Spielbasiertes Lernen 

Mit Spielmechanismen zum Kompetenzerwerb

Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?

Spielbasiertes Lernen umfasst didaktische Ansätze, bei denen Lerninhalte über Spielmechanismen vermittelt werden – z. B. durch Rollenspiele oder Gamification-Elemente. Ziel ist es, die Lernenden in realitätsnahe, problemorientierte und oft kollaborative Situationen einzubinden. Dadurch wird aktives, kontextbezogenes und nachhaltiges Lernen gefördert. Insbesondere bei der Vermittlung sozialer, kommunikativer oder analytischer Kompetenzen erweist sich spielbasiertes Lernen als wirkungsvoll.

Spielbasiertes Lernen eignet sich besonders für Präsenzlehre und Inverted-Classroom-Formate, da dort der physische Raum für interaktive, reflexive und kollaborative Lernprozesse gegeben ist. In Exkursionen oder Laborpraktika lässt sich spielbasiertes Lernen beispielsweise über szenariobasierte Aufgaben und Plansimulationen einsetzen. In der Online-Lehre gelingt der Einsatz besonders über digitale Simulationen oder Quizzes.  

Einblicke

GESETZGEBUNG IM ROLLENSPIEL
Aktivität Nutzen
Im Seminar «Gesundheitspolitik» verhandeln Studierende in 3 Sitzungen à 90 Min. ein Gesetz zur Zuckersteuer. Sie übernehmen feste Rollen (Bundesamt für Gesundheit, Krankenkasse, Ärzt*innenvertretung, Wirtschaftsverband, NGO «Gesund leben», Medien). In der ersten Sitzung erarbeiten die Gruppen Positionspapiere, in der zweiten präsentieren sie ihre Standpunkte und führen Lobbygespräche. In der dritten Sitzung debattieren sie im Ausschuss und stimmen über einen gemeinsamen Gesetzestext ab.  Das spielbasierte Szenario schafft einen sicheren Raum, in dem die Studierenden kontroverse Positionen erproben, Zusammenhänge nachvollziehen und eigene Argumentationsstrategien weiterentwickeln können.
GESELLSCHAFTLICHE DYNAMIKEN SIMULIEREN
Aktivität Nutzen
Im virtuellen Simulationsspiel «Ecopolicy» steuern Studierende ein komplexes Gesellschaftssystem mit Variablen wie Umwelt, Bildung, Wirtschaft und Politik. Dafür müssen sie Systeme verstehen, Zielkonflikte erkennen und aus Fehlern lernen. Da sich Folgen ihrer Entscheidungen erst in späteren Runden zeigen, ist strategisches und vorausschauendes Denken gefordert. Die Dokumentation ihrer Entscheidungsprozesse bildet die Grundlage für die Bewertung, in der strategisches Denken, Systemverständnis, Reflexionsfähigkeit gleichermassen berücksichtigt werden.   Die Studierenden können Dynamiken erproben und Fehler ohne Bestrafung reflektieren. Die begleitende Bewertung fördert den Aufbau analytischer, strategischer und reflexiver Kompetenzen, da nicht das Ergebnis, sondern die Qualität des Denk- und Entscheidungsprozesses im Zentrum steht. 

 

Stolperfrei durchstarten

Was kann herausfordernd sein? Was hilft in der Praxis?

Zu wenig Zeit in klassischen Lehrformaten (z. B. Vorlesungen) für spielbasierte Settings 

 

Integrieren Sie kurze spielerische Elemente wie Quizzes zur Aktivierung und Wiederholung. 

 

Hoher Planungs- und Vorbereitungsaufwand für Lehrende 
 
Greifen Sie auf erprobte Spielmaterialien und Templates zurück. Bereiten Sie modulare Spielbausteine vor, die angepasst werden können. 

Schwierige oder subjektive Bewertung spielerischer Leistungen
 

Entwickeln Sie vorab transparente Beurteilungsraster (siehe Leistungsbewertung). Nutzen Sie Peer-Feedback.  

Ressourcen

Le, Son; Weber, Peter; Ebner, Martin (2013): Game-Based Learning. Spielend Lernen. In: Ebner, Martin; Schön, Sandra (Hg.): Lehrbuch für Lernen und Lehren mit Technologien. Berlin: epubli, S. 267–276.