Single Choice

Genau eine Antwort stimmt

Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?

Single Choice Fragen bieten eine klare Struktur: Aus mehreren Antwortoptionen ist genau eine richtig bzw. die beste. Dieser Fragetyp eignet sich besonders zur Überprüfung von Faktenwissen sowie des Verständnisses zentraler Konzepte – also für die Taxonomiestufen «Kennen» und «Verstehen». Mit gut gestalteten Fallvignetten oder interpretativen Elementen (z.B. Bildern oder Grafiken in der Frage oder in Antwortoptionen) lassen sich auch höhere kognitive Anforderungen adressieren, etwa das «Anwenden» oder «Beurteilen». Single Choice Fragen lassen sich analog und digital (z.B. ILIAS, iliasEXAM, evaexam) umsetzen.

Einblicke

Einblick 1

Standortwahl bewerten: Entscheidungsaufgabe im BWL-Master

Im Masterstudiengang der BWL wird die Kompetenz «Analysieren und Bewerten von Standorten» geprüft. Dafür muss eine realitätsnahe Entscheidungsaufgabe bearbeitet werden, bei der Standorte anhand gewichteter Kriterien verglichen werden müssen. Auf Grund der hohen Teilnehmerzahl wurde ein geschlossener Fragetyp (Single Choice) gewählt. Dennoch werden höhere Denkprozesse erfordert, da für die Lösungsfindung mehrere Informationen miteinander verknüpft werden müssen. Die Formulierung der Frage ist eindeutig und die Lösung nachvollziehbar.

Einblick 2

Humanitäre Perspektiven analysieren

In der Prüfung zum Lehrmodul «Mediendidaktik und Öffentlichkeitsarbeit» im Bachelorstudium Soziale Arbeit wird Studierenden das 90‑Sekunden‑Video «If London Were Syria» vorgelegt – eine Charity‑Kampagne von Save the Children. Diese Intervention zeigt den Alltag eines britischen Mädchens, der sich binnen eines Jahres in ein Kriegsgebiet verwandelt. Die Aufgabe prüft nicht nur Beobachtungskompetenzen, sondern erfordert Analyse, Vergleich und Wertung von Gestaltungs- und Wirkungselementen – passend zur Taxonomiestufe «Beurteilen».

Prüfungsfrage

Schauen Sie sich das eingebettete Video an. Beurteilen Sie, welches zentrale rhetorische Mittel primär auf emotionale Wirkung abzielt.

A) Die kontinuierliche Kameraführung, die den Alltag des Mädchens eng begleitet und so Identifikation ermöglicht.
B) Der Kontrast zwischen dem normalen Lebensbeginn und den zunehmenden Kriegsszenen, der eine erschütternde Wendung erzeugt.
C) Der dokumentarische Stil der Inszenierung, der Authentizität und Glaubwürdigkeit suggeriert.
D) Die Musikuntermalung, die die emotionale Stimmung der Szenen intensiviert.
E) Die reduzierte Sprache und der Verzicht auf erklärende Kommentare, die Interpretationsspielraum lassen.

 

Stolperfrei durchstarten

Was kann herausfordernd sein? Was hilft in der Praxis?

Bei zu einfachen Fragen wird nur reines Auswendiglernen abgeprüft.


Wählen Sie realitätsnahe Kontexte und fordern Sie einfache Analysen oder Übertragungen.


Schwache Distraktoren können die Aufgabe zu leicht oder unfair machen.

Formulieren Sie plausible, themenverwandte und gleich strukturierte Antwortoptionen (vgl. Formulierungsregeln).

 

Ratewahrscheinlichkeit bleibt bei 20–50 % (je nach Anzahl Optionen) hoch.

 

 

Verwenden Sie möglichst fünf Antwortoptionen und vermeiden Sie triviale Inhalte.

Alternative Fragetypen

Kprim

Es müssen vier Aussagen einzeln als «richtig» oder «falsch» beurteilt werden, was differenziertere Urteile und Abwägungen erlaubt.

Wahr-Falsch

Dient der Abfrage einfacher Wissenselemente; besteht aus nur zwei Antwortoptionen, was die Ratewahrscheinlichkeit erhöht und weniger Differenzierung ermöglicht.

Long Menu (Auswahl)

Aus vorgegebenen Antwortoptionen muss eine ausgewählt werden; wird als Dropdown-Menü umgesetzt.

 

Ressourcen

Anderson, L. W., & Krathwohl, D. R. (2001). A taxonomy for learning, teaching, and assessing. Longman.

Krebs, R. (2019). Prüfen mit Multiple Choice. Hogrefe.

ZHAW Teaching Guide