Anker setzen
Wesentliches notieren und merken
Was steckt dahinter – und wofür ist es gut?
«Anker setzen» ist eine einfache, aber wirkungsvolle Methode, bei der die Studierenden zu Beginn oder während einer Veranstaltung zentrale Begriffe, Gedanken oder Erfahrungen identifizieren, die für sie besonders bedeutsam sind. Diese schriftlich notierten «Anker» helfen dabei, das Gelernte besser zu behalten und aktiv mit dem Thema verbunden zu bleiben. Sie können analog auf einem Flipchart oder digital (z.B. ILIAS LiveVoting oder Zoom Whiteboard) erfasst werden.
Die Methode «Anker setzen» eignet sich sowohl zur Aktivierung von Vorwissen als auch zur Verarbeitung und Reflexion von Lehrinhalten.
Aufwand: niedrig
NACHBEREITUNG: Aufgreifen und Wiedereinbinden der Begriffe
Einblicke
Vorwissen aktivieren
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Zu Beginn des Seminartermins notieren Studierende einen Begriff zu einem zentralen Thema der letzten Sitzung. Die Lehrperson sammelt einige Beiträge im Plenum. | Die Methode erhöht die Aufmerksamkeit der Studierenden und macht die Inhalte durch den Bezug zum Vorwissen persönlich relevanter. Sie erleichtert zugleich Dozierenden die Einschätzung des Vorwissens und schafft eine fundierte Grundlage für den Einstieg in das neue Thema. |
Verarbeiten von Lehrinhalten
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Nach einer Inputphase notieren Studierende ihre Anker zum Thema und teilen sie in Kleingruppen, vergleichen und diskutieren Gemeinsamkeiten oder Unterschiede. Im Plenum werden zentrale oder überraschende Ankerbegriffe geteilt. Die Lehrperson greift typische Missverständnisse oder neue Impulse auf und nutzt diese zur Vertiefung oder Klärung. | Die Methode vertieft das Verständnis der Studierenden durch Perspektivwechsel und soziale Interaktion. Sie fördert aktives Auseinandersetzen mit den Inhalten und stärkt das Begriffsverständnis. Dozierende erhalten Einblick in vorhandene Verständnisstände und können aufklärend eingreifen. |
| Aktivität | Nutzen |
|---|---|
| Am Ende einer Lehrveranstaltung wählen Studierende einen Begriff, eine Aussage oder Erkenntnis, die sie als «wichtigsten Anker» aus der Sitzung mitnehmen. Die Anker werden kurz im Plenum gesammelt. | Die Methode macht Lernerfolge für Studierende sichtbar und unterstützt eine nachhaltige Verankerung im Gedächtnis. Dozierende erhalten Einblick in individuelle Lernfortschritte und können die Rückmeldungen als Grundlage für den Einstieg in die nächste Sitzung nutzen. |
Stolperfrei durchstarten
| Was kann herausfordernd sein? | Was hilft in der Praxis? |
|---|---|
| Nicht alle Studierenden können spontan benennen, was für sie «einprägsam» war. |
Bieten Sie eine Vorstruktur, z.B. mit Fragehilfen wie «Was hat mich überrascht?» oder «Was bleibt?». |
| Oberflächliche oder formelhaften Aussagen. |
Stellen Sie Rückfragen, z.B. «Warum ist das für Sie ein Anker?» oder lassen Sie Anker schriftlich begründen. |
| Zu wenig Integration in den weiteren Lernprozess. |
Greifen Sie «Anker» später wieder auf, z.B. bei der Prüfungsvorbereitung oder zur Wiederholung. |
Alternative Methoden
Brainstorm
Aktiviert Vorwissen und macht individuelle Zugänge zum Thema sichtbar. Fokussierter auf Inhalte und Begriffe – weniger auf persönliche Relevanz oder emotionale Beteiligung.
Concept Map
Hilft, neues Wissen mit vorhandenem Wissen zu verknüpfen und fördert einen individuellen Zugang zum Thema. Es ist eher fachlich als persönlich.
Stimmungsbarometer
Macht Haltungen oder Erwartungen zum Thema sichtbar und holt Teilnehmende emotional ab. Es ist oft stärker auf Meinung oder Stimmung gerichtet, weniger auf inhaltliche Verankerung oder persönliche Anknüpfungspunkte.
