Projektdesign
Konzepte entwickeln mit Leitstruktur
Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?
Beim «Projektdesign » entwickeln Studierende selbstständig ein Konzept für ein Projekt, das fachlich fundiert, strukturiert und realistisch umsetzbar ist. Dabei durchlaufen sie typische Planungsphasen – von der Zieldefinition über die Methodenwahl bis zur Ergebnisdarstellung. Sie beantworten dazu folgende Fragen:
- Was möchten Sie tun?
- In welchem Kontext und mit wem werden Sie arbeiten?
- Was sind die zentralen Fragestellung(en), die Sie beantworten möchten bzw. Ziele, die Sie erreichen möchten?
- Was werden die messbaren Ergebnisse Ihres Projekts sein?
- Welche Hilfsmittel benötigen Sie?
- Wann werden Sie welchen Projektschritt abgeschlossen haben?
- Was sind Ihre grösste(n) Sorge(n) oder Frage(n) in Bezug auf Ihr Projekt?
Projektdesigns eignen sich besonders zur formativen Begleitung von Lernprozessen sowie zur summativen Überprüfung von Analyse-, Planungs- und Umsetzungskompetenz.
Aufwand: mittel bis hoch
VORBEREITUNG: Bereitstellung von Leitfragen, Templates, Beispielen
DURCHFÜHRUNG: Begleitung
NACHBEREITUNG: Feedback, ggf. Bewertung
Einblicke
Formatives Prüfen
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Im Rahmen eines Forschungsseminars entwerfen die Studierenden ein vollständiges Design für ein empirisches Projekt. Sie reichen eine erste Version ein, die die Forschungsfrage, Methodik, Zeitplanung und potenzielle Hürden umfasst. Die Lehrperson gibt daraufhin Feedback zur inhaltlichen Schlüssigkeit, zum methodischen Vorgehen und zur Umsetzbarkeit. | Studierende erkennen Schwächen und offene Punkte in ihrer Planung, können ihr Vorgehen überarbeiten und Unsicherheiten klären, bevor sie tiefer einsteigen. Für Dozierende bietet das Format eine gute Grundlage, um typische Fehlentwicklungen frühzeitig zu adressieren. |
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
Nach gemeinsamer Lektüre eines Fachtextes erarbeiten die Studierenden ein erstes Projektdesign zu einem passenden Thema. In Kleingruppen geben sie sich strukturiertes Peer-Feedback anhand von Leitfragen zur Machbarkeit, Logik, Anschlussfähigkeit und methodischer Passung. |
Studierende üben, theoretisch vermittelte Konzepte auf eine eigene Fragestellung zu übertragen und daraus ein tragfähiges Design zu entwickeln. Die Methode unterstützt die Fähigkeit, ein Projekt strukturiert zu planen und Entscheidungen im Forschungsprozess nachvollziehbar zu begründen. |
Summatives Prüfen
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
Im Rahmen einer 168-Stunden-Prüfung erhalten die Studierenden den Auftrag, ein Projektdesign zu einer konkreten, realitätsnahen Ausgangsfrage zu entwickeln. Sie entwerfen eine plausible und kohärente Planung, inklusive Begründung methodischer Entscheidungen, Zeitrahmen und potenzieller Herausforderungen. Der Entstehungsprozess wird mitreflektiert und dokumentiert. |
Die Methode ermöglicht eine vertiefte Ausarbeitung komplexer Fragestellungen und fördert die Fähigkeit der Studierenden, Methoden anzuwenden und reflektiert in den Transfer zu bringen. Sie unterstützt strukturiertes Denken und stärkt die analytische Kompetenz. |
Stolperfrei durchstarten
| Was kann herausfordernd sein? | Was hilft in der Praxis? |
|---|---|
| Hoher Zeitbedarf und Unsicherheit bei den Studierenden. |
Geben Sie ein klar strukturiertes Template mit Leitfragen aus. |
| Heterogenes Vorwissen aufseiten der Studierenden erschwert die Aufgabe. |
Erstellen Sie vorbereitende Materialien (z.B. Methodenübersicht, Beispiele guter Projektskizzen). |
| Beurteilung von individuellen Beiträgen in Gruppen schwierig. |
Fordern Sie individuelle Reflexionen oder Rollenbeschreibungen pro Person ein. |
Gefahr von Überforderung seitens Studierender bei summativen Prüfungen. |
Stellen Sie frühzeitig ein anonymisiertes Beispiel oder eine Musterlösung bereit, inkl. Bewertungskriterien. |
Alternative Methoden
Falllösung
Prüft strukturiertes Denken und Problemlösekompetenz und dokumentiert ein bereits durchgeführtes Vorgehen.
Problem-Kurzbericht
Verlangt Darstellung von Problemverständnis, Analyse und Lösung, ist kompakter und auf ein einzelnes Problem fokussiert.
Lernjournal
Fokussiert auf die systematische Darstellung eines Lern- oder Arbeitsprozesses, ist stärker auf Selbstreflexion und langfristige Entwicklung ausgerichtet.
