Klausur

Schriftlich prüfen mit vielen Optionen

Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?

Eine Klausur ist eine klassische summative schriftliche Prüfungsform mit vielen Facetten - in Papierform oder digital, in Präsenz oder remote, als Closed oder Open Book. Studierende bearbeiten in einem klar definierten Zeitfenster schriftlich Aufgaben, welche unterschiedlich gestaltet sein können: von Single-Choice bis zu offenen Fragen. Klausuren werden zunehmend auch digital mit iliasEXAM durchgeführt oder als Scanprüfung in Papierform via evaexam.

Aufwand: mittel bis hoch

VORBEREITUNG: Erstellung geeigneter, fairer und rechtssicherer Prüfungsfragen, Organisation von Aufsicht

DURCHFÜHRUNG: Prüfungsaufsicht, organisatorische Abläufe

NACHBEREITUNG: Korrektur insbesondere offener Fragen, Prüfungseinsicht, Notenverwaltung

Einblicke

Summatives Prüfen

CLOSED BOOK KLAUSUR IM HÖRSAAL
Aktivität Nutzen
In einer Einführungsvorlesung mit grosser Teilnehmerzahl bearbeiten die Studierenden im Closed-Book-Modus unter Prüfungsaufsicht eine schriftliche Klausur mit standardisierten Aufgaben.  Die Methode ermöglicht eine etablierte und rechtssichere Prüfungsabwicklung, die insbesondere in grösseren Gruppen praktikabel ist. Studierende profitieren von klaren, standardisierten Anforderungen. Durch den Closed-Book-Modus arbeiten alle Teilnehmenden ausschliesslich mit ihrem eigenen Wissen, was die Vergleichbarkeit der erbrachten Leistungen erhöht.
ONLINE-KLAUSUR MIT UNTERLAGEN
Aktivität Nutzen
In einem anwendungsorientierten Kurs mit mittlerer Gruppengrösse bearbeiten die Studierenden eine Open-Book-Klausur am Computer und nutzen dabei freigegebene Materialien, um komplexe Aufgaben zu lösen. Die Online-Klausur ermöglicht ein flexibles Prüfungsdesign mit Elementen wie zufälliger Aufgabenreihenfolge und automatischer Auswertung bei geschlossenen Antwortformaten. Studierende profitieren vom Open-Book-Format, da sie Unterlagen nutzen dürfen – gefragt ist nicht Auswendiglernen, sondern Verstehen und Anwenden. Zudem fällt das Tippen am Computer vielen leichter und schneller als handschriftliches Schreiben. Für Dozierende reduziert die digitale Umsetzung den Korrekturaufwand.
FAKTEN UND FALLANALYSE
Aktivität Nutzen

In einem Modul mit mittelgrosser Kohorte beantworten die Studierenden in einer Klausur zunächst Wissensfragen (Single Choice und Kprim) und anschliessend transferorientierte Aufgaben wie kurze Falllösungen oder Mini-Essays.

Die Methode ermöglicht einen ausgewogenen Kompetenznachweis, da sowohl Faktenwissen als auch Anwendung und Analyse erfasst werden. Studierende können ihre Leistungen differenziert unter Beweis stellen. Dozierende profitieren von einer geeigneten Grundlage zur fairen Differenzierung und Bewertung individueller Leistungen.

 

Stolperfrei durchstarten

Was kann herausfordernd sein? Was hilft in der Praxis?
Unpassende Taxonomiestufe: Die Frageformulierung spricht nicht die intendierte Kompetenz an.

Überprüfen Sie für jede Frage die intendierte Kompetenz und nutzen Sie passende Verben in der Prüfungsfrage (z.B. «erläutern» vs. «beurteilen»).

Formulierungsprobleme: Unklare oder missverständliche Formulierungen der Prüfungsfragen.

Beachten Sie die Formulierungsregeln für gute Prüfungsfragen und überarbeiten Sie Fragen nach dem Vier-Augen-Prinzip.

 

Zu viele Fragetypen: Häufiger Wechsel von Fragetypen in einer Prüfung überfordert Studierende und lenkt vom Prüfungsinhalt ab.

Beschränken Sie sich auf zwei bis drei Fragetypen, die Sie für Ihre Prüfungsfragen auswählen.

Das Prüfen höherer Taxonomiestufen erfordert hohen Korrekturaufwand auf Grund offener Fragen.

Kombinieren Sie geschlossene und offene Prüfungsfragen. Investieren Sie Zeit in die Erstellung komplexerer geschlossener Fragen, die höhere Taxonomiestufen ansprechen. Lassen Sie offene Fragen digital beantworten, z.B. mit iliasEXAM – so entfällt das Problem der Lesbarkeit.

 

Eine objektive Einschätzung der Qualität Ihrer Prüfung ist durch die grosse inhaltliche Nähe zum Thema erschwert.

Orientieren Sie sich am Leitfaden «Ist das eine gute Prüfung». Nutzen Sie das Angebot des Vizerektorats Lehre für Hilfestellung bei Prüfungskonzepten.

Technikprobleme bei digitalen Klausuren.

Führen Sie einen Probelauf durch. Halten Sie Supportdokumente und -kontakt bereit. Planen Sie alternative Formate.

Bei online durchgeführten Klausuren stellt der potenzielle Einsatz von KI ein zentrales Problem für die Beurteilung der Eigenleistung dar.

Erstellen Sie vorab ein detailliertes Bewertungsraster, das z.B. Reflexion oder kritische Auseinandersetzung explizit erfasst. Arbeiten Sie bereits in der Lehrveranstaltung mit Ihren Studierenden an KI-generierten Texten (z.B. mit Exampler).

 

Alternative Methoden

168-Stunden-Prüfung

Schriftliche Überprüfung von Fachwissen, Argumentationsfähigkeit und Transferkompetenz. Das Take-Home-Format mit längerer Bearbeitungszeit für tiefere Auseinandersetzung.

Hausarbeit/Seminararbeit

Schriftliche Reflexion zu einer konkreten Frage, ermöglicht freiere Formulierung statt standardisierter Prüfungsfragen.

Falllösung

Bewertet die Anwendung von Wissen auf komplexe Probleme. Ist offener, praxisnäher und stärker handlungs- und argumentationsorientiert. Sie erfordert mehr Eigenleistung und Transfer.

 

 

Ressourcen