Bildbetrachtung
Visuelle Impulse für Transferdenken
Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?
Mit der Bildbetrachtung nutzen Sie Bilder als Ausgangspunkt für Prüfungs- oder Lernprozesse. Studierende wählen aus einer vorgegebenen Bildauswahl aus, beschreiben und interpretieren das Bild und verbinden es mit Theorien oder Konzepten aus der Veranstaltung. Die Methode eignet sich besonders, um assoziatives, transfer- und anwendungsorientiertes Denken zu fördern.
Die Methode kann zu Beginn und im Verlauf einer Lehrveranstaltung sowie in formativen und summativen Prüfungen eingesetzt werden.
Aufwand: mittel
VORBEREITUNG: Auswahl passender Bilder, ggf. Impulsfragen formulieren
DURCHFÜHRUNG: Moderation der Diskussion, gezieltes Nachfragen, Feedback
NACHBEREITUNG: ggf. Feedback, Bewertung
Einblicke
Vorwissen aktivieren
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Zu Beginn einer Sitzung betrachten die Studierenden in Kleingruppen ein historisches Foto und notieren spontan Antworten zu den Fragen «Was sehe ich?», «Was könnte das bedeuten?», «Welche Fragen wirft das Bild auf?». Anschliessend werden die Antworten im Plenum gesammelt und diskutiert. | Die Methode bietet Studierenden einen niedrigschwelligen, visuellen Zugang zum Seminarthema. Sie aktiviert Vorwissen, fördert Hypothesenbildung und schafft Gesprächsanlässe, die zur weiteren inhaltlichen Auseinandersetzung motivieren. |
Verarbeiten von Lehrinhalten
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Studierende wählen ein Bild aus einer Sammlung aus und beschreiben es schriftlich oder mündlich, verknüpfen ihre Beobachtungen mit gelernten Fachbegriffen und diskutieren mögliche Interpretationen im Plenum. | Fördert den Transfer theoretischer Konzepte auf konkrete Fallbeispiele und aktiviert unterschiedliche Zugänge (visuell, argumentativ). |
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Während der Lernphase erhalten Studierende die Aufgabe, Bilder zu beschreiben und mit Kursinhalten zu verbinden. Das Feedback erfolgt mündlich oder schriftlich durch die Lehrperson. | Die Methode ermöglicht eine schnelle Lernstandserfassung und fördert die aktive Beteiligung der Studierenden. Dozierende können Missverständnisse frühzeitig erkennen, nachfragen und ihre Lehre unmittelbar anpassen. Besonders geeignet ist die Methode für Feedbackschleifen und individuelle Förderung. |
Stolperfrei durchstarten
| Was kann herausfordernd sein? | Was hilft in der Praxis? |
|---|---|
| Es werden keine oder zu wenig Assoziationen geweckt. |
Geben Sie initiale Impulsfragen vor, z.B. «Was fällt Ihnen an dem Bild zuerst auf?», «Welcher Begriff aus dem Seminar passt dazu?» |
| Unerwartete Assoziationen, die schwer zum Thema passen. |
Lassen Sie offen diskutieren, nehmen Sie diese Impulse auf und führen Sie die Brücke zurück zur Theorie. |
Gefahr von reinen oberflächigen Beschreibungen. |
Fordern Sie immer eine Verbindung zu mindestens einem Kurskonzept oder einer Methode ein. |
| Unsicherheit bei Prüfenden und Studierenden. |
Testen Sie die Methode mit einem Beispielbild vorab im Plenum und sammeln Sie gemeinsam Bewertungskriterien (vgl. Leistungsbewertung).
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Alternative Methoden
Begründetes Keyword
Fordert eine konzentrierte Auseinandersetzung mit einem zentralen Aspekt eines Themas und zielt auf sprachliche Verdichtung und begriffliche Reflexion ab.
Concept Map
Visualisiert Zusammenhänge zu einem Thema und verlangt eine strukturierte, begriffliche Darstellung von Wissen – stärker kognitiv als assoziativ.
Galeriegang
Nutzt visuelle Materialien zur Aktivierung und Diskussion und ist bewegungsorientiert sowie interaktiv und nicht fokussiert auf ein Bild.
