Microlearning

Wissen in kleinen Einheiten

Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?

Microlearning bezeichnet das Lernen in kurzen, in sich geschlossenen Lerneinheiten (auch Learning Nuggets genannt), die meist digital verfügbar sind. Sie dauern typischerweise 2–10 Minuten und fokussieren auf eine konkrete Kompetenz oder ein klar umrissenes Thema. Microlearning eignet sich besonders gut für das begleitete oder eigenverantwortliche Selbstlernen (vgl. Selbstlernkurse), da die Lerneinheiten flexibel abrufbar und unabhängig vom Veranstaltungsrhythmus einsetzbar sind. 

Didaktisch unterstützt Microlearning durch seine Modularität kognitives Verstehen und langfristiges Behalten von Lerninhalten. Der Mehrwert liegt insbesondere im Wiederholen und Vorbereiten von Faktenwissen, beim Verständnis zentraler Begriffe und in der Anwendung einfacher Verfahren. 

Einblicke

Einblick 1

Grundlagen im Mini-Format

Im Bachelor-Vorkurs «Statistik und empirische Sozialforschung» erhalten Erstsemester wöchentlich ein 5-minütiges Lernmodul via ILIAS. Themen wie «Stichprobe» oder «Standardabweichung» werden durch kurze Erklärvideos, Lückentexte und Quizfragen vermittelt. Ziel ist es, vorbereitend ein gemeinsames Begriffsverständnis herzustellen – besonders wichtig angesichts heterogener Vorkenntnisse.  

Einblick 2

Begriffe sichern zwischen Blockterminen

In der Masterveranstaltung «Einführung in die Rechtssoziologie» nutzen Studierende zwischen zwei Blockterminen ein Microlearning-Modul zur Wiederholung zentraler Konzepte («Norm», «Legitimität» etc.). Ein digitales Glossar und ein Quiz helfen, das Begriffsverständnis zu festigen und sorgen für den gezielten Aufbau terminologischer Sicherheit in kurzer Zeit.

 

Stolperfrei durchstarten

Was kann herausfordernd sein? Was hilft in der Praxis?
Microlearning ersetzt keine tiefgehende Auseinandersetzung.

Definieren Sie klare, realistische Ziele: Was soll in den 2-10 Minuten gelernt werden? Verwenden Sie für eine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Lerninhalt andere Vermittlungsmethoden.

Gefahr der Fragmentierung der Lehrinhalte bei fehlender Einbettung.

Betten Sie Micro-Module in übergeordnete Lerneinheiten ein. 

Nicht alle Inhalte lassen sich sinnvoll reduzieren.

Wählen Sie Inhalte für Microlearning bewusst aus: Fakten, Begriffsdefinitionen, einfache Verfahren.

Technische Barrieren und geringe Nutzungsmotivation.

Setzen Sie auf niederschwellige, mobile Formate (z. B. Videos, Quizzes). 

 

Ressourcen

Hug, T. (Hrsg.). (2007). Didactics of Microlearning: Concepts, Discourses and Examples. Waxmann.

  • Einleitung „Microlearning: A New Pedagogical Challenge“ und die Fallbeispiele: Bieten theoretische Grundlagen und konkrete Praxisbeispiele zur Anwendung von Microlearning.