Application Cards
Kurzformat für situativen Wissenstransfer
Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?
Application Cards sind Kurzformate, bei denen Studierende eine eigene, neue Anwendungsmöglichkeit für ein zentrales Prinzip, eine Methode oder ein Verfahren aus der Lehrveranstaltung schriftlich festhalten. Dabei geht es nicht um das Wiederholen bekannter Beispiele, sondern um die kreative Übertragung des Gelernten auf einen neuen, bislang nicht behandelten Kontext. So wird überprüft, ob Studierende Prinzip und Funktionsweise verstanden haben und in der Lage sind, das Wissen flexibel und situationsbezogen einzusetzen.
Application Cards können analog oder digital mit ILIAS (z.B. LiveVoting, Etherpad) erstellt werden.
Aufwand: niedrig bis mittel
VORBEREITUNG: Aufgabenstellung, evtl. Beispiele vorbereiten
DURCHFÜHRUNG: ggf. Moderation
NACHBEREITUNG: ggf. Feedback
Einblicke
Verarbeiten von Lehrinhalten
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Studierende erstellen Karten, tauschen sie mit ihren Peers aus, geben Feedback und diskutieren unterschiedliche Transferideen. | Die Methode fördert metakognitive Kompetenzen und unterstützt gegenseitiges Lernen. Sie erweitert den Blick auf unterschiedliche Lösungswege und stärkt das evaluative Urteilsvermögen der Studierenden. |
Formatives Prüfen
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Nach der Einführung eines Prinzips oder Verfahrens notieren die Studierenden auf einer Karte, wie dieses in einem neuen Kontext eingesetzt werden könnte. Die Karten gehen an die Lehrperson. | Die Methode zeigt, ob das Verständnis über reines Wiedergeben hinausgeht und ein gelingender Transfer stattfindet. Studierende trainieren kreatives und selbständiges Anwenden, während die Lehrperson gezielt erkennen kann, wo Verständnis- oder Transferprobleme bestehen. |
Summatives Prüfen
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Im Rahmen einer Prüfung formulieren die Studierenden für ein bekanntes Verfahren eine innovative Anwendung. | Die Methode bewertet gezielt die Transfer- und Anwendungskompetenz der Studierenden. Sie richtet sich auf höherstufige Lernziele, fördert eigenständiges Denken und wirkt dem reinen Auswendiglernen entgegen. |
Stolperfrei durchstarten
| Was kann herausfordernd sein? | Was hilft in der Praxis? |
|---|---|
| Oberflächliche oder wenig kreative Vorschläge durch die Studierenden. |
Geben Sie ein, zwei Beispiele und fordern Sie ausdrücklich neue Kontexte. |
| Unsicherheit bei offenen Aufgaben bei den Studierenden. |
Starten Sie mit kurzen Brainstormings in Kleingruppen.
|
| Hoher Zeitaufwand für individuelles Feedback durch Lehrperson. |
Nutzen Sie Peer-Feedback oder wählen Sie exemplarische Karten aus.
|
| Schwierigkeit bei der Bewertung von Originalität und Plausibilität. |
Verwenden Sie einfache Bewertungsraster, z.B. «neu – plausibel – relevant» (vgl. Leistungsbewertung). |
Alternative Methoden
Begründetes Keyword
Sie fordern eine kurze schriftliche Begründung zur Anwendung eines Fachbegriffs oder Konzepts. Der Fokus liegt eher auf fachlicher Relevanz und Begriffsschärfe.
Was-wie-warum-Tabelle
Sie fördert den Transfer von theoretischem Wissen auf reale Kontexte. Die Tabelle ist strukturierter und differenziert stärker zwischen Inhalt, Vorgehen und Begründung.
Problem-Kurzbericht
Er fokussiert auf zentrale praxisnahe Anwendung und ist stärker erklärend und zusammenhängend formuliert.
