Spickzettel
Reduktion als Lernstrategie
Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?
Spickzettel sind eine kreative Methode, bei der Studierende zur Vorbereitung auf eine Prüfung eine stark reduzierte Zusammenfassung des Stoffes verfassen, um den Lerninhalt besser zu durchdringen und Lernprozesse sichtbar zu machen. Je nach Prüfungsdesign dürfen sie diesen mit in die Prüfung nehmen. Entscheidend ist dabei nicht der Zettel selbst, sondern der Lernprozess: Durch Auswahl, Reduktion und Strukturierung setzen sich die Studierenden aktiv mit dem Lernstoff auseinander.
Die Methode eignet sich besonders, um komplexe Inhalte zu verarbeiten und Studierenden durch formatives Prüfen Rückmeldung zu ihrem Lernstand zu geben.
Aufwand: niedrig
VORBEREITUNG: Kriterien ausarbeiten
NACHBEREITUNG: ggf. Sichtung für Feedback
Einblicke
Verarbeiten von Lehrinhalten
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Studierende erstellen im Anschluss an eine Inputphase einen einseitigen Spickzettel mit den wichtigsten Punkten. | Die strukturierte Wiederholung unterstützt die gedankliche Festigung des Stoffs und dient als Vorbereitung auf die nachfolgende Inputphase. |
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Studierende beginnen früh im Semester mit einem persönlichen Spickzettel, den sie nach jeder Lernsequenz weiterentwickeln. In regelmässigen Abständen gibt es kurze Reflexionsphasen dazu. | Durch das fortlaufende Ergänzen und Überarbeiten des Spickzettels verankern die Studierenden wichtige Inhalte über das Semester hinweg. |
Formatives Prüfen
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Studierende tauschen in Kleingruppen ihre Spickzettel aus und begründen, warum sie welche Inhalte ausgewählt haben. | Beim gegenseitigen Austausch der Spickzettel und der Begründung der Auswahl erkennen die Studierenden, welche Aspekte sie selbst betont oder übersehen haben. |
Stolperfrei durchstarten
| Was kann herausfordernd sein? | Was hilft in der Praxis? |
|---|---|
| Studierende verstehen den Spickzettel als Aufforderung zur «Schummelei». |
Kommunizieren Sie den Rahmen transparent: Ziel ist das Lernen, nicht das Spicken. |
| Spickzettel ist überladen und in Kleinschrift geschrieben. |
Begrenzen Sie den Inhalt, z.B. auf eine handgeschriebene Karteikarte. Geben Sie eine Mindestschriftgrösse vor. |
| Es findet eine reine Materialsammlung anstelle einer Reduktion statt. |
Geben Sie Kriterien wie Klarheit, Auswahl, Struktur vor. |
Alternative Methoden
One-Minute-Paper
Fördert Verdichtung und bewusste Auswahl von Inhalten – sie zwingt zur Priorisierung. Sie ist punktuell, sehr kurz und oft anonym.
Lernjournal
Kann fortlaufend aufgebaut und individuell gestaltet werden. Es ist umfangreicher, meist stärker reflektiv und dokumentiert auch Lernprozesse.
Begründetes Keyword
Fordert Reduktion auf das Wesentliche und setzt vertieftes Verständnis voraus. Es fokussiert auf die Auswahl und Begründung eines einzigen zentralen Begriffs.
