Kprim
Die kontrollierte Multiple Choice
Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?
Kprim ist ein Fragetyp, bei dem vier inhaltlich zusammenhängende Aussagen einzeln bewertet werden müssen, in der Regel als «richtig» oder «falsch», «zutreffend» oder «nicht zutreffend». Dieses Format ermöglicht eine differenzierte Überprüfung von Verständnis und Wissen, ohne dass ausschliesslich auf das Erkennen einzelner Fakten zurückgegriffen werden muss. Dieser Fragetyp eignet sich besonders zur Überprüfung von Faktenwissen sowie des Verständnisses zentraler Konzepte – also für die Taxonomiestufen «Kennen» und «Verstehen». Mit gut gestalteten Fallvignetten oder interpretativen Elementen lassen sich auch höhere kognitive Anforderungen adressieren, etwa das «Anwenden» oder «Beurteilen». Kprim Fragen lassen sich analog und digital (z.B. ILIAS, iliasEXAM, evaexam) umsetzen.
Einblicke
Einblick 1
Verständnis von Geschäftsstrategien
Im Bachelorstudiengang Betriebsökonomie wird im Modul «Strategisches Management» das Verständnis der vier Wachstumsstrategien nach Ansoff geprüft. Die Studierenden müssen verschiedene Aussagen zur Marktentwicklung und Produktstrategie kritisch beurteilen. Aufgrund der klaren Trennbarkeit der Aussagen und der inhaltlichen Nähe wurde der Fragetyp Kprim gewählt.
Einblick 2
Analyse von Preiselastizität im Marketing
Im Masterstudiengang Marketing wird im Modul «Marktforschung und Konsumentenverhalten» das Konzept der Preiselastizität behandelt. Ziel ist es, die Fähigkeit zur richtigen Interpretation wirtschaftlicher Kennzahlen im Kontext von Nachfrageverhalten zu überprüfen. Der Kprim-Typ erlaubt hier eine präzise Überprüfung einzelner Aussagen.
Stolperfrei durchstarten
| Was kann herausfordernd sein? | Was hilft in der Praxis? |
|---|---|
Teilweise korrekte Gesamtantworten führen zu Frustration. |
Wenden Sie ein faires Bewertungsschema an (Teilpunkte bei 3 richtigen Antworten). |
Aussagen sind inhaltlich zu heterogen. |
Achten Sie auf einen engen thematischen Zusammenhang zwischen den vier Aussagen. |
Alternative Fragetypen
Single Choice
Aus vorgegebenen Antwortoptionen muss eine ausgewählt werden. Reduziert die kognitive Komplexität, dafür einfacher in der Auswertung.
Multiple Choice
Erlaubt die Bewertung mehrerer Aussagen gleichzeitig. Die Anzahl der richtigen Antworten ist offen.
Zuordnung
Prüft das Erkennen von Zusammenhängen. Ist eher strukturbezogen als urteilsorientiert.
Ressourcen
Literatur
Anderson, L. W., & Krathwohl, D. R. (2001). A taxonomy for learning, teaching, and assessing. Longman.
Krebs, R. (2019). Prüfen mit Multiple Choice. Hogrefe.
