Blended Learning
Lehrformate flexibel und lernwirksam kombinieren
Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?
Blended Learning bezeichnet die gezielte Kombination unterschiedlicher Unterrichtsformen: typischerweise wird Präsenzlehre mit digitalen Elementen wie Lehr- und Lernvideos, asynchronen Selbstlernmodulen oder Leseaufträgen mit Online-Quizzes, oder auch mit synchroner hybrider Lehre verknüpft. Es handelt sich nicht um ein starres Modell, sondern um einen methodischen Rahmen, in dem verschiedene Modalitäten sinnvoll miteinander kombiniert werden. Im Vordergrund steht die Frage: Welche Lehrform ist für welches Learning Outcome und welche Phase im Lernprozess am besten geeignet? Präsenztreffen ermöglichen Interaktion, Zusammenarbeit und vertiefende Diskussion. Asynchrone Phasen bieten individuelle Inhaltserarbeitung, zeitliche Flexibilität, ortsunabhängiges Lernen und eine Vielfalt an digitalen Tools. In der Verbindung dieser Elemente liegt der zentrale Mehrwert von Blended Learning: Es schafft ein anpassbares, studierendenorientiertes Lernumfeld – vom klassischen Seminar mit digitaler Begleitplattform, über hybride Lehrveranstaltungen bis hin zu komplexeren Modellen wie dem Inverted Classroom.
Einblicke
Einblick 1
Vorlesung mit Livestream Podcast und digitaler Reflexion
Eine im Hörsaal gehaltene Vorlesung wird sowohl synchron via Livestream als auch asynchron als unbearbeitete Vorlesungsaufzeichnung angeboten. Ergänzend dazu bearbeiten die Studierenden im Nachgang auf ILIAS einen strukturierten Reflexionsauftrag: Sie sollen die zentrale Aussage der Sitzung benennen, eine offene Frage formulieren und ein mögliches Anwendungsszenario beschreiben. Diese Antworten werden gesammelt und in der darauffolgenden Vorlesung durch die dozierende Person aufgegriffen.
Einblick 2
Internationale Lernerfahrung mit Blended Intensive Programme
Ein Dozent möchte seinen Studierenden internationale Lernerfahrungen ermöglichen und mit anderen Dozierenden zusammenarbeiten. Er kontaktiert seine wissenschaftlichen Kolleg*innen, die an anderen ENLIGHT Universitäten arbeiten. Sie lassen sich zur Lehrkooperation beraten und planen und organisieren gemeinsam ein Blended Intensive Programme BIP. Das englischsprachige Programm kombiniert online Komponenten mit einer Woche vor Ort, die den intensiven interkulturellen Austausch der Studierenden und Dozierenden ermöglicht.
Stolperfrei durchstarten
| Was kann herausfordernd sein? | Was hilft in der Praxis? |
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| Geringe Verzahnung der Formate |
Planen Sie Unterrichtsformen anhand der Learning Outcomes, nicht anhand der Technologien; kommunizieren Sie zu Beginn klar, was in welcher Phase von den Studierenden erwartet wird und wie die Phasen zusammenhängen. |
| Technische Hürden und Überforderung durch Toolvielfalt |
Wählen Sie maximal drei vertraute Tools (z.B. ILIAS + Zoom + Mentimeter) und erläutern Sie diese in einer Einführung.
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| Geringe Beteiligung im Onlinebereich |
Fordern Sie in den Präsenztreffen oder im Rahmen der asynchronen Arbeitsphasen konkrete Onlinebeiträge ein, z.B. das Bearbeiten eines Quizzes bis zu einer von Ihnen bestimmten Frist.
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| Geringes Engagement in der Präsenzzeit, Präsenzzeit wird nicht genutzt |
Vermeiden Sie eine Wiederholung der Inhalte aus den asynchronen Phasen. Bauen Sie in der asynchronen Phase Arbeitsaufträge ein und greifen Sie die Resultate in den Präsenztreffen auf, z.B.: «Bringen Sie ein Beispiel aus Ihrer Praxis, das den Lerninhalt veranschaulicht, in das Präsenztreffen mit.»
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Ressourcen
Literatur
Bon, C. J., & Graham, C. R. (2006). The handbook of blended learning: Global perspectives, local designs. San Francisco, CA: Pfeiffer Publishing.
- Kapitel „Blended Learning Systems“: Gibt einen Überblick über Modelle, Einsatzszenarien und Entwicklungen und gilt als Basisliteratur für Blended-Learning-Konzepte.
