Ampelfeedback
Stimmungsbild in drei Farben
Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?
Das Ampelfeedback ist eine einfache Methode, mit der Studierende auf visuelle Weise formative Rückmeldung zu ihrem Lernstand oder zur Lehrveranstaltung geben. Sie nutzen dabei farbige Karten wie bei einer Verkehrsampel:
- Grün signalisiert Zustimmung oder Verständnis,
- Gelb steht für Unsicherheit,
- Rot für Unverständnis oder Kritik.
Ein Ampelfeedback kann analog mit farbigen Karten oder Klebepunkten durchgeführt werden. Digital eignet sich das Zoom Whiteboard in Kombination mit der Abstimmungsfunktion. Die Methode ist auch für sehr grosse Gruppen geeignet. Bei kleineren Gruppen können Sie einzelne Studierende bitten, ihr Abstimmungsverhalten kurz zu kommentieren.
Aufwand: niedrig
VORBEREITUNG: Material oder digitales Tool bereitstellen
DURCHFÜHRUNG: Abstimmung
NACHBEREITUNG: ggf. Kommentare auswerten.
Einblicke
Zwischenfeedback
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Am Ende einer Vorlesungssitzung stimmen die Studierenden über Zoom oder ein digitales Tool zu drei Aspekten der Veranstaltung ab: Tempo der Vermittlung, Mitarbeitsmöglichkeiten und Methodik. Optional kommentieren sie kritische Punkte im Chat. | Die Methode liefert der Lehrperson kompaktes Feedback zur Gestaltung der Veranstaltung. Studierende erleben, dass ihre Rückmeldungen Wirkung zeigen, was die Lernmotivation und Beteiligung stärkt. |
Formatives Prüfen
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Nach einer intensiven Gruppenarbeitsphase einigen sich die Gruppen auf eine gemeinsame Ampelfarbe, die ihren Arbeitsprozess widerspiegelt, und ergänzen kurze Stichworte zu Verständnisstand, Aufgabenklärung oder Zusammenarbeit. Die Lehrperson sammelt diese Signale ein und nutzt sie, um die Gruppen zu unterstützen oder Aufgabenstellungen zu präzisieren. | Die Methode gibt Dozierenden frühzeitig Hinweise auf potenzielle Stolpersteine, wie Verständnisschwierigkeiten oder Probleme im Gruppenprozess und ermöglicht rechtzeitige Anpassungen. Studierende profitieren davon, dass ihre Rückmeldungen vertraulich einfliessen können, ohne öffentlich Kritik üben zu müssen. |
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Am Ende einer Seminarsitzung schreiben die Studierenden auf farbige Karten, was sie inhaltlich sicher beherrschen (grün), wo sie noch Unsicherheiten sehen (gelb), und bei welchen Fragestellungen deutliche Verständnislücken vorhanden sind (rot). Die Karten werden anonym gesammelt und von der Lehrperson ausgewertet, um Wiederholungen oder Vertiefungen in der nächsten Sitzung zu planen. | Die Methode liefert Dozierenden strukturiertes, qualitatives Feedback zur Lehrgestaltung und zeigt Optimierungspotenzial auf. Gleichzeitig fördert sie bei Studierenden metakognitive Prozesse, da diese ihre eigenen Lernstrategien und Fortschritte bewusst reflektieren. |
Stolperfrei durchstarten
| Was kann herausfordernd sein? | Was hilft in der Praxis? |
|---|---|
| Studierende bewerten emotional statt inhaltlich. |
Geben Sie klare Anweisungen, worauf sich das Feedback bezieht (z.B. Inhalt, Methode, Tempo). |
| Beliebigkeit durch fehlende Verbindlichkeit. |
Besprechen Sie das Feedback kurz oder greifen Sie es im nächsten Termin auf («Sie sagten …, deshalb heute …»). |
| Gefahr von Gruppendruck bei öffentlichem Zeigen. |
Bieten Sie Anonymisierung durch Boxen oder digitale Varianten an (z.B. ILIAS LiveVoting).
|
Alternative Methoden
Zielscheibe
Visualisiert Feedback auf einer Skala und ermöglicht eine schnelle Rückmeldung. Sie erlaubt differenziertere Einschätzungen zu mehreren Aspekten gleichzeitig.
Stimmungsbarometer
Zeigt in vereinfachter Form die aktuelle Stimmung oder Position und wird meist im Raum oder digital räumlich dargestellt (z.B. Skala an der Wand).
Blitzlicht
Gibt einen schnellen Eindruck zur Stimmung oder Einschätzung im Kurs. Erfolgt mündlich und offen, ist jedoch nicht anonymisierbar.
