Peer-Feedback
Rückmeldeschlaufen unter Studierenden
Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?
Peer-Feedback bedeutet, dass Studierende systematisch Rückmeldungen zu den Arbeiten oder Leistungen ihrer Mitstudierenden geben. Dies erfolgt anhand klarer Kriterien und unterstützt sowohl das fachliche Lernen als auch die Fähigkeit zur konstruktiven Kritik. Auch wenn Rückmeldungen nicht immer gelingen, entstehen daraus wertvolle Lernsituationen – für beide Seiten. Peer-Feedback kann analog gegeben werden oder in grossen Gruppen digital, z.B. über die ILIAS Übung, erfolgen.
Peer-Feedback eignet sich als Methode zur Verarbeitung von Inhalten, zum formativen Prüfen während des Lernprozesses sowie – mit klaren Kriterien – auch für das summative Prüfen einzelner Leistungen.
Aufwand: mittel
VORBEREITUNG: Kriterienraster, Leitfragen
DURCHFÜHRUNG: Organisation, ggf. Moderation
NACHBEREITUNG: Auswertung der Feedbackqualität, ggf. Ergänzungen oder Korrekturen
Einblicke
Verarbeiten
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Nach einem Theorieinput bearbeiten die Studierenden eine prüfungsähnliche Fachaufgabe zum Thema und bewerten wechselseitig ihre Lösungen, begründen ihre Einschätzungen und vergleichen sie mit der Musterlösung. | Die Methode unterstützt Studierende bei der aktiven Verarbeitung von Inhalten durch Vergleichen, Begründen und Perspektivenwechsel. Sie stärkt das evaluative Urteilsvermögen und vertieft das Verständnis. |
Formatives Prüfen
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Die Studierenden reichen eine erste Rohfassung ihrer Seminararbeit (ca. zwei bis drei Seiten) ein. In einer Peer-Feedback-Runde lesen zwei andere Teilnehmende je einen Text und geben strukturiertes Feedback zu Argumentation, Aufbau und Verständlichkeit anhand eines vorgegebenen Kriterienrasters. | Die Methode unterstützt Studierende bei der Weiterentwicklung ihrer Schreibkompetenz, indem sie konkrete Rückmeldungen erhalten und Qualitätskriterien transparent werden. Sie bereitet auf die spätere summative Bewertung vor. |
Summatives Prüfen
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Studierende entwickeln zusammen mit der Lehrperson die Kriterien und Bewertungsdimensionen eines Peer-Feedbacks für Präsentationen. Anschliessend wenden sie diese Kriterien auf die Präsentationen der Mitstudierenden an. | Die Methode fördert die Partizipation und das Verantwortungsbewusstsein der Studierenden, erhöht die Akzeptanz von Bewertungen und regt zur Reflexion über Qualität und Fairness an. Gleichzeitig erhalten Dozierende eine transparente Grundlage für Leistungsbewertung und können durch die Einbindung der Studierenden Bewertungsprozesse nachvollziehbarer gestalten. |
Stolperfrei durchstarten
| Was kann herausfordernd sein? | Was hilft in der Praxis? |
|---|---|
| Uneinheitliche oder oberflächliche Rückmeldungen. |
Entwickeln Sie mit der Gruppe einfache Feedbackkriterien («klar – begründet – konstruktiv») (vgl. Leistungsbewertung).
|
| Sorge um faire oder hilfreiche Rückmeldungen. |
Stellen Sie Leitfragen oder Raster (vgl. Leistungsbewertung) zur Verfügung. Geben Sie eine Einführung in gute Feedbackpraxis. |
| Angst vor negativer Bewertung oder Konflikten. |
Ermöglichen Sie anonymes Feedback oder nutzen Sie die «Sandwich-Technik»: positiv – kritisch – positiv. |
| Rückmeldungen sind inhaltlich falsch oder widersprüchlich. |
Moderieren Sie, bringen Sie Beispiele ein und greifen Sie Rückfragen auf. |
Alternative Methoden
Galeriegang
Studierende geben sich gegenseitig schriftliches Feedback zu ausgestellten Arbeiten. Die Rückmeldung erfolgt im Vorbeigehen und ist oft kürzer und informeller.
Reflexionsrunde
Studierende tauschen persönliche Einschätzungen aus und lernen voneinander. Fokussiert auf das gemeinsame Reflektieren von Erfahrungen.
Peer-Instruction
Studierende begründen ihre Positionen und reagieren auf die Sichtweisen anderer. Ziel ist das Verstehen von Fachinhalten durch Diskussion.
