One-Minute-Paper

Schriftliche Reflexion in einer Minute

Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?

Beim One-Minute-Paper beantworten Studierende während oder am Ende einer Lerneinheit in ein bis zwei Minuten eine oder zwei Fragen schriftlich. So wird das Verständnis geprüft und ein direktes Feedback für die Lehrperson geschaffen. Die Methode kann analog oder digital (z.B. ILIAS Übung) umgesetzt werden.

Das One-Minute Paper eignet sich besonders zur Verarbeitung von Lehrinhalten, indem es zur Reflexion und Verdichtung anregt, und zum formativen Prüfen, da es der Lehrperson unmittelbares Feedback zum Lernstand und Verständnis der Studierenden liefert.

Aufwand: niedrig bis mittel

 

 

DURCHFÜHRUNG: Frage stellen, einsammeln

NACHBEREITUNG: Sichtung und Auswertung der Antworten

Einblicke

Verarbeiten von Lehrinhalten

KURZES SITZUNGSFAZIT
Aktivität Nutzen
Am Ende einer Lehrveranstaltung notieren die Studierenden in ein bis zwei Minuten schriftlich, was für sie der wichtigste Punkt der heutigen Sitzung war und/oder welche Frage für sie offen geblieben ist. Durch das schriftliche Festhalten aktivieren die Studierenden ihr Verständnis, filtern für sie relevante Inhalte heraus und verankern diese gedanklich. Die Methode unterstützt Studierende bei der Reflexion und beim ersten Transfer des Gelernten und signalisiert die Relevanz der Inhalte. 
HALBZEITREFLEXION
Aktivität Nutzen
In der Mitte einer Veranstaltung wird der Input zur Theorieeinführung unterbrochen, damit die Studierenden zwei Minuten schriftlich reflektieren können: «Was habe ich bis hierher verstanden – und was irritiert mich noch?» Die Lehrperson liest stichprobenartig mit und greift Verständnishürden auf. Die Methode schärft die Aufmerksamkeit der Studierenden, fördert die aktive Verarbeitung und ermöglicht eine frühzeitige Klärung von Verständnisfragen. Dadurch erhöht sich die Anschlussfähigkeit für den weiteren Verlauf der Sitzung. Dozierende erhalten gleichzeitig wertvolle Hinweise zum Lernstand und können ihre Vermittlung anpassen.

Formatives Prüfen

GEHIRNINVENTUR ZUR VORWOCHE
Aktivität Nutzen
Zu Beginn einer neuen Sitzung bearbeiten die Studierenden ein One-Minute-Paper zur vorherigen Einheit. Sie beantworten Fragen wie: «Welches Konzept habe ich am besten verstanden?» und «Wo habe ich noch Schwierigkeiten – und warum?» Die Lehrperson wertet die Antworten aus und lässt sie in die Wiederholung oder Vertiefung in der nächsten Einheit einfliessen. Die Methode fördert die Selbstreflexion der Studierenden, unterstützt ihre Lernsteuerung und motiviert zur Wiederholung und Vertiefung. Dozierende erhalten Feedback zum individuellen Verständnisstand über das Semester hinweg und können Interventionen vornehmen.

 

Stolperfrei durchstarten

Was kann herausfordernd sein? Was hilft in der Praxis?
Studierende nehmen die Methode nicht ernst.

Formulieren Sie Fragen und persönlich, z.B. «Was hat Sie überrascht?» statt «Was haben Sie gelernt?».

Auswertung ist aufwendig.

Werten Sie Antworten stichprobenartig aus oder clustern Sie in Kategorien («Häufige Fragen», «Unklare Punkte»).
 
Keine Rückmeldung durch Lehrperson.

Greifen Sie einige Ergebnisse in der nächsten Sitzung auf – das fördert die Ernsthaftigkeit und Lernmotivation.

Oberflächliche Antworten.

Fragen Sie bei wiederholtem Einsatz nach Reflexionstiefe, z.B. «Was verstehen Sie heute besser als vorher – und warum?».

Alternative Methoden

Muddiest Point

Dient ebenfalls der spontanen Reflexion und fokussiert auf das Unklarste statt auf das Wichtigste.

RSQC2

Bietet einen Rückblick auf Gelerntes, ist strukturierter und umfasst mehrere Reflexionsdimensionen.

Lernjournal

Dient ebenfalls der kontinuierlichen Reflexion. Es hat eine längere Form, grössere Tiefe und wird über das Semester hinweg eingesetzt.

 

 

Ressourcen