Exkursion 

Lernräume ausserhalb des Campus

Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?

Exkursionen sind didaktische Formate, die bewusst Lernsettings ausserhalb des Hochschulcampus nutzen – sei es für eine Tagesexkursion oder mehrwöchige Feldstudien. Sie sind insbesondere in Geowissenschaften, Biologie und Archäologie etabliert, können aber in allen Disziplinen sinnvoll eingesetzt werden. Potenziale liegen in der Anwendung theoretischer Inhalte in realen Kontexten («Praxistransfer»), in der Förderung methodischer und sozialer Kompetenzen sowie in der Stärkung der Selbstwirksamkeit. Exkursionen machen Inhalte anschaulich, motivieren durch Ortswechsel und bieten Möglichkeiten zur kooperativen Projektarbeit. Je nach Gestaltung lassen sich dabei auch Elemente des mobilen Lernens und spielbasierten Lernens integrieren. Die Formate reichen von reinen Überblicksexkursionen bis hin zu weitgehend selbstgesteuerten Lernprojekten. 

Einblicke

Einblick 1

Sprache im Feld erforschen

Bei einer soziolinguistischen Exkursion reisen Studierende in eine Dialektregion, führen Interviews mit Einheimischen durch und nehmen Sprachdaten auf. Sie erlernen so das praktische Durchführen von Interviews, dessen methodische Standards zuvor vermittelt wurden. In der Nachbereitung analysieren die Studierenden die Sprachdaten mit Hilfe von Transkription und phonetisch-soziolinguistischer Auswertung.  

Einblick 2

Raum wahrnehmen und gestalten

Während einer Architektur-Exkursion besuchen Studierende ausgewählte Bauten vor Ort und bearbeiten Erkundungsaufträge zur Raumwirkung und Materialwahl. Sie recherchieren ergänzend die architekturtheoretischen Hintergründe der Objekte. Auf dieser Basis entwickeln sie eigene Entwürfe und präsentieren ihre Ergebnisse in der Nachbereitung als gestaltete Poster.  

 

Stolperfrei durchstarten

Was kann herausfordernd sein? Was hilft in der Praxis?
Der ungewohnte Lernort sorgt für Unsicherheit.

Bereiten Sie die Studierenden auf die Exkursion vor. Erstellen Sie strukturierte Aufgaben, Arbeitsblätter, oder Beobachtungsraster, um den Lernfokus zu halten. 

Studierende erwarten passive Wissensvermittlung wie im Hörsaal.

 

Übertragen Sie Verantwortung, z. B. durch Recherche-, oder Erkundungsaufträge. 

Unerwartete logistische oder sicherheitsrelevante Probleme 

Planen Sie präzise und flexibel. Halten Sie einen Plan B bereit. 

Gelerntes bleibt isolierte Erfahrung ohne Transfer in den Studienkontext.

Machen Sie Reflexion verpflichtend, z.B. durch ein Lernjournal oder (Poster-)Präsentationen.  

 

Ressourcen

Stolz, C., & Feiler, B. (2018). Exkursionsdidaktik. Ein fächerübergreifender Praxisratgeber. UTB.

  • Kapitel 2 „Planung und Vorbereitung von Exkursionen“ und Kapitel 5 „Nachbereitung und Transfer“: Bieten konkrete didaktische Werkzeuge für Vorbereitung, Durchführung und Reflexion von Exkursionen.