Stimmungsbarometer

Feedback entlang einer Einschätzungsskala

Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?

Das Stimmungsbarometer ist eine einfache Methode, um die aktuelle Stimmungslage oder Einschätzung der Studierenden zu einem Thema sichtbar zu machen – wortwörtlich auf einen Blick: Die Studierenden positionieren sich analog im Raum oder digital auf einer sichtbar markierten Skala (z.B. von «stimme voll zu» bis «lehne ab»), um ihre Haltung, ihr Verständnis oder ihre Stimmung zu einer Aussage zu zeigen.

Ideal ist das Stimmungsbarometer für Kleingruppen und mittlere Gruppen bis ca. 25 Personen. Hier kann das Stimmungsbarometer auf Flipcharts oder Pinnwänden, auf denen die Studierenden physisch Stellung beziehen (z.B. mit Klebepunkten) umgesetzt werden. Bei grösseren Gruppen empfiehlt sich eine digitale Umsetzung, z.B. mit dem ILIAS LiveVoting oder Mentimeter.

Das Stimmungsbarometer eignet sich, um in ein Thema einzusteigen oder Zwischenfeedback von den Studierenden zu erhalten.

Aufwand: niedrig

 

 

VORBEREITUNG: Skala einrichten

NACHBEREITUNG: Ergebnisse aufgreifen, ggf. Foto/Export sichern

Einblicke

Einstieg

MEINUNGSSPIEGEL PER SKALA
Aktivität Nutzen
Zu Beginn eines thematischen Blocks setzen sich die Studierenden mit einer provokanten These auseinander, positionieren sich entlang einer Skala im Raum und machen so ihre Haltung sichtbar, bevor eine Diskussion startet. Die Methode macht unterschiedliche Perspektiven sichtbar und fördert dadurch eine vertiefte Diskussion. Studierende reflektieren eigene Positionen und lernen, andere Sichtweisen nachzuvollziehen. Dozierende erhalten gleichzeitig Einblick in den Wissensstand und die Haltungen der Gruppe und können die weitere Kursgestaltung darauf abstimmen.

Zwischenfeedback

STIMMUNGSBILD ZUR HALBZEIT
Aktivität Nutzen
In der Mitte des Semesters nutzen Lehrende das Stimmungsbarometer, um Rückmeldungen zum bisherigen Kursverlauf einzuholen – mit Fokus auf Verständlichkeit, Tempo oder Relevanz.
Die Methode ermöglicht Dozierenden, Vermittlungsprobleme frühzeitig zu erkennen und den Lehrprozess anzupassen. Studierende profitieren, weil ihre Bedürfnisse zeitnah berücksichtigt werden und der Lernprozess dadurch effektiver gestaltet wird.
SKALIERTER TEAMCHECK
Aktivität Nutzen
Nach einer intensiven Arbeitsphase reflektieren die Gruppen ihren eigenen Arbeitsprozess, indem sie sich entlang einer Skala zu Aspekten wie Produktivität oder Zusammenarbeit verorten. Die Methode fördert bei Studierenden die Eigenverantwortung, indem sie ihre Lernstrategien und Beiträge reflektieren und daraus Verbesserungen für zukünftige Gruppenarbeiten ableiten können. Dozierende erhalten gleichzeitig Einblicke in individuelle Lernstände und können ihre Unterstützung und Kursgestaltung daran anpassen.

 

Stolperfrei durchstarten

Was kann herausfordernd sein? Was hilft in der Praxis?
In grossen Gruppen (ab ca. 30 Personen) wird die Methode unübersichtlich.

Nutzen Sie digitale Live-Abstimmungstools (z.B. ILIAS LiveVoting oder Mentimeter) oder arbeiten Sie in Teilgruppen.

 

Interpretation der Ergebnisse ist subjektiv.
 
Achten Sie auf klare Formulierung der Skalenpole.

Nicht alle Studierenden fühlen sich wohl bei öffentlicher Positionierung.

Ermöglichen Sie eine digitale, anonyme Teilnahme oder Positionierungen schriftlich mit Karten.

Ergebnisse sind flüchtig.

Dokumentieren Sie analoge Skalen mit Fotos oder speichern Sie digitale Resultate. Greifen Sie diese bei späteren Diskussionen wieder auf.

Extreme Meinungen dominieren die Debatte.

Ziehen Sie auch mittlere oder abweichende Positionen mit ein, z.B. durch Nachfragen oder kurze Reflexionsrunden.

 

Alternative Methoden

Ampelfeedback

Mache emotionale oder kognitive Rückmeldungen sichtbar – schnell und niederschwellig und ist standardisiert (drei Farben).

Zielscheibe

Visualisiert Einschätzungen auf mehreren Skalen gleichzeitig. Ist strukturierter und themenspezifischer.

Blitzlicht

Gibt schnellen Einblick in persönliche Eindrücke oder Stimmungen. Erfolgt mündlich und offen, ist damit nicht visuell oder anonym.

 

 

Ressourcen