Tripartite Assessment
Gruppenbeurteilung auf drei Ebenen
Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?
Das Tripartite Assessment ist eine dreiteilige Methode, die verschiedene Perspektiven auf Lernen und Leistung miteinander verknüpft. Die Methode eignet sich zur Beurteilung von Kleingruppen und Teams, wobei sich die individuelle Einzelnote aus drei Teilen zusammensetzt:
- Beurteilung des Teamproduktes
- Beurteilung des individuellen Einzelbeitrages zum Teamprodukt
- Beurteilung einer schriftlichen Reflexion zum Teamprozess
Dieses System mindert die Gefahr des «Trittbrettfahrens», da alle ein Interesse an einem guten Gesamtergebnis haben.
Tripartite Assessment eignet sich sowohl für formatives Prüfen zur Begleitung des Lernprozesses als auch für summatives Prüfen im Rahmen abschliessender Leistungsnachweise.
Aufwand: mittel bis hoch
VORBEREITUNG: Entwicklung klarer Bewertungsraster, Anleitung von Reflexion und Peer-Feedback
DURCHFÜHRUNG: Moderation der Präsentationen, Begleitung der Feedbackprozesse
NACHBEREITUNG: Bewertung, Reflexion und Feedback in Kombination
Einblicke
Formatives Prüfen
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| In Kleingruppen von drei bis Personen konzipieren die Studierenden eine Aufklärungskampagne. Arbeitsteilig recherchieren sie wissenschaftliche Grundlagen, definieren Zielgruppen, entwickeln Slogans und entwerfen Visualisierungen. Parallel dazu dokumentiert jede*r Studierende individuell den Gruppenprozess, die eigene Rolle und getroffene Entscheidungen. In Feedbackrunden geben sich die Gruppenmitglieder gegenseitig Peer-Feedback zu Inhalten und zur internen Zusammenarbeit. | Die Kombination aus Produktarbeit, Reflexion und Rückmeldung fördert eine tiefe Auseinandersetzung mit Inhalten und der eigenen Rolle im Team. Studierende erhalten konkrete Hinweise auf ihre Stärken und Verbesserungspotenziale in fachlicher, methodischer und sozialer Hinsicht. |
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
Studierende bearbeiten eine Fallanalyse im Tandem, klären arbeitsteilig theoretische Grundlagen, sammeln Materialien und entwickeln gemeinsam eine Lösungsskizze. Jeder dokumentiert den eigenen Arbeitsweg, Erkenntnisse und offene Fragen im individuellen Lernjournal. In festgelegten Intervallen geben sich die Tandems gegenseitig Peer-Feedback zu ihren Fortschritten. |
Die Tandemarbeit erlaubt eine vertiefte Auseinandersetzung und eine kontinuierliche Rückmeldung. Lernfortschritte und Unsicherheiten werden sichtbar, wodurch frühzeitige Anpassungen im Arbeitsprozess möglich werden. |
Summatives Prüfen
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| In Vierergruppen entwickeln die Studierenden arbeitsteilig ein digitales Lernmodul als Prüfungsprodukt. Während des Erarbeitungsprozesses geben sich die Gruppenmitglieder regelmässig gegenseitig Peer-Feedback zu Inhalt, Beitrag und Zusammenarbeit. Jede Person dokumentiert ihren individuellen Beitrag sowie zentrale Überlegungen, Entscheidungen und Lernprozesse in einer schriftlichen Selbstreflexion. Die Bewertung erfolgt anhand des gemeinsamen Produkts (40 %), des individuellen Beitrags (40 %) und der schriftlichen Selbstreflexion (20 %). | Studierende üben projektbasiertes, forschungs- oder praxisnahes Arbeiten, stärken ihre Teamkompetenzen und gewinnen durch die Rückmeldungen zusätzliche Perspektiven auf ihre Leistung und Lernentwicklung. Die gewichtete Bewertung bildet die Qualität des Produkts, die individuelle Leistung und die reflexive Auseinandersetzung mit dem Lernprozess differenziert ab. |
Stolperfrei durchstarten
| Was kann herausfordernd sein? | Was hilft in der Praxis? |
|---|---|
| Hoher Zeitaufwand für die Bewertung. |
Entwickeln und kommunizieren Sie klare Bewertungsraster (vgl. Leistungsbewertung).
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Unsicherheiten bei Peer-Feedback seitens der Studierenden.
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Leiten Sie Peer-Feedback an: Geben Sie Kriterien vor oder nutzen Sie Feedbackformulare. |
| Reflexion wird oberflächlich durchgeführt. |
Geben Sie Reflexionsfragen vor (z.B. «Was habe ich gelernt? Was würde ich anders machen?»). |
Geringe Verbindlichkeit in den Arbeitsgruppen.
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Fixieren Sie Termine, arbeiten Sie mit Zwischenfeedback.
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Alternative Methoden
Lernjournal
Fordert Kombination aus Produkt, Reflexion und Prozessbegleitung. Enthält nicht zwingend Peer-Feedback. Ist stärker individualisiert und langfristig angelegt.
Kurz-Essay
Fordert Kombination aus produktorientiertem Schreiben und formativer Rückmeldung, wobei Selbstreflexion nicht zwingend Teil der Methode ist.
Rollenspiel
Fördert reflexive und soziale Kompetenzen, Perspektivenübernahme und anschliessende Auswertung. Nicht zwingend mit strukturierter Selbstreflexion oder Peer-Rückmeldung.
