Schriftliche Prüfungen

Kompetenzen mit Aufgaben auf Papier oder Bildschirm prüfen

Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?

Schriftliche Prüfungen erfassen studentische Leistungen asynchron: Die Studierenden erbringen die Leistung, die zu einem späteren Zeitpunkt bewertet wird. Im Unterschied zu mündlichen oder praktischen Formaten steht bei schriftlichen Prüfungen die individuelle Auseinandersetzung mit schriftlich dargebotenen Aufgaben im Zentrum. Je nach Zielsetzung kommen Klausuren oder andere Prüfungsformen wie Hausarbeiten oder Lernjournals zum Einsatz, die sich wiederum verschiedener Formate bedienen können (z.B. verschiedene Fragetypen; open oder closed book; vor Ort, remote oder take home).

Schriftliche Prüfungen können sowohl formativ (lernbegleitend und ohne formale Bewertung) während des Semesters eingesetzt werden, oder klassisch summativ (also bewertet) durchgeführt werden. 

Neben analogen Varianten werden schriftliche Prüfungen zunehmend auch digital unterstützt oder vollständig digital durchgeführt – etwa als Online-Prüfungen mit integrierten Medien (z.B. mit iliasEXAM), als Papierprüfungen mit automatisierter Auswertung (mit evaexam) oder als formative Self-Assessments (z.B. mit ILIAS). Wichtig ist dabei, wie bei allen Formen von Prüfungen, die didaktische Kohärenz. Die zentrale Frage ist daher, ob die Prüfungsart «schriftliche Prüfung» in ihrer gewählten Form und ihrem Format geeignet ist, die zu überprüfenden Kompetenzen valide zu erfassen. Stellen Sie sich abschliessend noch die Frage «Ist das eine gute Prüfung?».

 

Welche Methode passt zu Ihrem Vorhaben?

Über die Auswahl "Zweck" lassen sich die Methoden nach formativen und summativen Prüfungen filtern; unter "Modalität" nach schriftlichen Methoden. Wenn Sie auf eine Methode klicken, öffnet sich eine Detailseite mit weiteren Informationen.

Methode Zweck Modalität Sozialform Aufwand

 

Stolperfrei durchstarten

Was kann herausfordernd sein? Was hilft in der Praxis?
Schwierigkeiten bei der Wahl der geeigneten Prüfungsform.
 
Orientieren Sie sich an den Learning Outcomes und den vorhandenen Ressourcen für Betreuung und Bewertung.
 
Es besteht Unsicherheit, ob KI-basierte Schreibtools in Prüfungen verwendet werden dürfen.

Legen Sie jeweils fest, ob und wie generative KI verwendet werden darf und kommunizieren Sie dies den Studierenden frühzeitig aktiv. Bestehen Gründe dafür, dass KI in einzelnen Fällen nicht angewendet werden darf, z.B. für eine bestimmte Prüfung, so ist dies zu begründen.

Höhere Gefahr von Betrugsversuchen, z.B. Abschreiben, Plagiat, unerlaubter Einsatz von KI.
 

Nutzen Sie Massnahmen wie Aufgabenrandomisierung, Plagiatsprüfung oder wählen Sie das Open-Book Format.


Unsicherheit im Bezug auf Plagiat bei KI-generierten Texten

Informieren Sie die Studierenden frühzeitig, dass KI-generierte Texte kein Ersatz für eigenständige Leistungen sind. Machen Sie deutlich, dass Studierende auch beim Einsatz von KI die Verantwortung für Inhalt, Richtigkeit und Kennzeichnung tragen. Definieren Sie klare Zitiervorgaben, damit Studierende den Einsatz von KI transparent und nachvollziehbar ausweisen können.

Nutzen Sie die vom Rechtsdienst der Universität Bern erarbeiteten Vorlagen, um Selbstständigkeitserklärungen an den Einsatz von KI anzupassen (siehe Ressourcen).

 

Bei schriftlichen Leistungen, insbesondere bei online durchgeführten Klausuren oder Hausarbeiten, stellt der potenzielle Einsatz von KI ein zentrales Problem für die Beurteilung der Eigenleistung dar.

Erstellen Sie vorab ein detailliertes Bewertungsraster, das z.B. Reflexion oder kritische Auseinandersetzung explizit erfasst. 

Die Qualität der Leistung von generativer KI in akademischen und professionellen Assessments hängt von der Sprache, dem fachlichen Kontext und der Art der Aufgaben ab. Arbeiten Sie daher  bereits in der Lehrveranstaltung mit Ihren Studierenden an KI-generierten Texten (z.B. mit Exampler).


Ressourcen