Falllösung

Authentische Herausforderungen bewältigen

Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?

Die Falllösung fordert Studierende dazu auf, komplexe, realitätsnahe Problemsituationen eigenständig zu analysieren, zu strukturieren und zu lösen. Im Zentrum stehen die Anwendung von Wissen und die Entwicklung von Handlungskompetenz anhand authentischer Aufgabenstellungen – typischerweise mit einem klaren Bezug zur beruflichen oder wissenschaftlichen Praxis.

Die Fallösung kann sich auf ein Fallbeispiel, ethisches Dilemma oder ein eigenes Projekt beziehen und eignet sich für formative und summative Prüfungen – sowohl mündlich als auch schriftlich.

Aufwand: mittel bis hoch

VORBEREITUNG: Auswahl bzw. Konstruktion geeigneter Fälle, Formulierung von Leitfragen, ggf. Bereitstellung von Materialien oder Templates

DURCHFÜHRUNG: Moderation von Diskussionen, ggf. Prüfungsgespräch

NACHBEREITUNG: Korrektur, Feedback

Einblicke

Formatives Prüfen

GRUPPENARBEIT ZU ETHISCHEM DILEMMA
Aktivität Nutzen
Die Lehrperson stellt ein reales oder fiktives ethisches Dilemma (z.B. Datenschutz vs. Forschungsfreiheit) vor. Studierende analysieren den Fall in Gruppen, erarbeiten Pro- und Kontra-Argumente und präsentieren diese im Plenum. Die Methode unterstützt Studierende dabei, komplexe ethische Fragestellungen strukturiert und differenziert zu analysieren. Sie fördert argumentatives Denken, Entscheidungsfähigkeit und praxisorientiertes Handeln. Durch Rückmeldungen von Peers und Dozierenden erhalten die Studierenden direkte Orientierung und vertiefen ihre Urteilsbildung.

Summatives Prüfen

SCHRIFTLICHE FALLANALYSE MIT DOKUMENTATION
Aktivität Nutzen
Studierende erhalten ein realitätsnahes Fallbeispiel. Sie analysieren dieses in mehreren Schritten, dokumentieren ihr Vorgehen, begründen Entscheidungen und reflektieren alternative Wege. Die Methode macht Denkprozesse transparent und ermöglicht Dozierenden, nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Herleitung und mögliche Denkfehler der Studierenden nachzuvollziehen. Sie unterstützt die Analyse analytischer und vernetzter Denkfähigkeiten.
MÜNDLICHE FALLANALYSE
Aktivität Nutzen
Studierende bearbeiten im Prüfungsgespräch eine Fallvignette (z.B. rechtlicher Entscheidungsfall, klinische Situation, betriebliche Herausforderung) und erläutern schrittweise ihr Vorgehen, ihre Argumentation und die gewählte Lösung. Die Methode ermöglicht eine differenzierte Beurteilung des Fachverständnisses, der Argumentationskompetenz und der Kommunikationsfähigkeit. Dozierende können durch situativ angepasstes Nachfragen vertiefte Einblicke in die Analyse- und Urteilsfähigkeit der Studierenden gewinnen.

 

Stolperfrei durchstarten

Was kann herausfordernd sein? Was hilft in der Praxis?
Die Dokumentation kann sehr ausführlich und unübersichtlich werden.

Klare Vorgaben zum Umfang und zur Struktur geben (z.B. Leitfragen, Templates oder Checklisten bereitstellen).

Nicht alle Studierenden reflektieren den Prozess ehrlich (Tendenz zur «Schönschreibung»).

Reflexionsfragen stellen, die auch Misserfolge und Umwege wertschätzen. Peer-Feedback als Anreiz zur ehrlichen Dokumentation nutzen.
 
Korrekturaufwand kann steigen, wenn viele Studierende sehr umfangreiche Berichte abgeben.

Bewertung mit Rubriken, Feedback zu ausgewählten Prozessschritten (z.B. Fokus auf Problemanalyse, Entscheidungskriterien, Reflexion).

Alternative Methoden

Rollenspiel

Eine Fall- oder Problemsituation wird aktiv bearbeitet und bewertet; fokussiert auf Interaktion, Perspektivenübernahme und kommunikative Handlungskompetenz.

Objective Structured Clinical Examination (OSCE)

Verlangt Fallbearbeitung mit mündlicher Leistungserbringung und ist stationsbasiert, standardisiert und stärker handlungsorientiert.

Strukturlegetechnik

Fordert systematische Bearbeitung und Strukturierung komplexer Zusammenhänge und wird visuell-analytisch durch das Anordnen und Verknüpfen von Elementen erarbeitet.

 

 

Ressourcen