Wissenschaftsjournal
Schreibpraxis im fiktiven Wissenschaftsmagazin
Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?
Studierende schreiben einen wissenschaftlichen Artikel für eine fiktive Fachzeitschrift. Sie schlüpfen in die Rolle von Autor*innen und wenden ihr Wissen kreativ an, um ein Forschungsthema verständlich, fachgerecht und adressatengerecht aufzubereiten. Die Aufgabe kann als Einzel- oder Gruppenarbeit gestaltet werden und eignet sich sowohl als formative als auch als summative Prüfungsform.
Das Wissenschaftsjournal kann analog und digital (z.B. mit einer ILIAS Übung oder einem ILIAS Test) eingereicht werden.
Aufwand: mittel bis hoch
VORBEREITUNG: klare Kriterien, Beispiele bereitstellen
DURCHFÜHRUNG: Schreibprozess begleiten
NACHBEREITUNG: Korrektur, Feedback
Einblicke
Formatives Prüfen
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Zu Beginn des Seminars erarbeiten die Studierenden gemeinsam einen Überblick über das Kursthema. Als Hausaufgabe formulieren sie dazu eine eigene Fragestellung und eine Einleitung für ihren Artikel. Im weiteren Verlauf vertiefen sie das Thema im Seminar, nutzen neue Erkenntnisse für den Hauptteil und schliessen nach der letzten Sitzung mit einem Fazit ab. | Der Artikel verbindet die Seminararbeit direkt mit der schriftlichen Vertiefung und sorgt für inhaltliche Kohärenz zwischen Lernprozess und Textentwicklung. Studierende strukturieren ihr Wissen schrittweise, verknüpfen Gelerntes mit eigener Fragestellung und reflektieren ihre Argumentation über das gesamte Seminar hinweg. |
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Die Artikelentwürfe werden in der zweiten Hälfte des Semesters verfasst, nachdem die thematische Vertiefung im Seminar abgeschlossen ist. Eine Sitzung wird für das Peer-Review reserviert: Studierende lesen gegenseitig ihre Texte, geben Feedback zu Struktur, Argumentation und Verständlichkeit und besprechen ausgewählte Beispiele im Plenum. Anschliessend überarbeiten sie ihre Artikel zu Hause. | Es wird eine strukturierte Feedbackphase in den Kurs eingebunden, um die Überarbeitung der Artikel zu unterstützen. Studierende lernen, wissenschaftliche Texte kritisch zu beurteilen, Feedback umzusetzen und Qualitätsmerkmale guter Argumentation zu erkennen. |
Summatives Prüfen
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
Die Aufgabenstellung wird als «Take-Home-Exam» (z.B. 168-Stunden-Prüfung) umgesetzt: Studierende verfassen einen Zeitschriftenartikel zu einer spezifischen Fragestellung und reichen diesen ein. |
Die zeitliche Flexibilität und die praxisorientierte Bearbeitung unterstützen nachhaltiges Lernen und ermöglichen eine authentische Leistungsüberprüfung, bei der komplexe Inhalte selbstständig und strukturiert dargestellt werden müssen. |
Stolperfrei durchstarten
| Was kann herausfordernd sein? | Was hilft in der Praxis? |
|---|---|
| Studierende sind mit dem Format «wissenschaftlicher Zeitschriftenartikel» zu wenig vertraut. |
Analysieren Sie zu Beginn ein authentisches Beispiel (z.B. aus einer Open-Access-Zeitschrift) gemeinsam. |
| Fokus wird zu stark auf formale Kriterien gelegt. Dadurch leidet die inhaltliche Tiefe. |
Definieren und kommunizieren Sie klare Bewertungskriterien (vgl. Leistungsbewertung).
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| Studierende produzieren Plagiate. |
Nutzen Sie Plagiatserkennungssoftware (Turnitin).
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| Ungleiche Voraussetzungen bei Schreibkompetenz und Vorwissen. |
Bieten Sie an, den Schreibprozess zu begleiten oder bauen Sie Peer-Feedback ein. |
| Hoher Korrekturaufwand bei grossen Gruppen. |
Lassen Sie die Artikel als Gruppenarbeit anlegen. |
Alternative Methoden
Hausarbeit / Seminararbeit
Erfordert eine schriftliche, strukturierte Ausarbeitung zu einem wissenschaftlichen Thema. Ist formeller, länger und stärker theoriebasiert.
(Poster-)Präsentation
Verlangt eine strukturierte Aufbereitung komplexer Inhalte für ein fachlich interessiertes Publikum. Ist visuell und mündlich orientiert mit Fokus auf Kernbotschaften.
One-Minute-Paper
Fördert Reflexion und Verdichtung von Inhalten und ist sehr kurz, spontan und rein formativer Natur.
