Forumsbeiträge

Fachdiskussion im digitalen Raum

Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?

Studierende verfassen im Rahmen einer Lehrveranstaltung regelmässig eigene Beiträge in einem Forum, reagieren auf die Beiträge anderer und treten so in einen (asynchronen) Fachdiskurs. Die Methode eignet sich besonders, um fachliche Argumentation, kritische Reflexion und Diskussionskompetenz zu fördern – auch über die Präsenzzeit hinaus.

Ein Forum lässt sich z.B. im ILIAS-Kursraum erstellen.

Aufwand: niedrig bis mittel

 

VORBEREITUNG: Forum einrichten, Aufgaben/Fragestellungen klar formulieren, Bewertungsraster entwickeln

DURCHFÜHRUNG: gelegentlich moderieren, Beiträge aufgreifen, Feedback geben

NACHBEREITUNG: ggf. Bewertung, ggf. Zusammenfassungen

Einblicke

Formatives Prüfen

DISKUSSION ZU SEMINARTHEMEN
Aktivität Nutzen

Die Lehrperson stellt nach jeder Seminarsitzung im Online-Forum eine gezielte Frage zum behandelten Thema (z. B. «Wie lässt sich das Konzept der Handlungsfähigkeit auf den Fall X anwenden?»). Studierende posten zwischen den Terminen kurze, argumentative Beiträge und reagieren auf zwei Beiträge anderer. Die Lehrperson greift typische Argumentationslinien in der nächsten Sitzung auf.

Die Methode ermöglicht auch zurückhaltenden Studierenden eine aktive Beteiligung und fördert die kontinuierliche Auseinandersetzung mit den Inhalten. Sie dokumentiert individuelle Lernprozesse und gibt Dozierenden Einblick in Denk- und Verständnishorizonte der Gruppe.
PEER-FEEDBACK ZU FORSCHUNGSTHESEN
Aktivität Nutzen
Studierende formulieren im Forum Thesen zu ihren geplanten Hausarbeiten, z. B. «Ich vertrete die These, dass ...», und erläutern kurz die Argumentationsbasis. Anschliessend geben sie zwei Peers Feedback zur Klarheit und Überzeugungskraft der Thesen. Die Methode unterstützt Studierende dabei, konstruktives Feedback zu geben und anzunehmen. Sie fördert kooperatives Lernen sowie die Weiterentwicklung von Argumentationsfähigkeiten. 

Summatives Prüfen

ONLINE-DEBATTE ZUM SEMESTERABSCHLUSS
Aktivität Nutzen
Zum Abschluss des Moduls «Ethische Aspekte in der KI-Forschung» führen Studierende eine strukturierte Online-Debatte durch. Jede Person postet zu einer vorgegebenen Leitfrage («Soll der Einsatz von KI in der Diagnostik reguliert werden?») drei Hauptbeiträge und zwei Reaktionen auf andere. Beiträge werden nach Kriterien wie Fachbezug, Argumentationslogik und Quellenarbeit bewertet. Die Methode ermöglicht eine Prüfungssituation ohne Zeitdruck, in der auch komplexe Überlegungen sorgfältig ausgearbeitet und quellenbasiert untermauert werden können. Sie unterstützt Studierende dabei, Fachkompetenz, Diskursfähigkeit und Reflexion schriftlich differenziert darzustellen.

 

Stolperfrei durchstarten

Was kann herausfordernd sein? Was hilft in der Praxis?
Geringe Beteiligung durch die Studierenden oder einseitige Diskussionen.

Versehen Sie Aufgaben mit klaren Erwartungen (z.B. Mindestanzahl an Beiträgen, Fragen).

Studentische Beiträge variieren stark hinsichtlich ihrer Qualität und Tiefe.

Machen Sie Ihr Bewertungsraster transparent (vgl. Leistungsbewertung). Integrieren Sie Feedback-Phasen, damit Studierende voneinander lernen können.

 

Zeitaufwand für Lehrende bei der Korrektur/Bewertung.

Binden Sie Peer-Feedback ein. Automatisieren Sie Zwischenauswertungen (z.B. durch Like-/Bewertungssysteme).

 

Gefahr von Plagiaten oder unpersönlichen Beiträgen.

Bauen Sie Reflexion zu Lernprozess, Quellenarbeit oder eigene Position verpflichtend ein. Nutzen Sie Plagiatserkennungssoftware (Turnitin).

 

Alternative Methoden

Lernjournal

Dokumentiert individuelle Lernprozesse schriftlich über längere Zeit. Ist persönlich und nicht öffentlich oder dialogisch.

Kurz-Essay

Regt zur schriftlichen Reflexion über Inhalte und zur Argumentation an. Es ist meist länger, individueller und nicht, dialogisch.

Reflexionsrunde

Fördert die Rückschau auf Gelerntes und ermöglicht Austausch, welcher meist synchron und moderiert stattfindet.

 

 

Ressourcen