Inverted Classroom
Wissensvermittlung auf den Kopf gestellt
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Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?
Der Inverted Classroom (auch «Flipped Classroom» genannt) ist ein didaktisches Modell innerhalb von Blended Learning, das die klassische Abfolge von Präsenzlehre und Nachbereitung im Anschluss auf den Kopf stellt: Die Wissensaneignung erfolgt in der Vorbereitungsphase und individuell, durch Selbstlernkurse und Materialien wie Lehr- und Lernvideos oder Skripte. Die Studierenden können sich so orts- und zeitunabhängig in ihrem eigenen Tempo mit den Lerninhalten auseinandersetzen. Im Fokus der der gemeinsamen Präsenzzeit stehen Austausch, Anwendung und Vertiefung. Die Lernenden profitieren davon, dass sie mit einem gemeinsamen Vorwissen aktiv an Fallanalysen, Diskussionen oder Peer-Feedback teilnehmen und dabei von der Lehrperson unterstützt werden. Entsprechend ändert sich auch die Rolle der Lehrperson – weg von der reinen Wissensvermittlung hin zu mehr Begleitung bei der Wissensverarbeitung und -anwendung.
Besonders sinnvoll ist der Inverted Classroom bei anwendungsorientierten Inhalten und heterogenen Gruppen.
Einblicke
Einblick 1
Markenmanagement mit Podcasts und Projektarbeit
Studierende eignen sich das Grundlagenwissen über redigierte Podcasts im Selbststudium an. In Präsenzterminen (organisiert als Workshops, Q&A-Sessions oder Gastvorträgen) wird das Wissen vertieft und angewendet. In Kleingruppen bearbeiten die Studierenden ein Projektarbeit zu einer realen Marke. Durch die klare Trennung von Wissensaneignung im Selbststudium und der Anwendung in einer realen Fallarbeit (z. B. einer Markenanalyse) entsteht eine gut strukturierte Lernumgebung mit hoher zeitlicher Flexibilität. Die praxisnahe Aufgabenstellung erhöht zudem die Motivation und unterstützt einen nachhaltigen Lernerfolg.
Beitrag zu der Veranstaltung vom Tag der Lehre:
Einblick 2
Forschungsprojekt zu Pflanzen-Herbivoren-Interaktionen
In der ersten Phase erarbeiten die Studierenden mithilfe von Erklärvideos, Online-Übungen und Literatur das nötige Fachwissen. In der zweiten Phase entwickeln sie in Kleingruppen ein eigenes Forschungsprojekt zu einer aktuellen Herausforderung. Die Kombination aus vorbereitendem Selbststudium und vertiefender Anwendung im Sinne forschenden Lernens ermöglicht eigenständiges wissenschaftliches Arbeiten. Reale Problemstellungen schaffen Praxisnähe und fördern gezielt die Methoden- und Analysekompetenz.
Beitrag zu der Veranstaltung vom Tag der Lehre:
Stolperfrei durchstarten
| Was kann herausfordernd sein? | Was hilft in der Praxis? |
|---|---|
| Lernende erscheinen unvorbereitet zur Präsenzphase. |
Machen Sie die Studierenden von Betroffenen zu Beteiligten: Erklären Sie die Methode des Inverted Classrooms und machen Sie deutlich, welches Ihre Erwartungen an die Studierenden sind (z.B. Mitarbeit in der Präsenz setzt Vorbereitung voraus). |
| Selbstlernphase überfordert Lernende. |
Stellen Sie Selbstlernmaterialien mit klaren Arbeitsaufträgen, Bearbeitungshilfen (z.B. Leitfragen, Quizzes) und Deadlines bereit.
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Erhöhter Aufwand für Lehrende bei der Umstellung. |
Beginnen Sie klein – z.B. mit ausgewählten Einheiten im Inverted-Classroom-Format. Nutzen Sie Möglichkeiten mit nur wenig Mehraufwand, in dem Sie in einem Jahr die Veranstaltung aufzeichnen und im nächsten Jahr dies Aufzeichnungen im Inverted Classroom nutzen (Livestreaming und Podcast Service).
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In der Präsenzzeit dominiert der Rezeptionsmodus.
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Setzen Sie nur vereinzelt auf Frontalvorträge, sondern nutzen Sie mehrheitlich aktivierende Lehrmethoden zur Vertiefung.
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Technische oder methodische Überforderung der Studierenden / Dozierenden. |
Nutzen Sie etablierte Tools (z.B. ILIAS) und bestehende Services (z.B. Livestreaming und Podcast). Nutzen Sie das Beratungsangebot des VRL.
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Ressourcen
Literatur
Schäfer, A. M. (2012). Das Inverted Classroom Model. In: Handke, J. & Sperl, A. (Hrsg.). Begleitband zur ersten deutschen ICM-Konferenz.
Tribelhorn, T. & Suter, R. (2018). OLAG – Grundlagentext allgemeine Hochschuldidaktik.
Beratung & Services zum Thema
Video zum «Inverted Classroom»
Überblick über «Inverted Classroom»
Prof. Dr. Christian Spannagel (PH Heidelberg)
