Rezension schreiben

Textverständnis mit kritischem Blick

Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?

Die Methode «Rezension schreiben» fordert Studierende auf, einen wissenschaftlichen oder literarischen Text kritisch zu reflektieren und schriftlich zu bewerten. Dadurch wird nicht nur das Textverständnis vertieft, sondern auch das Argumentieren und Urteilen geübt.

Sie eignet sich sowohl für formatives Prüfen (z.B. zur Rückmeldung über Lesekompetenz und Argumentationsfähigkeit) als auch für summative Prüfungen in Form von schriftlichen Einzelarbeiten.

Aufwand: mittel

 

 

 

VORBEREITUNG: Kriterien, Musterrezensionen

NACHBEREITUNG: Feedback, ggf. Bewertung

Einblicke

Formatives Prüfen

KURZREZENSION MIT PEER-FEEDBACK
Aktivität Nutzen

Im Rahmen eines wöchentlichen Seminars wählen die Studierenden einen der behandelten Texte aus. Sie verfassen dazu eine kurze Rezension (ca. 500–700 Wörter), in der sie zentrale Aussagen zusammenfassen, bewerten und in Bezug zu anderen Texten oder Diskussionen setzen. Die Rezensionen werden zur nächsten Sitzung eingereicht und mit Leitfragen im Peer-Feedback diskutiert.

Die Methode unterstützt Studierende beim Trainieren ihrer Analysefähigkeit, beim Perspektivwechsel und beim Ausbau ihrer wissenschaftlichen Schreibkompetenz. Dozierende erhalten Einblick in individuelle Verständnisniveaus und können Rückmeldungen geben.
KOOPERATIVES SCHREIBTRAINING
Aktivität Nutzen
In der Mitte des Semesters bearbeiten Kleingruppen von 3–4 Personen gemeinsam einen Seminartext. Die Gruppen strukturieren ihre Rezension arbeitsteilig. Nach einer ersten Entwurfsphase geben sich die Gruppenmitglieder gegenseitig strukturiertes Peer-Feedback Die Methode bietet ein praxisnahes Schreibtraining im überschaubaren Rahmen. Sie fördert das kooperative Arbeiten an Texten, vertieft das Verständnis wissenschaftlicher Bewertungskriterien und stärkt die Fähigkeit, fundiertes Feedback zu geben.

Summatives Prüfen

TEXTKRITIK IM TAKE-HOME-FORMAT
Aktivität Nutzen
Als benotete Abschlussleistung verfassen die Studierenden eine Rezension zu einem Fachtext. Die Aufgabenstellung betont die Einhaltung wissenschaftlicher Kriterien wie argumentative Schlüssigkeit, Eigenständigkeit der Bewertung, Literaturbezug und angemessene Ausdrucksweise. Die Textlänge beträgt etwa 1000–1500 Wörter. Die Bearbeitung erfolgt ausserhalb der Seminarzeit mit fester Abgabefrist. Die Methode bietet eine realitätsnahe, individuell zuordbare Prüfungsform und erlaubt einen validen Einblick in die wissenschaftliche Schreib- und Analysekompetenz der Studierenden. Sie unterstützt die differenzierte Bewertung von Urteilsfähigkeit, Ausdrucksgenauigkeit und kritischer Textanalyse.

 

Stolperfrei durchstarten

Was kann herausfordernd sein? Was hilft in der Praxis?
Rezensionen bleiben vage.

Geben Sie Bewertungskriterien vorab bekannt (z.B. Aufbau, Argumentationsqualität, Stil).

Gefahr des reinen Nacherzählens des Inhalts

Machen Sie das Ziel deutlich und nehmen Sie es in die Bewertung auf: Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Inhalt, nicht eine reine Zusammenfassung. 

Unsicherheit bei Studierenden über Anforderungen an Ton und Stil.

Diskutieren Sie gemeinsam Musterrezensionen, z.B. aus Fachzeitschriften.

Hoher Korrekturaufwand

Nutzen Sie Peer-Feedback oder Kurzformate (Mini-Rezensionen, 250–300 Wörter).

Alternative Methoden

Kurz-Essay

Schriftliche Auseinandersetzung mit einem Thema oder Text. Der Fokus liegt stärker auf der eigenständigen Argumentation, weniger auf der Bewertung fremder Texte.

Doppeldecker-Lesejournal

Dient der vertieften, kritischen Auseinandersetzung mit Fachtexten. Ist strukturierter und prozessorientierter.

Begründetes Keyword

Fördert präzise inhaltliche Auseinandersetzung und Begründungskompetenz. Ist sehr kompakt und fokussiert auf einzelne Begriffe.

 

 

Ressourcen