Kurz-Essay

Argumentation auf den Punkt bringen

Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?

Ein Kurz-Essay ist ein kompakter, argumentativer Text, in dem Studierende in kurzer Form (ca. 300–600 Wörter) eine zentrale Fragestellung bearbeiten. Dabei geht es nicht nur um Wissensreproduktion, sondern um die strukturierte, begründete Auseinandersetzung mit einem Thema.

Kurz-Essays eignen sich zum Verarbeiten von Lehrinhalten sowie zum formativen und summativen Prüfen. Sie lassen sich analog und digital (z.B. ILIAS Übung) durchführen.

Aufwand: mittel bis hoch

 

 

VORBEREITUNG: Formulierung klarer Aufgabenstellungen, Kriterien, ggf. Bewertungsraster

NACHBEREITUNG: Korrektur und Feedback

Einblicke

Verarbeiten von Lehrinhalten

ARGUMENTATIONSTRAINING IM BLOCKKURS
Aktivität Nutzen
In einem dreitägigen Blockseminar zu verfassen die Studierenden an jedem Seminartag ein kurzes Essay zu einer vorgegebenen oder selbstgewählten These. Nach der Schreibphase tauschen sie ihre Texte in Zweiergruppen aus, lesen gegenseitig die Argumentationen und geben sich Rückmeldungen.
Die Methode fördert die Fähigkeit der Studierenden, Inhalte zu strukturieren und in eigene Worte zu fassen. Durch das Schreiben vertiefen sie ihr Verständnis und reflektieren zentrale Aspekte der Veranstaltung, was die Entwicklung argumentativer Schreibkompetenz unterstützt.

Formatives Prüfen

SCHREIBAUFGABEN ZUR LERNSTANDSERHEBUNG
Aktivität Nutzen
In einem Masterseminar verfassen die Studierenden am Ende jedes Themenblocks ein Kurz-Essay. Darin beziehen sie Stellung zu einer Leitfrage und begründen ihre Position mit Bezug auf diskutierte Theorien und Texte. Die Essays werden eingesammelt und von der Lehrperson mit kurzen Kommentaren versehen. In der nächsten Sitzung werden typische Stärken und Schwächen anonymisiert besprochen. Die Methode gibt Dozierenden und Studierenden Orientierung über den aktuellen Wissens- und Kompetenzstand. Sie macht Verständnisprobleme und Argumentationsmuster sichtbar, fördert vertieftes Schreiben und regt Studierende zur Selbstkorrektur an.

Summatives Prüfen

ESSAY ALS TEILLEISTUNG
Aktivität Nutzen
Im Rahmen einer schriftlichen Prüfung beantworten die Studierenden eine offene Leitfrage in Form eines argumentativen Kurz-Essays. Die Methode ermöglicht eine fundierte Bewertung der Reflexions- und Transferleistung der Studierenden. Sie zeigt, inwieweit Inhalte verstanden, eigenständig verarbeitet und sachgerecht argumentativ dargestellt werden können.

 

Stolperfrei durchstarten

Was kann herausfordernd sein? Was hilft in der Praxis?
Hoher Korrekturaufwand 

Nutzen Sie Peer-Feedback und standardisierte Bewertungsraster (vgl. Leistungsbewertung).

 

Unterschiedliches Niveau der Kurz-Essays.

Stellen Sie Beispiele guter und weniger gelungener Essays als Exampler anonymisiert bereit. Machen Sie Ihre Bewertungskriterien transparent.

  

Gefahr oberflächlicher Bearbeitung durch die Studierenden.

Gestalten Sie die Themenwahl so, dass Transfer, Reflexion oder begründete Positionen gefragt sind. Formulieren Sie keine reinen Reproduktionsaufgaben.

Oberflächliche oder zu knappe Rückmeldungen bei Peer-Feedback

 

Erstellen Sie einen Feedbackleitfaden, z.B. mit Fokus auf Argumentation, Struktur und Verständlichkeit. Besprechen Sie ein Feedback beispielhaft.

Alternative Methoden

One-Minute-Paper

Regt zur schriftlichen Reflexion über zentrale Inhalte an und ist spontaner, kürzer und weniger argumentativ.

Begründetes Keyword

Fordert eine schriftliche, begründete Auseinandersetzung mit einem zentralen Aspekt und ist deutlich kürzer und fokussierter.

Wissenschaftsjournal

Erfordert das schriftliche Aufbereiten und Argumentieren von Fachinhalten für ein Publikum. Es ist länger sowie stärker auf Lesefreundlichkeit und Popularisierung ausgerichtet.

 

 

Ressourcen