Kolloquium

Raum für Reflexion und Feedback

Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?

Ein Kolloquium ist ein Lehr- oder Prüfungsformat. Als Lehrformat wird es v.a. genutzt, um laufende Forschungsprojekte von Masterstudierenden oder Doktorierenden zu präsentieren. Ziel ist es, eine professionelle Diskussion über Inhalte, Methoden und Erkenntniswege zu führen. Die Präsentierenden erhalten differenziertes Feedback von Dozierenden, Peers oder weiteren Fachpersonen. Kolloquien fördern die wissenschaftliche Argumentationsfähigkeit, das evaluative Urteilsvermögen und die Anschlussfähigkeit der Forschung im akademischen Diskurs. Für die Lehrenden bieten Kolloquien eine Gelegenheit Schreibprozesse zu begleiten und Reflexion zu unterstützen

Kolloquien sind oft auch Bestandteile einer akademischen Qualifizierungsarbeit und damit ein mündliches Prüfungsformat. Sie schliessen z.B. an eine Master- oder Doktorarbeit an. Im Kolloquium findet dann eine Rechenschaftsablegung und Diskussion über die Ausgestaltung der Qualifizierungsarbeit statt. Studierende können auf dieses Prüfungsformat durch Kolloquien während des Studiums vorbereitet werden. 

Einblicke

DENKWERKSTATT FÜR FORSCHUNGSPROBLEME
Aktivität Nutzen
In einer Masterveranstaltung ist das Kolloquium nicht auf Präsentationen begrenzt: Studierende bringen konkrete Probleme mit, z.B. zur Struktur, zur Textlogik oder zur Methodenauswahl. Das Plenum reagiert mit Rückfragen, Perspektivwechseln und Beispielen. Die Lehrperson moderiert, greift aber nur punktuell ein.  Dieses Format verlagert den Fokus vom fertigen Produkt hin zum Lernprozess. Durch Fragen, Rückmeldungen und Perspektivwechsel lernen alle Beteiligten, eigene Forschung aktiv zu reflektieren.
MODERATION ALS LERNGELEGENHEIT
Aktivität Nutzen
In einem interdisziplinären Kolloquium übernehmen Studierende abwechselnd die Rolle der Moderation. Sie bereiten kurze Einführungen zu den präsentierten Themen vor, leiten die Diskussion und fassen zentrale Punkte am Ende zusammen. Die wechselnde Moderation fördert nicht nur die Fähigkeit zur wissenschaftlichen Argumentation, sondern auch die Sensibilität für Gesprächsdynamiken, Rollen und Feedbackprozesse.

 

Stolperfrei durchstarten

Was kann herausfordernd sein? Was hilft in der Praxis?

Im Präsentationsstress nehmen Studierende erhaltenes Feedback oft nicht richtig wahr. 

 

Nutzen Sie Audioaufnahmen (z.B. via Opencast Studio) oder Mitschriften, um Feedback zu sichern und nachträglich verfügbar zu machen. 

 

Feedback von Studierenden wird kritisch-destruktiv geäussert. 


Formulieren Sie, ggf. gemeinsam mit den Teilnehmenden vorab die Ziele und die Formulierung von hilfreich-konstruktivem Feedback. 
 
Dominanz einzelner Diskutierender kann kollegialen Austausch hemmen. 

Moderieren Sie entlang klar festgelegter Regeln. 

Fehlende Anschlussfähigkeit zwischen Präsentation und Diskussion. 

Verwenden Sie Bewertungsraster für Präsentation und Diskussion (siehe Leistungsbewertung). 

Schwierigkeit seitens Studierender, Kritik konstruktiv anzunehmen und umzusetzen. 

Ermöglichen Sie Peer-Feedback vor oder nach der Sitzung, z.B. durch strukturierte Formate. 

Ressourcen

Ulrich , I. (2020). Gute Lehre in der Hochschule. Springer VS.