Lernräume anbieten

Lernräume als Teil des Lehrens

Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?

Lernräume sind physische oder digitale Umgebungen, in denen Studierende selbstgesteuert, kollaborativ oder individuell arbeiten – ausserhalb der Lehrveranstaltung. Sie ergänzen die Lehre, indem sie eigenverantwortliches Lernen unterstützen und soziale Prozesse des Verstehens und Übens ermöglichen. Im Unterschied zu Lehrräumen sind Lernräume nicht durch vorgegebene Formate, Methoden oder Inhalte geprägt. Sie bieten stattdessen flexible, niedrigschwellige Zugänge zu Lernaktivitäten: in Gruppenarbeitszonen, Bibliotheken oder informellen Treffpunkten wie z. B. dem Ideenlabor oder digital im ILIAS Kursraum oder einem Zoom Meeting. Gute Lernräume ermöglichen Rückzug und Konzentration ebenso wie Dialog und Kooperation. Didaktisch entfalten Lernräume dann Wirkung, wenn Lehrende sie gezielt mitdenken – z. B. durch Aufgaben, die ausserhalb der Veranstaltung vertieft oder vorbereitet werden sollen. So entstehen Verbindungslinien zwischen formaler Lehre und individuellem Lernprozess.

Einblicke

Einblick 1

Lernraum für Fallstudienbearbeitung

Im Rahmen eines projektbasierten Seminars in der Wirtschaftswissenschaft bearbeiten Studierende in Teams eine reale Fallstudie. Zwischen den Präsenzterminen treffen sich die Gruppen eigenständig in einem Lernraum im Hauptgebäude. Die Lehrperson verweist in der Veranstaltung gezielt auf diesen Raum und gibt Hinweise zur Nutzung. 

Einblick 2

Schreibraum in der Bibliothek

In einem kulturwissenschaftlichen Proseminar verfassen die Studierenden eine wissenschaftliche Hausarbeit. Die Lehrperson empfiehlt wöchentliche «Schreibfenster» in einem reservierbaren Arbeitsraum der Bibliothek Unitobler. Die Studierenden erhalten Aufgaben zur Textstruktur, Argumentation oder Literaturverarbeitung, die sie in diesen Phasen bearbeiten. 

 

Stolperfrei durchstarten

Was kann herausfordernd sein? Was hilft in der Praxis?
Lernräume werden wenig genutzt oder gar nicht als Lernort wahrgenommen (laut/leise, individuell/kollaborativ)

Weisen Sie explizit auf passende Lernräume hin und binden Sie sie in Aufgabenformate ein. Die Universitätsbibliothek bietet eine Arbeitsplatzsuche an. In den meisten Detailplänen der Gebäude sind Lernnischen markiert.

Technisch oder atmosphärisch ungeeignete Räume (z. B. unruhig, dunkel, überfüllt)
 
Geben Sie Feedback an Betrieb & Technik des Standortes; fördern Sie studentisches Mitgestalten von Lernumgebungen.

Lernräume werden nicht als didaktische Ressource begriffen

Thematisieren Sie Lernräume im Kontext – als Orte für Reflexion, Peer-Feedback oder Vertiefung.

Ressourcen