Leistungsbewertung
Studentische Leistungen nachvollziehbar und fair bewerten
Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?
Bewertung heisst, studentische Leistungen systematisch einzuschätzen. Grundlage dafür sind drei eng miteinander verknüpfte Instrumente, die eine klare und nachvollziehbare Bewertung ermöglichen: das Bewertungsraster, das Bewertungsschema und die Notenskala. Bewertungsraster formulieren kriterienorientierte, abgestufte Beurteilungsdimensionen für einzelne Aufgabestellungen (z.B. für eine offene Frage in einer schriftlichen Prüfung oder für eine Präsentation). Bewertungsschemata legen fest, wie Punkte in einem Leistungsnachweis verteilt und gewichtet werden und leiten sich aus dem Prüfungs-Blueprint ab (vgl. Inhaltliche Prüfungsplanung). Wie die sich daraus ergebende Gesamtpunktzahl in eine Note überführt wird, hängt von der definierten Notenskala ab. Diese sollte so gestaltet sein, dass sie sowohl zwischen den verschiedenen Leistungsniveaus differenziert, als auch die Bestehensgrenze klar definiert. In Kombination ermöglichen diese Instrumente eine transparente, zuverlässige und faire Leistungsbeurteilung.
Einblicke
Einblick 1
Poster mit Bewertung nach Kriterien
Im Masterseminar eines interdisziplinären Studiengangs präsentieren die Studierenden selbstgewählte Forschungsthemen als wissenschaftliches Poster. Bewertet werden Inhalt, visuelle Gestaltung und der mündliche Vortrag. Zur Bewertung kommt ein Bewertungsraster mit drei gewichteten Kriterien zum Einsatz, in welchem die Anforderungen pro Notenstufe eindeutig beschrieben werden.
Einblick 2
Pass/Fail bei komplexer Fallanalyse
Im Studiengang Gesundheitswissenschaften analysieren die Studierenden eine interprofessionelle Betreuungssituation. Die Aufgabe verlangt, das Problem systematisch zu erfassen, relevante Fachtheorien anzuwenden und eine begründete Empfehlung zu formulieren. Die schriftliche Ausarbeitung wird mit einem Pass/Fail-Schema bewertet. Dabei zählen die Erfüllung zentraler Kriterien und Mindestanforderungen: Pass wird nur dann vergeben, wenn alle vier Kriterien erfüllt sind.
Stolperfrei durchstarten
| Was kann herausfordernd sein? | Was hilft in der Praxis? |
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| Die Erstellung der Notenskala anhand der gewählten Bestehensgrenze fällt schwer. |
Nutzen Sie den Notenwizard zur Erstellung Ihrer Notenskala.
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Eine fehlende oder unpassende Gewichtung von Teilaspekten verzerrt das Gesamtbild.
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Planen Sie eine sachgerechte Gewichtung im Bewertungsraster; nutzen Sie das Angebot des VRL und lassen Sie sich zu Ihrer Prüfung beraten.
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| Die Punktevergabe pro Aufgabe ist zwischen verschiedenen Teilnehmenden nicht konsistent. |
Erstellen Sie vorab ein detailliertes Bewertungsraster mit klaren Kriterien. |
Bei schriftlichen Leistungen, insbesondere bei online durchgeführten Klausuren oder Hausarbeiten, stellt der potenzielle Einsatz von KI ein zentrales Problem für die Beurteilung der Eigenleistung dar. |
Erstellen Sie vorab ein detailliertes Bewertungsraster, das z.B. Reflexion oder kritische Auseinandersetzung explizit erfasst. Arbeiten Sie bereits in der Lehrveranstaltung mit Ihren Studierenden an KI-generierten Texten (z.B. mit Exampler).
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| Studierende verstehen die Bewertung einzelner Aufgaben nicht. |
Machen Sie Ihr Bewertungsraster transparent und erklären Sie dieses im Voraus. |
| Die Umrechnung von Punkten in Noten oder die Rundungsregel ist unklar. |
Nutzen Sie den Notenwizard zur Berechnung der Noten.
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Ressourcen
Literatur
Krebs, R. (2019). Prüfen mit Multiple Choice. Hogrefe.
