Moot Court
Simulierte Gerichtsverhandlung
Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?
Ein Moot Court ist eine simulierte Gerichtsverhandlung, bei der Studierende die Rollen von Anwält*innen und Richter*innen übernehmen, um an einem fiktiven Fall reale juristische Verfahren zu erproben. Ziel ist das praxisnahe Training juristischer Argumentation, Rhetorik und Fallanalyse.
Moot Courts können sowohl als Verarbeitungssequenz als auch als formative oder summative Prüfung eingesetzt werden.
Aufwand: hoch
VORBEREITUNG: Auswahl und Aufbereitung des Falls, Bereitstellung von Bewertungsrastern, Organisation der Rollen und Abläufe
DURCHFÜHRUNG: Moderation/Leitung der Verhandlung, ggf. Jury-Funktion
NACHBEREITUNG: Bewertung, Feedback
Einblicke
Verarbeiten von Lehrinhalten
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Nach einem Input zu Rhetorik analysieren Studierende in Kleingruppen einen juristischen Fall und bereiten in Rollenarbeit mündliche Plädoyers vor, die in einer simulierten Verhandlung präsentiert werden. | Die Methode macht juristische Inhalte greifbar, aktiviert das Wissen aus Vorlesungen und fördert den Transfer in die Anwendung. Sie vertieft das Verständnis juristischer Denk- und Argumentationslogik und stärkt das souveräne Auftreten im fachlichen Kontext. |
Formatives Prüfen
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Im Verlauf der Lehrveranstaltung werden kurze Moot-Court-Sequenzen durchgeführt, bei denen Studierende einzelne Argumentationslinien oder Rollen ausprobieren und direkt mündliches oder schriftliches Feedback erhalten. | Die Methode ermöglicht Dozierenden, Stärken und Missverständnisse der Studierenden frühzeitig zu erkennen. Studierende erhalten die Möglichkeit, ihre Fachsprache, Argumentationsstruktur und Falllösung ohne Notendruck zu üben, sich weiterzuentwickeln und besser vorzubereiten. |
Summatives Prüfen
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Im Rahmen der Modulprüfung führen Studierendengruppen einen vollständigen Moot Court durch – inklusive Schriftsatz, Plädoyer und Reaktion auf Rückfragen durch eine Jury (Lehrpersonen oder externe Fachpersonen). | Die Methode ermöglicht eine differenzierte Bewertung sowohl individueller Leistungen als auch der Teamarbeit. Der realitätsnahe Prüfungsrahmen motiviert die Studierenden, fördert nachhaltiges Lernen und gibt Dozierenden ein umfassendes Bild über Fachwissen, Anwendungskompetenz, Argumentationsstärke und rhetorische Fähigkeiten. |
Stolperfrei durchstarten
| Was kann herausfordernd sein? | Was hilft in der Praxis? |
|---|---|
| Hoher Vorbereitungsaufwand für Studierende |
Geben Sie Thema und Fallstellung frühzeitig bekannt. Stellen Sie Orientierungshilfen und Beispiel-Schriftsätze bereit. |
| Unsicherheit über Bewertungskriterien |
Legen Sie das Bewertungsraster offen (vgl. Leistungsbewertung).
|
| Ungleiche Beteiligung in Gruppen |
Integrieren Sie Peer-Feedback, um verschiedene Leistungen sichtbar zu machen.
|
| Prüfungsdruck kann Beteiligung hemmen |
Setzen Sie Moot Courts zunächst formativ ein, dann als summatives Element mit klaren Anforderungen. |
Alternative Methoden
Rollenspiel
Die Teilnehmenden übernehmen unterschiedliche Rollen und agieren in einer simulierten Situation. Kann in verschiedensten Fachkontexten eingesetzt werden und dient stärker der Perspektivenübernahme als der formalen Argumentation.
Gruppenpuzzle
Setzt auf individuelle Expertise und Zusammenarbeit in Gruppen zur gemeinsamen Wissensentwicklung; dient dem kooperativen Wissenstransfer, nicht der argumentativen Auseinandersetzung im Streitgespräch.
(Poster-)Präsentation
Fordert die Präsentation komplexer Sachverhalte. Der Fokus liegt auf visueller Aufbereitung und Präsentationskompetenz – nicht auf Rollenspiel oder Verhandlung.
