168-Stunden-Prüfung
Eine Woche Zeit für offene Prüfungsaufgaben
Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?
Die 168-Stunden-Prüfung ist eine schriftliche Prüfungsform, bei der die Studierenden eine Woche (168 Stunden) Zeit haben, um einen oder mehrere komplexe Prüfungsaufträge zu bearbeiten – in Papierform oder digital (z.B. via ILIAS). Während dieser Woche dürfen alle Ressourcen open-book genutzt werden, z.B. Literatur, Internet, Software. Die Aufgaben sind typischerweise nicht mit vorgegebenen Antworten (offen) gestaltet.
Aufwand: mittel bis hoch
VORBEREITUNG
Entwicklung komplexer, offener Aufgabenstellungen, transparente Kriterien, Plagiatsvorsorge
NACHBEREITUNG
Korrektur und Feedback
Einblicke
Formatives Prüfen
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Studierende bearbeiten eine praxisbezogene Aufgabenstellung mit Hilfe theoretischer Konzepte. Die Ausarbeitung (2–3 Seiten) wird kommentiert zurückgegeben, aber nicht benotet. | Die Methode unterstützt Studierende dabei, zentrale Theorien auf reale Kontexte anzuwenden und ihre Analysefähigkeit, Theorienutzung sowie Argumentationslogik zu überprüfen. Individuelle Rückmeldungen geben gezielt Auskunft über fachliche Stärken und Entwicklungsfelder, insbesondere vor summativen Prüfungen. Gleichzeitig erhalten Dozierende eine Grundlage für eine adaptive und bedarfsgerechte Unterstützung. |
Summatives Prüfen
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
Studierende verfassen eine ausführliche schriftliche Analyse oder Lösung zu einer komplexen Frage, recherchieren eigenständig, strukturieren Inhalte und argumentieren fundiert. |
Die Methode fördert bei Studierenden eigenständiges wissenschaftliches Arbeiten und ein vertieftes Verständnis der Inhalte statt reinem Auswendiglernen. Sie unterstützt Dozierende dabei, die Qualität der Arbeiten zu steigern, da diese häufig reflektierter und fundierter sind, und bietet Studierenden zugleich einen geeigneten Einstieg ins wissenschaftliche Schreiben. |
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
Studierende erarbeiten eine Lösung zu einer realen Fragestellung, dokumentieren ihre Überlegungen und erstellen ein Ergebnisprodukt. |
Die Methode ermöglicht Studierenden eine realistische und praxisnahe Leistungsüberprüfung, bei der sie Wissen anwenden, kreative Lösungswege entwickeln und ihre Problemlösekompetenz zeigen. Sie fördert selbstständiges Zeitmanagement und macht individuelle Lernstrategien sowie Arbeitsprozesse sichtbar. Dozierende erhalten gleichzeitig wertvolle Einblicke in den Umgang der Studierenden mit komplexen Aufgaben und können ihre Unterstützung gezielt anpassen. |
Stolperfrei durchstarten
| Was kann herausfordernd sein? | Was hilft in der Praxis? |
|---|---|
| Einzelne Lehrinhalte werden in der Prüfung überbetont oder vergessen. |
Listen und gewichten Sie vorab alle relevanten Themen. Nutzen Sie Chatbots unterstützend, um die Punkteverteilung nachvollziehbar zu strukturieren oder Plausibilitäten zu prüfen. |
| Leichte Themen oder einfache Aufgaben erhalten zu viele Punkte. |
Überprüfen Sie die Gewichtung jeder Aufgabe im Verhältnis zur Kompetenzstufe und Relevanz des Inhalts; variieren Sie ggf. die Anzahl der Prüfungsfragen pro Thema und Kompetenzstufe |
| Die Zeit wird zu knapp oder zu grosszügig angesetzt. |
Nutzen Sie den Blueprint, um den Zeitbedarf pro Aufgabe zu planen. Kalkulieren Sie für Aufgaben mit höherer Taxonomiestufe und stärkerer Gewichtung mehr Zeit ein. |
| Eine objektive Einschätzung der Gewichtung und Taxonomisierung Ihrer Inhalte ist durch die grosse inhaltliche Nähe zum Thema erschwert. |
Nutzen Sie das Angebot des VRL und lassen Sie sich zu Ihrer Prüfung beraten. |
Alternative Methoden
Hausarbeit / Seminararbeit
Erfordert eine schriftliche, strukturierte Ausarbeitung zu einem wissenschaftlichen Thema. Ist formeller, länger und stärker theoriebasiert.
Kurz-Essay
Studierende bearbeiten eine klar umrissene Fragestellung schriftlich. Essays sind meist kürzer, formativer und stärker auf Reflexion oder Positionierung angelegt.
Falllösung
Theoretisches Wissen wird auf eine konkrete Problemsituation angewandt. Die Falllösungen sind oft kürzer, stärker strukturiert und stärker praxis- als reflexionsorientiert.
