Studentische Prüfungsfragen

Selbst fragen statt nur antworten

Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?

Studierende entwickeln eigene Prüfungsfragen zu Lerninhalten – einzeln oder in Gruppen. Dabei wählen sie zentrale Themen aus, bestimmen Frageformate und entwickeln Lösungsskizzen oder Musterantworten. Die Methode macht kognitive Tiefe sichtbar und fördert prüfungsrelevantes Denken.

Die Methode eignet sich sowohl zur Vertiefung und Verarbeitung als auch zur formativen Rückmeldung und für summative Prüfungsleistungen.

Aufwand: mittel

 

VORBEREITUNG: Rahmen und Kriterien vorgeben, Beispiele bereitstellen

DURCHFÜHRUNG: Diskussion und Review anleiten, Qualität sichern

NACHBEREITUNG: Feedback, ggf. Bewertung

Einblicke

Verarbeiten von Lehrinhalten

VOM INPUT ZUR PRÜFUNGSFRAGE
Aktivität Nutzen
Nach einer Inputphase formulieren Studierende einzeln oder in Kleingruppen Prüfungsfragen mit Lösungsskizze zu den behandelten Inhalten. Ausgewählte Fragen werden anschliessend im Plenum diskutiert. Die Methode vertieft das Verständnis durch aktives, metakognitives Verarbeiten und fördert bewertungsorientiertes Denken. Studierende gewinnen Sicherheit im Hinblick auf die Prüfung, während Dozierende Verständnisschwierigkeiten erkennen und darauf eingehen können.

Formatives Prüfen

SELBST ERSTELLTE AUFGABEN ZUR WIEDERHOLUNG
Aktivität Nutzen
Nach jeder Lerneinheit reichen Studierende eine selbstformulierte Prüfungsfrage zum behandelten Thema ein. In der nächsten Einheit wird eine Auswahl der Fragen direkt zur Wiederholung der Inhalte eingesetzt. Die Methode fördert nachhaltiges Lernen durch regelmässige Rückmeldung zum individuellen Wissensstand. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Lernstandsdiagnose und lässt sich auch in grossen Gruppen mit minimalem Korrekturaufwand effektiv einsetzen.

Summatives Prüfen

MESSBARE KOMPETENZ DURCH FRAGESTELLUNG
Aktivität Nutzen
Studierende erstellen im Rahmen einer benoteten Einzelleistung ein kurzes Prüfungsset aus drei Fragen mit unterschiedlichen Anspruchsniveaus inkl. Musterlösungen, die jeweils ein vorgegebenes Learning Outcome abdecken.

Die Methode fördert die Fähigkeit der Studierenden, Inhalte nicht nur zu verstehen, sondern auch zu gewichten und auf Prüfungsniveau zu abstrahieren. Bewertet wird dabei nicht nur das Fachwissen, sondern auch die Kompetenz, dieses in prüfbare Form zu überführen.

 

Stolperfrei durchstarten

Was kann herausfordernd sein? Was hilft in der Praxis?
Die Fragen sind zu oberflächlich oder zu spezifisch.

Geben Sie Beispiele für gute Prüfungsfragen, z.B. entlang von Learning Outcomes und Taxonomiestufen. Erläutern Sie, was eine gute Frage ausmacht.

 

Die Studierenden kennen keine Qualitätskriterien.

Führen Sie ein Bewertungsraster ein (z.B. Klarheit, Relevanz, Passung zum Learning Outcome).

Der Aufwand für die Korrektur ist hoch.

Setzen Sie Peer-Feedback-Runden ein.

 

Gefahr des «Ratens» oder Plagiierens.

Fordern Sie Begründungen für jede Frage ein: «Warum ist diese Frage prüfungsrelevant?»

Alternative Methoden

Begründetes Keyword

Fordert Verdichten und Bewerten von zentralem Wissen. Es ist kürzer und stärker auf Begriffsauswahl ausgerichtet.

Concept Map

Zielt auf aktive Strukturierung von Wissen ab und fokussiert auf Zusammenhänge statt auf prüfungsbezogene Operationalisierung.

Lernjournal

Fordert selbstständiges Aufbereiten von Wissen, ist breiter angelegt und dokumentiert längere Lernverläufe statt punktueller Aufgabenstellungen.

 

 

Ressourcen