Begründetes Keyword
Reduktion als Weg zum Wesentlichen
Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?
Die Methode «Begründetes Keyword» fordert Studierende auf, einen gelesenen Text oder ein Thema auf ein zentrales Stichwort zu reduzieren und dieses nachvollziehbar zu begründen. Dadurch wird die inhaltliche Auseinandersetzung mit komplexen Texten gefördert und die Fähigkeit zum Wesentlichen geschärft.
Die Methode kann zur Inhaltsverarbeitung sowie für formative und summative Prüfungen eingesetzt werden.
Aufwand: niedrig
VORBEREITUNG: Frage/Impuls
DURCHFÜHRUNG: Sammlung und kurze Diskussion
NACHBEREITUNG: ggf. clustern und integrieren
Einblicke
Verarbeiten von Lehrinhalten
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Als Vorbereitung auf das Seminar lesen die Studierenden einen ausgewählten Abschnitt, z.B. aus Platons Dialogen, und wählen daraus ein zentrales Stichwort («Keyword»). In wenigen Sätzen begründen sie, weshalb dieses Wort den Kern des Textes trifft. Die Keywords werden im Seminar gemeinsam besprochen, verglichen und diskutiert, um unterschiedliche Interpretationen und Schwerpunkte sichtbar zu machen. | Die Methode fördert eine vertiefte und individuelle Auseinandersetzung mit Texten schon vor der Lehrveranstaltung. Im Seminar wird das analytische und argumentative Denken durch den Vergleich und die Diskussion der gewählten Begriffe weiter geschult. Lehrpersonen erhalten Einblick in die vorbereitende Lektüre, die Schwerpunktsetzungen und das Textverständnis der Studierenden. |
Formatives Prüfen
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Nach einer Vorlesungseinheit reichen die Studierenden ein Keyword samt Begründung ein, dass die Essenz des Gehörten widerspiegelt. Die Lehrperson greift ausgewählte Beiträge in der nächsten Sitzung auf, clustert typische Antworten und ergänzt. | Die Methode unterstützt die Ergebnissicherung, strukturiert die Nachbereitung und fördert aktive Reflexion. Sie ermöglicht Lehrpersonen, Trends im Verständnis zu erkennen, Unklarheiten zu adressieren und direktes Feedback zum Lernstand der Gruppe zu erhalten. |
Summatives Prüfen
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Im Rahmen einer schriftlichen Prüfung erhalten die Studierenden eine Fallstudie. Sie wählen fünf relevante Fachbegriffe aus dem Kurs und erklären diese jeweils knapp. Zusätzlich begründen sie für jeden Begriff, warum er zur Analyse oder Lösung des Falles zentral ist. | Die Methode überprüft fachlich korrektes Begriffsverständnis, kontextbezogene Anwendung und argumentatives Denken. Sie verbindet theoriebasiertes Wissen mit praxisorientiertem Handeln und ermöglicht eine faire, strukturierte Bewertung unterschiedlicher Lösungswege. |
Stolperfrei durchstarten
| Was kann herausfordernd sein? | Was hilft in der Praxis? |
|---|---|
| Überforderung bei anspruchsvollen Texten. Bei zu wenig Vorwissen können Studierende am Textverständnis scheitern. |
Geben Sie für Einsteiger*innen Keywords vor. Lassen Sie Studierende in Gruppen arbeiten. |
| Diskussionen dauern oft länger als geplant. |
Diskutieren Sie nur ausgewählte Beispiele im Plenum und stellen Sie weitere auf ILIAS bereit (z.B. in einem Forum).
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Alternative Methoden
Begriffsglossar
Dient der aktiven Auseinandersetzung mit mehreren Fachbegriffen und dem Sichtbarmachen von Verständnis. Weniger geeignet für argumentative Einzelfallreflexion.
Concept Map
Dient dem Aufbau von Fachwissen über zentrale Konzepte. Visualisiert Zusammenhänge, statt schriftlich zu erklären.
One-Minute-Paper
Regt zur kompakten schriftlichen Reflexion über zentrale Inhalte an. Es ist freier und offener formuliert.
