Onlinelehre
Digitale Lernräume didaktisch gestalten
Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?
Online-Lehre bezeichnet die Gestaltung und Durchführung von Lehrveranstaltungen mithilfe digitaler Medien. Dabei kommen sowohl synchrone (z. B. Zoom-Meetings) als auch asynchrone Formate (z. B. Lehrvideos, Selbstlernkurse) zum Einsatz. Die Universität Bern ist eine Präsenzuniversität. Daher werden Online- und Präsenzlehre verschränkt. Reine Online-Veranstaltungen sind u.a. im Rahmen von ENLIGHT Lehrangeboten in Kooperation mit anderen Universitäten möglich.
Die Potenziale der Online-Lehre liegen in der Flexibilisierung des Lernens, der Förderung selbstgesteuerter Lernprozesse und der Individualisierung von Lernwegen. Erfolgreiche Online-Lehre orientiert sich an didaktischen Prinzipien wie Didaktische Kohärenz, kognitive Aktivierung, Transparenz und konstruktive Rückmeldung. Eine gut gestaltete Online-Lehre integriert Lernziele, Inhalte, Methoden und Prüfungsformate so, dass sie auf das digitale Lernsetting abgestimmt sind – etwa durch asynchrone Vorbereitungsphasen mit interaktiven Elementen, die in synchronen Online-Sitzungen vertieft werden. Wichtig ist dabei, dass digitale Tools nicht primär aus technischen Gründen eingesetzt werden, sondern gezielt zur Erreichung der Learning Outcomes beitragen, z.B. indem sie Verstehen, Anwendung und Reflexion ermöglichen. Didaktische Kohärenz in der Online-Lehre bedeutet, Gestaltungsmöglichkeiten so zu nutzen, dass sie die Lernprozesse aktiv unterstützen – nicht weil sie verfügbar sind, sondern weil sie lernwirksam sind.
Einblicke
Einblick 1
Strukturierter Slidecast mit aktivierendem Forum
Eine Vorlesung wird als asynchroner Slidecast mit klarer Wochenstruktur in einem ILIAS Kursraum angeboten. Die Studierenden erhalten zu jeder Einheit Leitfragen und Bearbeitungsaufträge, die sie im Forum diskutieren. In der Folgewoche reagiert die Lehrperson in einem kurzen Video auf ausgewählte Beiträge und vertieft zentrale Aspekte.
Einblick 2
Seminar mit Wochenrhythmus und Peer-Feedback
In einem Online-Seminar wird der Kursverlauf konsequent rhythmisiert: Wöchentliche Aufgaben als ILIAS-Übungseinheiten mit festen Abgabeterminen fördern die Verbindlichkeit. In kurzen Peer-Feedback-Phasen geben sich die Studierenden via Zoom gegenseitig Rückmeldungen zu ihren Ausarbeitungen. Ergänzend gibt es alle zwei Wochen kurze Zoom-Live-Sessions, in denen Fragen gesammelt besprochen werden.
Stolperfrei durchstarten
| Was kann herausfordernd sein? | Was hilft in der Praxis? |
|---|---|
Fehlende physische Interaktion, z.B. durch Mimik und Gestik, kann die Beziehungsgestaltung erschweren. |
Nutzen Sie gezielte synchrone Formate (z. B. Sprechstunden, Diskussionen), um soziale Präsenz zu stärken. |
| Studierende fühlen sich in asynchronen Szenarien oft allein gelassen. |
Planen Sie regelmässige Feedbackschleifen und setzen Sie auf betreutes Selbststudium. |
| Geringere Motivation oder Verbindlichkeit bei Studierenden im Vergleich zu Präsenzlehre. |
Führen Sie kurze Live-Termine durch; integrieren Sie Peer-Interaktionen. |
| Technische Infrastruktur (Software, Internetverbindung) stellt Hürden dar. |
Nutzen Sie niederschwellige, von der Uni Bern lizenzierte Tools und bieten Sie Orientierungshilfen zur Nutzung an.
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Ressourcen
Literatur
Hrastinski, S. (2008). Asynchronous and synchronous e-learning. Educause Quarterly, 31(4), 51-55.
Blaser, D. & Graf, D. (2020). Online-Lehre. Tipps und Empfehlungen
Rufer, L. & Tribelhorn, T. (2020). Virtuelle Seminare. Eine Einführung
