Hausarbeit / Seminararbeit
Vertiefung durch wissenschaftliches Schreiben
Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?
Die Hausarbeit ist eine schriftliche, summative Prüfungsform, bei der Studierende ein Thema eigenständig unter Einhaltung wissenschaftlicher Standards bearbeiten. Sie ermöglicht die vertiefte Auseinandersetzung mit Inhalten und fördert forschendes Lernen, Argumentation sowie strukturiertes Schreiben. Hausarbeiten werden meist in Seminaren oder projektorientierten Lehrformaten eingesetzt. Idealerweise werden die Studierenden von den Dozierenden im Schreibprozess begleitet.
Aufwand: mittel bis hoch
DURCHFÜHRUNG: Betreuung mit Themenfindung, Rückmeldungen, Klärung von Fragen
NACHBEREITUNG: Korrektur, Feedback, Nutzung von Bewertungsrastern, ggf. Plagiatsprüfung
Einblicke
Summatives Prüfen
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Im Rahmen eines forschungsorientierten Seminars wählen die Studierenden eigenständig ein Thema aus dem Kurskontext, erarbeiten eine präzise Fragestellung und führen eine systematische Literaturrecherche durch, um daraus eine argumentativ aufgebaute Hausarbeit zu verfassen. | Die Methode ermöglicht Studierenden, die Schritte des wissenschaftlichen Arbeitens zu üben und ihren Umgang mit Fachliteratur zu verbessern. Dozierende erhalten gleichzeitig einen fundierten Einblick in die wissenschaftlichen Kompetenzen der Studierenden und können sie unterstützen. |
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
In anwendungsorientierten Lehrformaten (z.B. Projektseminar) dokumentieren die Studierenden, wie sie ein reales Vorhaben geplant, umgesetzt und reflektiert haben, und verknüpfen dies mit relevanter Theorie. |
Die Methode macht die Verbindung von Theorie und Praxis sichtbar und unterstützt durch die schriftliche Reflexion ein nachhaltiges Lernen der Studierenden. Dozierende erhalten gleichzeitig Einblick in Denkprozesse und können Feedback geben oder Unterstützung anbieten. |
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Am Ende eines Studienmoduls verfassen die Studierenden eine wissenschaftliche Abschlussarbeit, in der sie eine Fragestellung eigenständig entwickeln, geeignete Theorien auswählen, Daten oder Texte analysieren und zu einer schlüssigen Argumentation gelangen. | Die Methode dient den Studierenden als Nachweis ihrer wissenschaftlichen Arbeitskompetenz und ihrer Fähigkeit, komplexe Inhalte eigenständig zu bearbeiten. Dozierende erhalten eine fundierte Grundlage für die summative Leistungsbeurteilung am Studienabschluss. |
Stolperfrei durchstarten
| Was kann herausfordernd sein? | Was hilft in der Praxis? |
|---|---|
Plagiatsrisiko |
Vermitteln Sie den Studierenden das korrekte wissenschaftliche Arbeiten und sensibilisieren Sie sie bzgl. Formen und Folgen von Plagiaten. Nutzen Sie Plagiatserkennungssoftware (Turnitin) nicht nur zur Kontrolle, sondern als Lernanlass.
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| Uneinheitliche Qualität und Struktur der Arbeiten |
Erstellen Sie ein Bewertungsraster und erläutern Sie dieses im Voraus den Studierenden. |
| Schwierigkeiten bei Themenfindung und -eingrenzung |
Bieten Sie Themenvorschläge oder betreute Sprechstunden zur Eingrenzung an. |
Unsicherheit über Nutzung generativer KI |
Legen Sie klare Regeln für die Verwendung von KI fest und besprechen Sie diese mit den Studierenden. |
| Der potenzielle Einsatz von KI stellt ein zentrales Problem für die Beurteilung der Eigenleistung dar. |
Erstellen Sie vorab ein detailliertes Bewertungsraster, das z. B. Reflexion oder kritische Auseinandersetzung explizit erfasst. Arbeiten Sie bereits in der Lehrveranstaltung mit Ihren Studierenden an KI-generierten Texten (z.B. mit Exampler).
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Alternative Methoden
168-Stunden-Prüfung
Schriftliche Überprüfung komplexer kognitiver Leistungen. Ist zeitlich stärker begrenzt, weniger umfangreiche Vertiefung.
Wissenschaftsjournal
Studierende verfassen einen Zeitschriftenartikel mit wissenschaftlichem Anspruch. Fokussiert stärker auf adressatengerechtes Schreiben und verständliche Darstellung und ist weniger formell und theorielastig.
Kurz-Essay
Fordert eine eigenständige, schriftliche Auseinandersetzung mit einer fachlichen Fragestellung. Ist kürzer, fokussierter und meist auf eine prägnante Stellungnahme oder Reflexion ausgerichtet.
