Selbstlernkurse

Selbstlernen ermöglichen und begleiten

Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?

Selbstlernkurse sind eine strukturierte Variante der Online-Lehre, die ohne kontinuierliche Betreuung durch Lehrpersonen funktionieren. Im Zentrum steht das selbstorganisierte und selbstgesteuerte Lernen der Studierenden, welche sich die Inhalte in eigenem Tempo erarbeiten. Der Einsatz reicht vom begleiteten Selbststudium bis hin zu vollständig autonomen Lernmodulen. Im begleiteten Selbststudium arbeiten die Studierenden selbstständig, erhalten aber regelmässig Rückmeldungen oder Inputs durch die Lehrperson. Oft ist dieses Format eingebettet in eine übergeordnete Lehrveranstaltung. Es eignet sich gut zur Vorbereitung, Vertiefung oder Nachbearbeitung und fördert die kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem Lernstoff. Autonome Lernmodule hingegen sind als eigenständige Einheiten konzipiert, die komplett ohne personelle Betreuung absolviert werden. Die Module enthalten alle notwendigen Informationen, Aufgaben und automatisiertes Feedback. Autonome Module sind besonders dann sinnvoll, wenn grössere inhaltliche Flexibilität, zeitliche Unabhängigkeit oder skalierbare Umsetzung gefragt sind – etwa bei Brückenkursen, fakultativen Vertiefungen oder Weiterbildungsangeboten.

Der didaktische Mehrwert beider Varianten liegt in der Förderung überfachlicher Kompetenzen wie Selbstorganisation, Zeitmanagement und Problemlösefähigkeit. Selbstlernkurse lassen sich zudem als adaptive Lehre gestalten – etwa durch verzweigte Lernpfade, unterschiedliche Aufgabenformate oder alternative Inputs je nach Vorwissen.  

Einblicke

Einblick 1

Gründungskompetenz im digitalen Kontext stärken

Der Kurs «Erfolgreich gründen im digitalen Zeitalter» ist vollständig im Selbststudium aufgebaut. Nach einem einleitenden Überblickstext zu Inhalten und Learning Outcomes folgt ein kurzes Einstiegsvideo. Anschliessend beantworten die Teilnehmenden Einstiegsfragen zur Reflexion eigener Perspektiven. Das darauffolgende Lernmodul besteht aus drei inhaltlich fokussierten Blöcken mit Lehr-/Lernvideos, Quizzes und Lektüreaufträgen. Am Ende überprüfen die Teilnehmenden ihren Lernerfolg in einem Abschlusstest. 

Einblick 2

Digitale Tools sicher anwenden lernen

Ein Selbstlernmodul zur Anwendung eines digitalen Tools startet mit einem kurzen Einführungstext zum thematischen Hintergrund und formulierten Learning Outcomes. Es gliedert sich in zwei Kapitel, die jeweils einen Einführungsimpuls (Video mit begleitender Zusammenfassung), einen Selbsttest mit Feedback sowie Anwendungsaufgaben enthalten. Die einzelnen Abschnitte sind mit Zeitangaben zur Bearbeitungsdauer versehen. Zusätzlich stehen Links zu vertiefenden Anleitungen bereit. Eine Hilfeseite erklärt die Navigation und den Kapitelaufbau, bei offenen Fragen können die Teilnehmenden per Mail Kontakt zur Kursbetreuung aufnehmen

 

Stolperfrei durchstarten

Was kann herausfordernd sein? Was hilft in der Praxis?
Geringe Motivation und Durchhaltevermögen seitens der Studierenden

Nutzen Sie motivierende Elemente und Microlearning (z. B. Praxisbeispiele, kurze Lehrvideos), um die Motivation zu stärken. 

 

Mangelnde Selbstregulation der Studierenden 

 
Bieten Sie Orientierung durch modulare Gliederung, Zeitpläne und Checklisten. Fördern Sie das Zeitmanagement z. B. mit Wochenplänen. 

Mangel an Feedback und Austausch 

 

Integrieren Sie Peer-Feedback oder automatisiertes Feedback in Selbsttests. Aktivieren Sie Foren für Austausch, z.B. via ILIAS.

 

Fehlende Strukturierung der Lehrinhalte 

Formulieren Sie konkrete Learning Outcomes und bauen Sie darauf die Lehrinhalte und Module auf. Entwickeln Sie auf Basis der Learning Outcomes die Prüfung (vgl. Inhaltliche Prüfungsplanung). 

 

Technische oder organisatorische Barrieren 

Verwenden Sie eine erprobte Lernplattform - für die Universität Bern steht ILIAS zur Verfügung. Stellen Sie Tutorials bereit und reduzieren Sie Medienwechsel. 

Ressourcen

Horton, W. K. (2012). E-learning by design (Vol. 2). San Francisco: Pfeiffer.

  • Kapitel 2 bis 5: Zeigen systematisch, wie Lernmodule aufgebaut und mit Aufgaben-Feedback-Schleifen angereichert werden können, um selbstgesteuertes Lernen zu fördern.