OSCE
Objective Structured Clinical Examination
Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?
Die Objective Structured Clinical Examination (OSCE) ist ein strukturiertes Format für praktische Prüfungen, die ursprünglich aus der medizinischen Ausbildung stammt. Studierende durchlaufen verschiedene Stationen, an denen sie praktische Aufgaben unter Zeitvorgabe lösen. Dabei werden insbesondere klinische oder handlungsorientierte Kompetenzen realitätsnah und standardisiert geprüft.
Aufwand: hoch
VORBEREITUNG: Szenarien, Materialien, Schauspielpersonen, Bewertungsraster
DURCHFÜHRUNG: Prüfaufsicht pro Station
NACHBEREITUNG: Auswertung und Benotung
Einblicke
Summatives Prüfen
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Studierende führen Gespräche mit Schauspielpatient*innen oder simulieren Beratungs- und Diagnosegespräche. | Die Methode bietet eine realitätsnahe Übungssituation, in der kommunikative, diagnostische und methodische Kompetenzen trainiert werden. Durch sofortige Rückmeldungen wird die Vorbereitungssicherheit der Studierenden für die berufliche Praxis erhöht. |
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Studierende führen vorgegebene manuelle oder technische Abläufe durch (z. B. Blutdruck messen, Geräte bedienen). | Die Methode ermöglicht eine objektive und nachvollziehbare Bewertung der anwendungsbezogenen Handlungskompetenz. Sie schafft Transparenz über den individuellen Fertigkeitsstand der Studierenden und liefert Dozierenden eine klare Grundlage für die Beurteilung. |
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Studierende analysieren Fallvignetten (z.B. mit Anamnesebogen, EKG-Ausdruck und kurze Angaben zur Vorgeschichte), und treffen unter Zeitdruck begründete Entscheidungen (z.B. über eine stationäre Einweisung). | Die Methode fördert diagnostisches Denken und zeigt, ob Studierende unter Zeitdruck praxisrelevante Informationen erkennen, priorisieren und fundierte Entscheidungen treffen. Sie zeigt, wie Studierende komplexe Situationen strukturieren. |
Stolperfrei durchstarten
| Was kann herausfordernd sein? | Was hilft in der Praxis? |
|---|---|
| Aufwendige Planung: Szenarien, Material, Schauspielpersonen und Bewertungskriterien müssen exakt vorbereitet werden. |
Bereiten Sie Stationen standardisiert vor; nutzen Sie Checklisten und Bewertungsraster (vgl. Leistungsbewertung).
|
| Hoher Personalbedarf: Pro Station ist oft eine prüfende Person notwendig. |
Setzen Sie Peer-Assessments bei einfachen Aufgaben oder digitale OSCE-Elemente (Videoanalyse) ein. |
| Stresslevel für Studierende: Prüfungsdruck kann die Leistung verzerren. |
Führen Sie vorab Übungs-OSCEs durch, um Vertrautheit mit Format und Abläufen zu fördern. |
| Schwierige Bewertung komplexer kommunikativer oder sozialer Kompetenzen. |
Nutzen Sie verbindliche Bewertungsrichtlinien (vgl. Leistungsbewertung). |
Alternative Methoden
Rollenspiel
Prüft kommunikative, soziale und berufspraktische Kompetenzen in simulierten Situationen und ist eher gruppenbasiert und offen – nicht individualisiert.
Fragekarten
Vorgegebene Themen oder Fälle werden strukturiert und vergleichbar mündlich geprüft. Die Prüfung erfolgt somit selektiver und weniger prozessorientiert.
Strukturlegetechnik
Prüft inhaltliches Verständnis und Begründungsfähigkeit zu einem Thema. Der Fokus liegt auf der visuellen Strukturierung und der Reflexion von Zusammenhängen.
