Lehrräume gestalten

Raum wirkt mit – Gestalten Sie Lehre durch Räume besser

Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?

Lehrveranstaltungen finden nicht im luftleeren Raum statt. Sowohl der physische als auch der digitale Lehrraum prägt wesentlich, wie Lehre gestaltet wird – und wie sie bei Studierenden ankommt. Physische Räume strukturieren Aufmerksamkeit, ermöglichen oder verhindern Interaktion, schaffen Nähe oder Distanz, fördern Beteiligung oder Hierarchie. Gut gestaltete digitale Kursräume (z.B. auf ILIAS, Zoom) unterstützen Studierende bei der Orientierung, fördern eigenständiges Lernen und machen Prozesse transparent, unabhängig davon, ob die Lehre in Präsenz, Online oder in Blended Learning Form stattfindet. Lehrende sollten ILIAS deshalb nicht nur als Dateiablage nutzen, sondern als gestaltbaren Raum für Lernen.

Didaktisch wirksam wird ein Lehrraum dann, wenn er gezielt auf die Learning Outcomes und Lehrformate abgestimmt ist: etwa durch bewegliches Mobiliar für Gruppenarbeit, gute Sichtachsen für Präsentationen oder digitale Ausstattung für interaktive Elemente. Räume «sprechen mit» – sie senden implizite Botschaften über Rollen, Erwartungen und Handlungsoptionen. Dabei gilt: Es gibt nicht den idealen Lehrraum, sondern passende Räume für verschiedene Formate und Methoden. Referateseminare, Vorlesungen oder Rollenspiele stellen jeweils unterschiedliche Anforderungen an Ausstattung, Flexibilität, Akustik und Atmosphäre. Innovativere und aktivere Lehrmethoden können in zukunftsorientierten Räumen wie dem Ideenlabor oder dem LabSpace umgesetzt werden. 

Wer als Lehrperson die räumlichen Bedingungen bewusst mitdenkt und nutzt, kann die eigene Lehre wirksamer, vielfältiger und inklusiver gestalten. 

Einblicke

Einblick 1

Seminar mit Wechsel zwischen Input und Gruppenarbeit

Eine Lehrperson plant ein Seminar, in dem fachliche Inputs mit Gruppenarbeit kombiniert werden. Ziel ist es, zentrale Inhalte nicht nur zu vermitteln, sondern direkt an Fallbeispielen anwenden zu lassen. Dafür eignet sich ein Raum mit flexibler Möblierung, der schnelle Übergänge zwischen Plenum und Gruppenarbeit sowie Gruppenrotation ermöglicht. Mobile Whiteboards unterstützen die Visualisierung von Ergebnissen.

Einblick 2

Testen im Ideenlabor

Eine Dozentin möchte ihr Seminar neu gestalten und dazu verschiedene Lehr-/Lern-Szenarien mit Whiteboards, flexiblen Tischen und Screen ausprobieren. Sie nutzt zuvor die Beratung zu zukunftsfähigen Lehr-/Lernräumen des VRL, um die Settings gemeinsam zu besprechen, testen und zu optimieren.

 

Stolperfrei durchstarten

Was kann herausfordernd sein? Was hilft in der Praxis?

Feste Möblierung verhindert Gruppenarbeit oder Bewegung


Setzen Sie auf Zweiergespräche, z.B. Think–Pair–Share. Nutzen Sie Tools zur Interaktion, z. B. digitale Abstimmungen (mit ILIAS oder Mentimeter) oder innovative Lehrräume wie das Ideenlabor oder den LabSpace.

 

Keine Schreibflächen für spontane Visualisierung

 

Greifen Sie auf digitale Boards zurück, z.B. via Zoom.

 

Eingeschränkte Sichtkontakte im Raum (z. B. grosse Tiefe, fixe Reihen)

 

Bewegen Sie sich aktiv im Raum. Binden Sie hintere Reihen gezielt ein. Nutzen Sie passende Lehrmethoden zur Aktivierung.

 

Raumgrösse passt nicht zur Gruppengrösse

Strukturieren Sie grosse Räume in Lerninseln. Beschränken Sie sich in kleinen Räumen auf Partnerarbeit oder stille Phasen.

Ressourcen