Learning Outcomes: A Practical Guide. University College Cork.
- Kapitel 3: „Writing effective learning outcomes“ – Detaillierte Anleitung, wie Learning Outcomes klar, messbar und handlungsorientiert formuliert werden.
- Kapitel 4: „Using learning outcomes to design and assess teaching and learning“ – Besondere Methoden zur praktischen Anwendung von Learning Outcomes in der Lehrgestaltung und Evaluierung.
