Einstimmen und Orientierung geben

Weg ebnen durch kluge Einstiege

Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?

Der Einstieg in eine Lehrveranstaltung ist ein zentraler Moment für die Gestaltung des gesamten Lernprozesses. Zu Semesterbeginn wird die Grundlage dafür gelegt, ob Studierende sich willkommen fühlen, Orientierung gewinnen und bereit sind, sich aktiv einzubringen. Diese frühe Phase legt die Basis für eine positive Lernatmosphäre und Gruppenbildung mit Fokus auf dem sozialen, emotionalen und thematischen Ankommen. Studierende sollen Vertrauen aufbauen und Sicherheit über Ziele und Ablauf gewinnen. Besonders in neuen Gruppen, bei komplexen Themen oder nach längeren Pausen berücksichtigt ein sorgfältig gestalteter Beginn, dass Studierende mit unterschiedlichen Vorerfahrungen, Erwartungen und emotionalen Zuständen in die Veranstaltung kommen.

Im Verlauf des Semesters dienen Einstiegssequenzen vor allem der Reaktivierung: Sie helfen, Vorwissen zu aktivieren und die Aufmerksamkeit neu auszurichten– etwa bei Themenwechseln. In beiden Fällen erfüllt diese Einstiegsphase mehrere Funktionen: Sie schafft Klarheit über Ziele, Inhalte und Ablauf der Veranstaltung, fördert die Beteiligung der Lernenden und stärkt die Beziehung zwischen Lehrperson und Gruppe. Gleichzeitig wird die Aufmerksamkeit auf das Thema gelenkt und ein gemeinsamer Arbeitsfokus etabliert. Insgesamt trägt eine durchdachte und gelungene Einstimmung wesentlich dazu bei, dass Lernprozesse gelingen – unabhängig vom Format oder Fachgebiet. Dafür stehen unterschiedliche methodische Zugänge zur Verfügung, die individuell kombiniert und an die jeweilige Lehrsituation angepasst werden können.

Welche Methode passt zu Ihrem Vorhaben?

Über die Auswahl „Zweck“ lassen sich die Methoden nach "Einstieg" filtern. Wenn Sie auf eine Methode klicken, öffnet sich eine Detailseite mit weiteren Informationen zur Methode.

Methode Zweck Modalität Sozialform Aufwand

Einblicke

PROJEKTTEAM MIT GEMEINSAMEM PROFIL
Aktivität Nutzen

Zum Start eines Projektseminars bilden die Studierenden Kleingruppen zu 3–4 Personen. Ihr Auftrag lautet: «Erzählen Sie sich gegenseitig, was Sie an unserem Seminarthema persönlich fasziniert – suchen Sie Gemeinsamkeiten und erfinden Sie einen Projektnamen, der Sie als Team beschreibt.» Anschliessend stellt eine Person die Gruppenmitglieder und den erfundenen Teamnamen samt kurzer Erklärung im Plenum vor. 

Die Studierenden lernen einander persönlich und thematisch kennen, entwickeln ein erstes Wir-Gefühl und bauen Vertrauen für die spätere Zusammenarbeit auf.
GEMEINSAMER EINSTIEG PER WORD CLOUD
Aktivität Nutzen

In einer Online-Vorlesung startet die Lehrperson mit einem Blitzlicht in Form einer Word Cloud über Mentimeter. Die Studierenden beantworten live die Frage: «Welches Stichwort verbinden Sie spontan mit dem heutigen Thema?» Die gesammelten Begriffe erscheinen visuell aufbereitet auf dem Bildschirm. Die Lehrperson greift einzelne Begriffe auf und gibt erste Erläuterungen. 

Vorwissen und Interessen der Studierenden werden aktiviert, sichtbar gemacht und direkt aufgegriffen – so entsteht ein aktiver, thematischer Einstieg trotz räumlicher Distanz.

 

Stolperfrei durchstarten

Was kann herausfordernd sein? Was hilft in der Praxis?
Unterschiedliche Erwartungen und Vorkenntnisse der Studierenden erschweren einen einheitlichen Einstieg zu Semesterbeginn.

Stellen Sie zu Beginn Learning Outcomes und Ablauf vor; starten Sie mit einem Blitzlicht, um Erwartungen und Vorwissen der Studierenden sichtbar zu machen.

 

Schwache Gruppendynamik und wenig Interaktion in Kleingruppen; Anfängliche Zurückhaltung und mangelnde aktive Beteiligung der Studierenden.

 
Planen Sie interaktive Semestereinstiege, die das Kennenlernen fördern und die Lernumgebung auflockern.

Wiedereinstieg nach Pausen oder Themenwechsel gelingt nicht reibungslos.

Nutzen Sie kurze Rückblicke oder Einstiegsfragen, um Vorwissen zu reaktivieren und Übergänge zu gestalten, z.B. Concept Maps.

Ressourcen

Hattie, J. (2012). Visible Learning for Teachers. Routledge.

  • Kapitel 4-5 ( „Starting the lesson“, „During the lesson – learning“) und Kapitel 8 („End of the lesson“): Strukturierung wirksame Start-, Zwischen- und Abschlussphasen mit Fokus auf Klarheit, Aktivierung und Rückmeldung.