Anordnung (vertikal)
Sortieren von oben nach unten
Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?
Bei vertikalen Anordnungsfragen müssen Studierende mehrere vorgegebene Elemente in eine sinnvolle Reihenfolge bringen – von oben nach unten sortiert. Der Fragetyp eignet sich besonders, um das Verständnis für Hierarchien oder logisch strukturierte Zusammenhänge zu überprüfen. Auch Bildelemente – etwa Symbole, Diagramme oder schematische Darstellungen – können eingesetzt werden, um z. B. räumliche, funktionale oder gestalterische Ordnungen zu prüfen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Elemente nicht nur zu sortieren, sondern auch einzurücken, um Über- und Unterordnungen sichtbar zu machen. Dadurch lassen sich auch mehrstufige Strukturen (z. B. Gliederungen, Kategorien mit Unterpunkten) abbilden, was das didaktische Potenzial dieses Fragetypus deutlich erweitert. Der Fragetyp fördert das strukturierte Denken und lässt sich gut mit realitätsnahen Szenarien verknüpfen. Typischerweise wird er digital über Drag-and-Drop gelöst. Anordnungsfragen lassen sich analog und digital (z.B. ILIAS, iliasEXAM) umsetzen.
Einblicke
Einblick 1
Nahrungsbeziehungen im Ökosystem
Im Bachelorstudiengang Umweltwissenschaften sollen Studierende die Kompetenz «trophische Ebenen innerhalb eines Nahrungsnetzes zuordnen» auf der Stufe «Verstehen» nachweisen. Dafür wird eine bildhafte Darstellung von vier typischen Organismen eines alpinen Ökosystems eingesetzt. Die Studierenden müssen diese grafischen Elemente in der korrekten trophischen Hierarchie anordnen.
Einblick 2
Systematik der Argumentationsstärke
Im Modul «Wissenschaftliches Arbeiten» sollen Studierende lernen, unterschiedliche Arten von Aussagen nach ihrer argumentativen Stärke zu differenzieren. Anhand eines Beispiels aus der Klimadebatte sollen sie fünf Aussagen in eine logische Reihenfolge bringen – von subjektivster Meinung bis hin zu evidenzbasiertem wissenschaftlichem Fakt.
Stolperfrei durchstarten
| Was kann herausfordernd sein? | Was hilft in der Praxis? |
|---|---|
Elemente ähneln sich zu stark oder lassen mehrere logische Reihenfolgen zu. |
Gestalten Sie Elemente so, dass nur eine sachlogische Abfolge plausibel ist.
|
Zu viele Elemente; auf kleineren Screens verschwinden Elemente aus dem Sichtfeld. |
Beschränken Sie sich auf 4 - 6 Elemente; ggf. in Teil-Sequenzen prüfen. |
Drag-and-Drop-Usability (Touch-Geräte, ScreenReader) nicht immer gegeben. |
Stellen Sie vorab in der Veranstaltung ein Beispiel zur Verfügung, an dem die Studierenden den Fragetyp testen können. |
| Hierarchie-Verwechslung führt zu Anordnung in umgekehrter Reihenfolge. |
Geben Sie in der Instruktion klar an, was oben und unten bedeuten. |
Alternative Fragetypen
Zuordnung
Prüft das Verständnis von Zusammenhängen und Strukturen; fokussiert auf passende Paare, nicht Reihenfolgen.
Kprim
Es müssen vier Aussagen einzeln als «richtig» oder «falsch» beurteilt werden, was differenziertere Urteile und Abwägungen erlaubt.
Long Menu (Textfeld)
Erlaubt präzise Wissensabfragen; ist textbasiert und prüft Begriffe, nicht Prozesse.
Ressourcen
Literatur
Anderson, L. W., & Krathwohl, D. R. (2001). A taxonomy for learning, teaching, and assessing. Longman.
Krebs, R. (2019). Prüfen mit Multiple Choice. Hogrefe.
