Confidence-based Assessment
Lernen durch bewusste Unsicherheit
Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?
Confidence-based Assessment (CBA) ist eine Methode, bei der nicht nur die Richtigkeit der Antworten, sondern auch die Selbsteinschätzung der Studierenden berücksichtigt werden. Neben der Antwort geben die Studierenden an, wie sicher sie sich bezüglich ihrer Lösung sind. So werden blinde Flecken, Fehlannahmen und Lernsicherheit sichtbar.
Die Methode eignet sich für Verarbeitungssequenzen und für formative Prüfungen.
Aufwand: mittel bis hoch
VORBEREITUNG: Formulierung geeigneter Fragen und Entwicklung der Antwort- und Einschätzungsskalen
DURCHFÜHRUNG: ggf. Moderation von Diskussionen
NACHBEREITUNG: Auswertung der Antworten und Interpretation der Selbsteinschätzungen, ggf. Feedback
Einblicke
Verarbeiten von Lehrinhalten
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Nach Abschluss eines Themenkomplexes in einer Lehrveranstaltung werden Verständnisfragen gestellt. Studierende beantworten diese und geben zu jeder Antwort an, wie sicher sie sich sind (z.B. auf einer 3er-Skala: unsicher / 50:50 / sicher). | Die Methode gibt Dozierenden ein differenziertes Bild vom Wissensstand der Studierenden und macht Fehleinschätzungen sichtbar. Sie erlaubt ein es Eingehen auf Unsicherheiten und unterstützt Studierende dabei, ihre Selbsteinschätzung systematisch zu trainieren. |
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| In kleinen Gruppen beantworten Studierende Fragen und diskutieren jeweils die eigenen Unsicherheiten. Im Anschluss geben sie Peer-Feedback zu den Antworten und Selbsteinschätzungen. | Die Methode fördert die Eigenverantwortung der Studierenden und unterstützt ein vertieftes Verständnis durch die Reflexion über eigene (Un-)Sicherheiten. Sie hilft, Fehlannahmen zu vermeiden und kann dazu beitragen, Prüfungsangst abzubauen. |
Formatives Prüfen
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Studierende bearbeiten Selbsttests mit CBA-Logik und reflektieren im Anschluss, wo sie zu sicher oder zu unsicher geantwortet haben. | Die Methode fördert die Metakognition, indem sie Studierenden hilft, eigene Stärken und Schwächen zu erkennen. Sie zeigt auf, wo das Wissen über- oder unterschätzt wird, und unterstützt eine Steuerung des eigenen Lernprozesses. |
Stolperfrei durchstarten
| Was kann herausfordernd sein? | Was hilft in der Praxis? |
|---|---|
| Hoher Zeitbedarf für die Auswertung für Lehrende. |
Aufgaben auf das Wesentliche beschränken. |
| Komplexe Aufgabenstellung für Studierende. |
Einführung mit einfachen Beispielen. |
Alternative Methoden
Spickzettel
Fördert das Nachdenken über zentrale Inhalte und persönliche Sicherheit und fokussiert auf schriftliche Verdichtung ohne vorgegebene Items.
RSQC2
Regt zur Reflexion über Gelerntes und Unsicherheiten an und ist offener, schriftlich und qualitativ hochstehend.
One-Minute-Paper
Macht individuelles Verständnis und verbleibende Unsicherheiten sichtbar und ist spontaner und weniger strukturiert.
