Concept Map
Visuelles Netz des Wissens
Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?
Eine Concept Map (deutsch: Begriffskarte oder Konzeptkarte) ist eine Methode, bei der wichtige Begriffe eines Themas als Kästchen oder Kreise dargestellt und durch Pfeile miteinander verbunden werden. Auf den Pfeilen steht jeweils, wie die Begriffe logisch zusammenhängen. So entsteht eine visuelle Landkarte des Wissens. Digital lässt sich eine Concept Map z.B. mit einem Zoom Whiteboard umsetzen und beliebig erweitern.
Concept Maps eignen sich besonders, um Vorwissen zu aktivieren, neue Inhalte strukturiert zu verarbeiten und das Verständnis im Rahmen formativer Prüfungen sichtbar zu machen.
Aufwand: niedrig bis mittel
VORBEREITUNG: klare Fragestellung, ggf. Begriffe oder Beispiele vorbereiten
DURCHFÜHRUNG: Anleitung, ggf. Moderation und Nachfragen bei Unklarheiten
NACHBEREITUNG: Maps sichten, Rückmeldungen geben
Einblicke
Vorwissen aktivieren
| 55Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Die Lehrperson erarbeitet in einem Seminar gemeinsam mit den Studierenden ein Thema, indem sie bereits bekannte Begriffe auf Kärtchen schreiben, miteinander verbinden und beschriften, wie sie zusammenhängen (z.B. «X verursacht Y» oder «X ist ein Beispiel für Y»). Anschliessend ergänzt die Lehrperson zentrale fehlende Begriffe. | Durch das gemeinsame Erstellen der Concept Map werden nicht nur bekannte Begriffe erinnert, sondern ihre Zusammenhänge visuell sichtbar gemacht. Die Studierenden setzen sich aktiv mit ihrem Vorwissen auseinander und für die Lehrperson wird nachvollziehbar, wie das vorhandene Wissen strukturiert ist und an welchen Stellen eine Weiterarbeit sinnvoll ist. |
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Vor einer wissenschaftlichen Arbeit oder Präsentation erstellen die Studierenden eine Concept Map zum geplanten Thema. Die Maps werden bei der Lehrperson eingereicht und die Studierenden erhalten Feedback zu ihren Ideen. | Die Methode unterstützt Studierende dabei, den roten Faden zu entwickeln. Sie klären zentrale Begriffe, erkennen offene Fragen und identifizieren Lücken, die sie in der weiteren Recherche bearbeiten können. Dozierende erhalten Einblick, ob Fragestellung und Argumentationslinien nachvollziehbar aufgebaut sind, und können bei Bedarf Rückmeldungen geben. |
Verarbeiten von Lehrinhalten
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Nach einem Theorieinput lässt die Lehrperson die Studierenden in Kleingruppen eine Concept Map erstellen. Darauf halten sie gelernte Begriffe und deren Zusammenhänge fest. | Das Erstellen der Concept Map zwingt die Studierenden dazu, relevante Begriffe zu unterscheiden und deren Beziehungen bewusst herzustellen. Die visuelle Darstellung hilft, komplexe Theorien zu ordnen und gedanklich zu verankern. Für die Lehrperson zeigt sich unmittelbar, welche Aspekte verstanden wurden und welche noch Klärung brauchen. |
Stolperfrei durchstarten
| Was kann herausfordernd sein? | Was hilft in der Praxis? |
|---|---|
| Einzeiler zur Beschreibung der Herausforderung |
2-3 kurze Sätze mit Lösungsansätzen. Direkte Ansprache und aktive Formulierung. |
| Die Maps werden schnell unübersichtlich. |
Begrenzen Sie die Zahl der Begriffe (z.B. max. 15) und geben Sie klare Fragestellung vor. |
| Nur Begriffe aufzuschreiben, führt nicht automatisch zu echtem Verstehen. |
Lass die Gruppen ihre Maps kurz erklären. |
Alternative Methoden
Advance Organizer
Gibt eine visuelle Struktur zur Orientierung und Verknüpfung von Inhalten. Er wird meist von der Lehrperson vorgegeben und vor dem Lernen eingesetzt.
Was-wie-warum-Tabelle
Strukturiert Wissen in Kategorien und fördert das Verständnis von Zusammenhängen. Sie ist tabellarisch statt visuell-vernetzt und folgt einem linearen Aufbau statt einer freien Struktur.
Plakat mit offenen Fragen
Strukturiert den Einstieg in ein Thema über Leitfragen. Ist fragengesteuert statt begriffsorientiert und fordert eher erste Impulse als systematische Einordnung.
