Fragekarten
Diskussion durch Zufallsfrage
Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?
Fragekarten dienen als strukturierendes Element für mündliche Auseinandersetzungen: Auf den Karten stehen Fragen, die zur Reflexion und Diskussion genutzt werden können – einzeln, in Gruppen oder in Prüfungsgesprächen.
Fragekarten können analog oder digital (z.B. mit dem Zoom Whiteboard) umgesetzt werden.
Aufwand: mittel
VORBEREITUNG: Formulierung guter, offener Fragen, Organisation der Gesprächssituation
DURCHFÜHRUNG: Gespräche, inkl. kurzer Vorbereitungsphase
NACHBEREITUNG: ggf. Feedback und/oder Bewertung
Einblicke
Verarbeiten von Lehrinhalten
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Nach einer Inputphase erhalten die Studierenden vorbereitete Fragekarten mit Verständnis- und Transferfragen zur Theorie. Sie diskutieren ihre Antworten zunächst in Tandems, vergleichen Argumente und formulieren eine gemeinsame Antwort, bevor im Plenum ausgewählte Karten besprochen werden. | Die Methode fördert die aktive Verarbeitung von Theorien durch sprachliches Auseinandersetzen und Perspektivenwechsel. Lehrende erhalten ein authentisches Bild, wie gut die Inhalte in eigene Worte und Kontexte übertragen werden können. |
Formatives Prüfen
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Gegen Ende eines Themenblocks bilden die Studierenden Kleingruppen von drei bis vier Personen. Jede Gruppe zieht eine Fragekarte mit Verständnis- oder Anwendungsfragen aus dem bisherigen Stoff. Eine Person antwortet spontan, die anderen ergänzen, korrigieren oder geben Feedback zur Argumentation. Die Lehrperson hört stichprobenartig zu, klärt bei Bedarf auf und sammelt typische Unsicherheiten für die nächste Sitzung. | Die Methode liefert Dozierenden und Studierenden Hinweise auf bestehende Verständnislücken. Durch Peer-Feedback erleben Studierende das mündliche Prüfen als kollegiales Lernsetting statt als Drucksituation. |
Summatives Prüfen
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Bei der mündlichen Prüfung ziehen die Studierenden eine oder mehrere Karten mit Prüfungsfragen. Sie bereiten sich kurz vor und beantworten die gezogene(n) Frage(n) dann mündlich. | Die Methode sorgt für Struktur und Transparenz in mündlichen Prüfungen und schafft faire Bedingungen für alle Beteiligten. Sie unterstützt Dozierende bei einer konsistenten Durchführung. |
Stolperfrei durchstarten
| Was kann herausfordernd sein? | Was hilft in der Praxis? |
|---|---|
| Unterschiedliches Niveau der gezogenen Fragen. |
Gruppieren Sie Fragen vorher in Niveau-Stufen, lassen Sie z.B. je eine einfache und eine anspruchsvolle Karte ziehen. |
| Nervosität/Blackout durch die «Zufallskomponente» bei den Studierenden. |
Räumen Sie Vorbereitungszeit ein (z.B. zwei Minuten für das Verfassen von Notizen). |
| Gefahr oberflächlicher Antworten |
Formulieren Sie Fragen offen und kompetenzorientiert («Erklären Sie…», «Wenden Sie an…»). |
| Unklare Bewertungskriterien |
Legen Sie klare Kriterien fest, z.B. Strukturlogik, Begründungstiefe, Fachsprache (vgl. Leistungsbewertung).
|
Alternative Methoden
Strukturlegetechnik
Macht Denkprozesse sichtbar und fordert das verbale Begründen von Fachinhalten ein. Sie legt den Fokus auf Beziehungen und visuelle Ordnung.
Concept Map
Fordert eine strukturierte Auseinandersetzung mit Inhalten und macht Verständnis sichtbar. Sie ist visuell und beziehungsorientiert.
Begründetes Keyword
Fordert eine fokussierte Auseinandersetzung mit einem zentralen Inhalt. Es ist meist schriftlich, verdichtend und reflexiv – nicht dialogisch und reaktiv.
