Reflexionsrunde

Offener Denkraum im Lernprozess

Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?

Eine Reflexionsrunde ist eine kurze, klar strukturierte Austauschphase, in der Studierende während oder nach einer Lehrsequenz Gedanken, Erkenntnisse oder offene Fragen teilen. Sie schafft bewusste Pausen im Lernprozess, in denen Erfahrungen eingeordnet und Perspektiven sichtbar werden.

Als Methode zum Verarbeiten von Lehrinhalten und zum formativen Prüfen eignet sich die Reflexionsrunde besonders, weil sie zeigt, wie Studierende Inhalte verstehen, verknüpfen und weiterdenken.

Aufwand: niedrig bis mittel

VORBEREITUNG: Leitfragen oder Satzanfänge müssen klar formuliert werden

DURCHFÜHRUNG: Moderation, Strukturierung und Dokumentation

NACHBEREITUNG: evtl. Auswertung der Rückmeldungen

Einblicke

Verarbeiten von Lehrinhalten

PRAXISVERKNÜPFUNG DURCH REFLEXION
Aktivität Nutzen
Nach einer Exkursion oder Praxisphase halten die Studierenden einzeln schriftlich fest, welches theoretische Konzept oder welche Erkenntnis aus dem Kurs sie in einer konkreten Situation wiedererkannt oder angewendet haben. In einer anschliessenden Kleingruppenrunde werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Übertragungsversuchen diskutiert. Die Studierenden verknüpfen Fachinhalte bewusst mit eigenen Erfahrungen und realen Anwendungskontexten. Dadurch werden theoretische Konzepte nicht nur erinnert, sondern aktiv gedeutet und in den persönlichen Wissensbestand integriert. Dozierende erhalten Einblick, wie gut die Inhalte übertragen werden können, und können den Praxisbezug vertiefen.
SEMESTER IM RÜCKBLICK
Aktivität Nutzen
Am Ende des Semesters beantworten die Studierenden mündlich im Plenum ausgewählte Leitfragen, z.B. «Was war ein Aha-Moment?», «Wo sehe ich den grössten Lernzuwachs?», «Welche Theorie möchte ich vertiefen – und warum?».  Die Methode stärkt das Behalten der Inhalte, indem Studierende durch bewusste Rückschau ihre Lernprozesse reflektieren und verarbeiten. Dozierende erhalten wertvolles Feedback zum Verlauf der Veranstaltung und können zukünftige Lehrsequenzen anpassen.

Formatives Prüfen

VERSTANDEN ODER VERWIRRT?
Aktivität Nutzen
In einer moderierten Gruppenphase notieren die Studierenden zunächst individuell ein theoretisches Konzept aus dem bisherigen Semester, das sie besonders nachvollziehbar, unklar oder widersprüchlich fanden. In Kleingruppen besprechen sie, warum gerade dieses Konzept heraussticht, und bereiten eine kurze Aussage dazu vor («Was ich verstanden / nicht verstanden habe», «Warum dieses Konzept wichtig ist / irritiert»). Diese Statements werden im Plenum vorgestellt und von der Lehrperson sichtbar gesammelt. Die Methode bringt sowohl Verständnisfortschritte als auch Unsicherheiten explizit zur Sprache. Studierende üben sich darin, Konzepte zu bewerten, miteinander zu vergleichen und in eigenen Worten zu erklären. Lehrende erhalten ein Bild vom Lernstand und können durch Wiederholungen oder Vertiefungen nachsteuern.

 

Stolperfrei durchstarten

Was kann herausfordernd sein? Was hilft in der Praxis?
Reflexionsrunden verlaufen oberflächlich.

Setzen Sie konkrete Leitfragen oder Satzanfänge wie «Heute habe ich verstanden, dass …» ein.

Nicht alle Studierenden beteiligen sich aktiv.

Führen Sie die Reflexion schriftlich oder in kleinen Gruppen durch.
 
Zeitdruck am Ende der Sitzung.

Kündigen Sie die Methode vorab an und reservieren Sie bewusst Zeit.

Nur wenige Rückmeldungen oder Klagen.

Fördern Sie Offenheit: fördern durch klaren Rahmen, freiwillig, wertschätzend, keine Diskussionen.

Alternative Methoden

One-Minute-Paper

Es dient der spontanen Rückschau auf Gelerntes, wird schriftlich und individuell durchgeführt. Es erfolgt keine gemeinsame Auswertung oder Diskussion im Plenum.

RSQC2

Strukturiert die Reflexion über Inhalte, Fragen und Anschlussfähigkeit. Ist formaler und umfangreicher, eignet sich besonders für schriftliche Zwischenauswertungen statt mündlicher Gesprächsrunden.

Blitzlicht

Ermöglicht einen strukturierten mündlichen Rückblick, ist kürzer und impulsartiger.

 

 

Ressourcen