Strukturlegetechnik

Zusammenhänge visuell erläutern

Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?

Die Methode «Strukturlegetechnik» verbindet Visualisierung, Strukturierung und Reflexion. Studierende ordnen Karten mit Begriffen oder Aussagen auf einer Fläche an und erläutern ihre Beziehungen im Dialog. So wird sichtbar, wie Studierende Inhalte verstehen, verknüpfen und begründen.

Die Technik ist geeignet für Verarbeitungssequenzen sowie formative und summative Prüfungen und kann sowohl analog als auch digital (z.B. Zoom Whiteboard) durchgeführt werden.

Aufwand: mittel bis hoch

VORBEREITUNG: Entwicklung geeigneter Kartensets, Definition klarer Aufgabenstellungen und Bewertungskriterien

DURCHFÜHRUNG: Begleitung und Moderation von Gruppenprozessen, Nachfragen, Feedback

NACHBEREITUNG: Bewertung, ggf. individuelle Rückmeldungen

Einblicke

Verarbeiten von Lehrinhalten

VISUELLER THEMENRÜCKBLICK
Aktivität Nutzen
Nach Abschluss eines Themenblocks erhalten die Studierenden eine kurze Fallbeschreibung. Ergänzend stellt die Lehrperson ein Set vorbereiteter Karten zur Verfügung – mit zentralen Begriffen, Konzepten oder Akteuren aus dem vorangegangenen Input. Die Studierenden legen in Kleingruppen eine sinnvolle Struktur und diskutieren Zusammenhänge und Wechselwirkungen. Die Methode unterstützt Studierende dabei, das Gelernte auf konkrete Kontexte anzuwenden. Sie verarbeiten die Inhalte aktiv, ohne sich auf das Erinnern von Fachbegriffen konzentrieren zu müssen.

Formatives Prüfen

KARTENLEGEN ALS ZWISCHENBILANZ
Aktivität Nutzen

In der Mitte des Semesters stellt die Lehrperson ein vorbereitetes Set an Begriffskarten digital auf einem Zoom Whiteboard zur Verfügung. In kleinen Gruppen erarbeiten die Studierenden gemeinsam eine Struktur. Anschliessend präsentieren sie ihre Struktur im Plenum und erläutern die Verbindungen und Begründungen.

Die Methode gibt Dozierenden Einblick in die Denkprozesse und Argumentationsstrukturen der Studierenden. Sie ermöglicht frühzeitiges Feedback zu Verständnis und Transferfähigkeit und fördert den Austausch über unterschiedliche Lösungswege.

Summatives Prüfen 

ARGUMENTIEREN AUF GEMEINSAMER BASIS
Aktivität Nutzen
In einer mündlichen Paar-Prüfung erhalten die Studierenden eine Aufgabenstellung sowie ein vorgegebenes Set an Karten, welche thematische Kategorien, Ursachen, Konsequenzen oder Argumente abbilden. Nach einer kurzen Vorbereitungszeit legen sie die Karten in eine logische Struktur und erläutern ihre Anordnung im Prüfungsgespräch.  Die Methode prüft das Verständnis von Zusammenhängen und die argumentative Kohärenz. Durch die vorgegebenen Karten wird sichergestellt, dass alle dieselben Ausgangspunkte haben. Die Lehrperson kann nachvollziehen, wie gut die Studierenden Inhalte vernetzen und begründen können.

 

Stolperfrei durchstarten

Was kann herausfordernd sein? Was hilft in der Praxis?
Studierende sind ungeübt im mündlichen Argumentieren.

Arbeiten Sie vorab mit Übungssettings in kleinen Gruppen. 

Gefahr der Überforderung der Studierenden durch zu komplexe Kartensätze.

Begrenzen Sie die Kartenanzahl auf maximal 10–15 Karten. Je kürzer die Vorbereitungs- und Prüfungszeit, desto weniger Karten sollten eingesetzt werden.

Unklare Bewertungskriterien

Legen Sie klare Kriterien fest, z.B. Strukturlogik, Begründungstiefe, Fachsprache (vgl. Leistungsbewertung).


Alternative Methoden

Fragekarten

Regt zu strukturierter Argumentation und mündlichem Austausch an. Sie sind linear und impulsbasiert - kein offenes, räumliches Anordnen von Inhalten.

Concept Map

Macht Beziehungen zwischen Begriffen sichtbar. Sie erlaubt eine umfassendere Darstellung komplexer Begriffsnetze und ist weniger gerahmt und begrenzt.

Begründetes Keyword

Macht Denkprozesse sichtbar und fordert Studierende auf, Inhalte zu verknüpfen und zu begründen. Fokussiert auf die argumentative Zuspitzung eines einzelnen Kerns.

 

 

Ressourcen