Peer-Instruction

Doppelabstimmung mit Peer-Diskussion

Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?

Peer-Instruction ist eine interaktive Lehrmethode, bei der Studierende durch das Erklären und Diskutieren mit Mitstudierenden nicht nur Wissenslücken aufdecken, sondern ihr Verständnis vertiefen können. Typischerweise folgt die Methode einem zyklischen Ablauf: Die Lehrperson stellt eine konzeptionelle Frage, über die die Studierenden zunächst einzeln abstimmen. Anschliessend diskutieren sie ihre Antwort mit einer oder mehreren Personen in ihrer Nähe («peer»), begründen ihre Wahl und lassen sich idealerweise auch von anderen Perspektiven überzeugen. Danach stimmen sie erneut ab. Die Methode lässt sich analog oder digital (z.B. ILIAS LiveVoting oder Mentimeter) umsetzen.

Peer-Instruction lässt sich einsetzen, um Vorwissen zu aktivieren, Lerninhalte gemeinsam zu verarbeiten und als Methode des formativen Prüfens den Verständnissstand der Studierenden sichtbar zu machen.

Aufwand: niedrig bis mittel

 

 

 

VORBEREITUNG: gute konzeptionelle Fragen formulieren, ggf. Tools einrichten

DURCHFÜHRUNG: ggf. Moderation, Feedback

 

Einblicke

Vorwissen aktivieren

EINSTIEGFRAGE IM BREAKOUT ROOM
Aktivität Nutzen
Zum Auftakt eines neuen Themas in einer synchronen Online-Veranstaltung stellt die Lehrperson eine Einstiegsfrage, die an Alltagserfahrungen und implizite moralische Intuitionen anknüpft. Die Studierenden beantworten diese zunächst individuell, diskutieren anschliessend ihre Positionen und Argumente in Breakout-Räumen zu zweit oder dritt, bevor eine zweite Abstimmung erfolgt. Die Methode aktiviert das Vorwissen der Studierenden, fördert deren Reflexion über eigene Erfahrungen und stärkt die aktive Teilnahme. Durch die Diskussion in Breakout-Räumen wird das kollaborative Lernen unterstützt, und Studierende können ihre Argumentationsfähigkeiten vertiefen. Dozierende erhalten wertvolle Informationen über das Vorwissen und die Perspektiven der Studierenden, um die weitere Unterrichtsgestaltung anzupassen.

Verarbeiten von Lehrinhalten

KONZEPTVERSTÄNDNIS PER LIVE-VOTE
Aktivität Nutzen
Nach einem Input stellt die Lehrperson eine konzeptuelle Frage über ein Live-Abstimmungstool. Die Studierenden stimmen zuerst einzeln ab und tauschen sich anschliessend über ihre gewählte Antwort aus. Danach stimmen sie ein zweites Mal ab, bevor die Lehrperson die Ergebnisse aufgreift und zentrale Punkte im Plenum klärt. Die Methode steigert die Aufmerksamkeit der Studierenden, verbessert ihr konzeptuelles Verständnis und fördert aktives Nachdenken sowie gegenseitige Erklärungen. Dozierende erhalten direktes Feedback zum Lernstand und können Fehlkonzepte aufgreifen und korrigieren.

Formatives Prüfen

THEORIE-PRAXIS-VERKNÜPFUNG IN DER METHODENLEHRE
Aktivität Nutzen
In einer Übung beantworten die Studierenden zunächst einzeln Multiple-Choice-Denkfragen zu methodischen Fehlannahmen, die sich an typischen Prüfungsfragen orientieren. Anschliessend diskutieren sie ihre Antworten mit einer oder mehreren Personen in ihrer Nähe. Darauf folgt eine zweite Abstimmung. Die Lehrperson kommentiert die Antwortoptionen und wiederholt zentrale Konzepte anhand typischer Denkfehler. Die Methode fördert das kritische Denken der Studierenden, stärkt ihre Methodenkompetenz und motiviert durch interaktive Auseinandersetzung. Dozierende erhalten Einblicke in den Lernstand, können Denkfehler sichtbar machen und Feedback geben.

 

Stolperfrei durchstarten

Was kann herausfordernd sein? Was hilft in der Praxis?
Fragen bleiben auf Faktenwissen beschränkt.

Gestalten Sie die Fragen so, dass sie zum Nachdenken über Konzepte anregen und begründbare Meinungen erfordern. 

Diskussionen zwischen den Studierenden geraten ins Stocken.

Wählen Sie Fragen so, dass sie nicht zu leicht und nicht zu schwer sind und unterschiedliche, aber begründbare Positionen möglich sind. Geben Sie klare Gesprächsanregungen (z.B. «Warum hast du A gewählt?», «Was spricht gegen B?»).

Ergebnisse schwer auswertbar ohne Tool.

Nutzen Sie digitale Abstimmungstools (z.B. ILIAS LiveVoting, Mentimeter). Testen Sie diese vorab.

 

Wahrnehmung als Test statt Lerngelegenheit.

Klären Sie transparent, dass es sich um Lernfragen handelt. Die Ergebnisse bleiben anonym und unbewertet.

Alternative Methoden

Think–Pair–Share

Aktiviert durch Zweiergespräche das Denken. Es gibt keine strukturierte erneute Abstimmung und kein Antwortvergleich.

Begründetes Keyword

Regt zur inhaltlichen Reduktion und Begründung an und basiert auf freier Begriffswahl statt vorgegebener Konzepte.

Student Teams-Achievement Divisions (STAD)

Fördert das Lernen durch Austausch unter Peers. Es kombiniert Gruppenarbeit mit individueller Leistungskontrolle.

 

 

Ressourcen