Prinzipien-Check

Theorie im Beispiel benennen

Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?

Die Methode «Prinzipien-Check» zielt darauf ab, dass Studierende in neuen Situationen zentrale Prinzipien oder Verfahren erkennen und benennen. Dafür erhalten die Studierenden eine Liste mit zentralen Prinzipien oder Verfahren sowie mehrere kurze Fallbeispiele oder Szenarien. Ihre Aufgabe ist es, jedem Beispiel das passende Prinzip zuzuordnen. So werden das konzeptuelle Verständnis und der Transfer gefördert.

Der «Prinzipien-Check» eignet sich besonders, um Vorwissen zu aktivieren, Gehörtes oder Gelesenes zu verarbeiten und für und formative Prüfungen, kann aber auch in summativen Kontexten eingesetzt werden.

Aufwand: mittel

 

VORBEREITUNG: Auswahl klar zuordenbarer und eindeutiger Beispiele, ggf. Erstellen von Zuordnungsaufgaben

DURCHFÜHRUNG: Moderation und Feedback

Einblicke

Vorwissen aktivieren

ERINNERN UND ZUORDNEN
Aktivität Nutzen
Zu Beginn der Veranstaltung analysieren Kleingruppen eigenständig einen Fall aus der Praxis und schreiben auf, welches Prinzip aus der vergangenen Sitzung darin angewendet wird. Im Plenum werden ausgewählte Fälle besprochen, unterschiedliche Zuordnungen diskutiert und offene Fragen geklärt. Die Studierenden erinnern sich an Inhalte der letzten Sitzung, verknüpfen sie mit konkreten Beispielen und bereiten so den Übergang zum neuen Thema vor. Für die Lehrperson wird sichtbar, wie sicher die zentralen Prinzipien bereits beherrscht werden.

Verarbeiten von Lehrinhalten

DENKIMPULS PER VOTING
Aktivität Nutzen
Nach einer Inputphase in einer Vorlesung zeigt der Dozierende eine Beispielanwendung und fragt: «Welches Prinzip kommt hier zur Anwendung?» Die Studierenden antworten mündlich oder schriftlich per Voting. Anschliessend wird im Plenum diskutiert, welche Prinzipien genannt wurden und warum. Die Methode unterstützt die unmittelbare Verarbeitung des Gehörten, indem die Studierenden das theoretische Prinzip aktiv wiederholen und auf ein Beispiel übertragen müssen. Die Lehrperson erkennt sofort, ob zentrale Inhalte verstanden wurden.

Formatives Prüfen

MINI-CASES IM PEER-TEST
Aktivität Nutzen
In Gruppen analysieren die Studierenden verschiedene Mini-Cases und ordnen sie bestimmten Prinzipien oder Methoden zu. Anschliessend vergleichen sie ihre Zuordnungen mit einer Musterlösung oder erhalten strukturiertes Peer-Feedback von einer anderen Gruppe. Die Lehrperson moderiert eine abschliessende Diskussion mit Klärungen. Die Methode fördert die Prüfungsvorbereitung, indem sie zentrale Begriffe festigt. Studierende gewinnen Sicherheit im Umgang mit den Inhalten, erkennen Verständnislücken und profitieren von konstruktiven Feedbackschleifen. Dozierende erhalten Einblick in Unsicherheiten und können nachsteuern.

 

Stolperfrei durchstarten

Was kann herausfordernd sein? Was hilft in der Praxis?
Studierende nennen Schlagworte, ohne Anwendungskontext zu erklären.

Lassen Sie die Studierenden konkret begründen, warum das Prinzip passt – z.B. mit einem Satz «weil …».

Unsicherheit bei den Studierenden beim Erkennen der Prinzipien.
 
Geben Sie zu Beginn eine Liste möglicher Prinzipien oder ein Beispiel mit Erläuterung.

Schwierige Texte oder Szenarien überfordern die Studierenden.

Wählen Sie zugängliche, authentische Fälle aus der Lebenswelt der Studierenden.

Zeitaufwand in grossen Gruppen hoch.

Lassen Sie nur einige Beispiele schriftlich abgeben, andere werden mündlich diskutiert.

Alternative Methoden

Application Cards

Fordern die Anwendung von Prinzipien, wobei auf das Entwickeln eigener Anwendungsbeispiele statt auf gegebene Fälle fokussiert wird.

Concept-Map

Fördert das Verstehen von Zusammenhängen zwischen Konzepten. Zielt stärker auf individuelle Strukturierung und Visualisierung als auf Zuordnung ab.

Begründetes Keyword

Fordert die Auseinandersetzung mit zentralen Inhalten, deren Reflexion und Bedeutung. Zielt eher auf das Verdichten selbstgewählter Begriffe ab.

 

 

Ressourcen